Agropyrum.
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Agropyrum.
Agropyrum repens B eauvais , Synon. Triticum repens L inn . , eineüberall in Europa vorkommende Graminee, besonders ein lästiges Unkrautauf Aeckern.
Rhizoma Agropyri. Kliizoma (Stolones) (Iraminis, Radix Graminis, Quecke,(jneckenwurzel, firaswurzel. Ein sehr langer, bis zu zwei Millimetern dicker,ästiger, stielrunder, weitläuftig knotiger, nur an denKnoten mit Wurzeln besetzter und mit Scheiden ver-sehener, innen hohler Wurzelstock oder Ausläufer vonblass-strohgelber Farbe und süssem Geschmack.
Der Querschnitt zeigt eine 1 / 5 vom Durchmesserdicke, weisse, oft schwammig zerklüftete Rinde, einenvon Markstrahlen nicht durchbrochenen schmalen, nachinnen nicht scharf abgegrenzten, nach aussen von einerKernscheide begrenzten Holzring, zerrissenes oder mehroder weniger eingeschrumpftes Mark.
Verwechselungen. Als solche werden bezeichnet:die Stolonen von Triticum caninum S chreber , welcheGraminee aber gar keine Stolonen hat, und von Loliumperenne L inn ., deren Stolonen sehr kurz sind, im Uebrigen aus den Stengel-gliedern Wurzel treiben und welche auf Aeckern neben Agropyrum repensnur selten angetroffen wird.
Tn Italien und den übrigen Ländern Südeuropas gebraucht man in Stelleder Graswurzel die Stolonen von Cynodon Dactylon R ichard (Bermudagras)unter dem Namen Radix Graminis Dactyli. Diese sind reich an Stärke-mehl und ärmer an Zucker.
Einsammlung und Aufbewahrung. Die Quecke oder vielmehr die Stolonender Quecke sind überall in Deutschland auf nicht zu sandigem Ackerboden einwucherndes, dem Ackerbauer sehr lästiges Unkraut, welches er im Frühjahrbei Bestellung des Ackers fuhrenweise zusammeneggt. Die Stolonen werdenbehufs der Verwendung als Medicinkörper mit kaltem Wasser abgewaschen,die schlecht aussehenden Theile und Wurzeln entfernt, auf einer lläcksel-schneide klein geschnitten und theils alsbald zu Mellago oder Extract verar-beitet, oder auch getrocknet und an einem trocknen Orte (Kräuterkammer)aufbewahrt. 5 Th. frische Quecken geben 2 Th. trockne. In Pulverformkommt die Graswurzel nie in Anwendung, sondern nur immer geschnitten oderals Extract.
Bestandtheile in der trocknen Graswurzel sind Fruchtzucker (bis zu 5 Proc.),Dextrin (2 — 3 Proc.), Triticin (nach M ueller ein dem Inulin sich anschliessen-des Stärkemehl), milchsaure Salze, sehr geringe Mengen saurer Oxalate.
Anwendung. Der Graswurzel sind wohl keine arzneilichen Wirkungenbeizulegen. Ihr Gebrauch stammt noch aus alter Zeit, wo der Aberglaube vonder sogenannten Blutreinigung noeh en vogue war. Sie mag ihre Wirkung,wenn sie eine solche zu äussern vermag, mit dem Wasser theilen, womit derAufguss oder die Abkochung bereitet wird. Die Dosis ist daher eine beliebige.
Die gewaschene, auf der Häckselmaschine zerschnittene, scharf getrockneteund dann gemahlene Graswurzel kann bis zu 25 Proc. dem Brodmehl zuge-mischt und verbacken werden, auch lässt sie sich als Malzsurrogat zum Bier-brauen verwenden.
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Fig. 53.
Rhizoma Graminis. Quer-schnitt, 20fache Lin.-Vergr.hb Gefässbündel, k Kern-scheide und Holzring,in Mark.