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Agrimoiiia.
(1) Electuariuin febrifugnm S enac.
iv Corticis Chinae regiae 20,0Pulveris aromatici 5,0Ammonii chloratiAgarici ana 2,5Glycerinae 15,0Syrupi Sacchari q. s.M. f. electuarium densius.
S. In der fieberfreien Zeit zweistündlichsoviel wie eine Haselnuss gross zunehmen.
(2) Pilulae nobiles JesuitarumPragenslum.
IV Agarici praeparatiAloes
Corticis Cassiae cinnamomeaeFructus Colocynthidis praeparatiFoliorum SennaeEadicis Rhei
Pulveris aromatici ana 10,0CaryophyllorumMastichesMyrrhae ana 5,0.
Pulverata misce cumExtracti Trifolii 10,0Spiritus saponati q. s.ut fiant pilulae 1500, Rhizomate IridisFlorentinae pulverato conspergendae.Dosis 2 bis 4 Pillen.
(3) Pulvis Agarici opiatus.
iy Agarici praeparati 0,5Opii pulverati 0,025Pulveris gummosi 0,75.
M. f. pulvis. Dentur tales doses decem.
S. Abends vor dem Schlafengehen einPulver. Gegen Nachtschweiss.
(4) Vinnm Agarici.
ty- Agarici concisi 5,0
Corticis Cassiae cinnamomeaeFructus Cardamomi minorisRadicis Gentianae ana 1,0Vini Hispanici 150,0.
Digere per diem unum, tum exprimendocola, postremum filtra. S. Oefters einenTheelöffel am Tage (als Stomachicum).
Agrimoiiia.
Agrimonia Eupatoria Linn ., Odermennig, Ackermennig, Leberklette,Steimvurz. Ein bei uns heimisches, an Wegen, Hecken und Ackerrainen häu-figes Staudengewächs. Familie Dryadeae, Ord. Sanguisorbeae.
Herba Agrimoiiiae, Herba Lappulae bepaticae, Odermennig, Leberklette, Heilaller Welt. Die Blätter sind abwechselnd, mit lialbpfeilförmigen, eingeschnitten-gesägten Afterblättern, 10 bis 16 Centini. lang, unterbrochen leyerförmig,zottig behaart, unterhalb hellgrün. Die Blättchen sind 3 — 5 Centim. lang,2 — 3 Centim. breit und grob gesägt. Die Blüthen sind klein und gelb undstehen in einer Aehre. Das Kraut hat einen angenehmen Geruch und bitter-lichen Geschmack.
Das blühende Kraut wird im Juli und August gesammelt, von den dickerenStengeln befreit und im Schatten getrocknet. 7 Th. frisches Kraut geben2 Th. trockenes. Man bewahrt es in Weissblechgefässen. Durch Destillationgewiunt man daraus ein wohlriechendes Oel.
Das Kraut, ein massiges Amarum und Adstringens, wurde von den altenGriechen und Römern schon als Wundmittel gebraucht, später fand man esheilsam bei Leberleiden, Gelbsucht, Lungenleiden, Katarrh, Diarrhöe innerlichim Aufguss, äusserlich zum Gurgeln bei katarrhalischen entzündlichen Zu-ständen des Mundes und Halses und zu adstringirenden Umschlägen. Nachaltem Aberglauben gewinnt derjenige, welcher das Kraut bei sich trägt, dieLiebe der Frauen. Heute ist es völlig obsolet.