Agaricum.
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Er ist der von der äusseren, durch gelbe und braune Zonen gezeichnetenRinde befreite Schwamm. Nur dieser entrindete Schwamm ist officinell.
Pulverung. Wegen der schwammigen und zähen Beschaffenheit ist derLärchenschwamm sehr schwierig in Pulver zu verwandeln. Das von dem ge-schnittenen Schwämme abgesiebte Pulver ist zu sandig und kann nicht alsMedicament benutzt werden. Da er beim Pulvern einen dichten Staub giebt,welcher den Schleimhäuten der Lungen und Nase und den Augen ungemeinlästig wird und heftiges Niesen erzeugt, so muss er in einem bedeckten Mörsergepulvert werden. Auch wird der in feine Scheiben geschnittene Schwammmit heissem diinnen Traganthschleim zu einer feuchten breiigen Masse ange-stossen. welche getrocknet sich weniger beschwerlich pulvern lässt. Der ge-pulverte Lärchenschwamm wird von den Aezten zuweilen mit Agaricum praepa-ratum bezeichnet.
Bestandtheile. Das wirksame Princip im Lärchenschwamm ist ein Harz,welches 30 — 33 Proc. des Schwammes ausmacht, aus welchem Harze Schoon-broodt mittelst Aethers eine krystallisirbare stickstofffreie Substanz von süsslichbitterem scharfem Geschmack extrahirte und Agaricin nannte. Das Harz(Laricin) löst sich in Weingeist mit rother Farbe. Den erschöpften Zellstoffnannte Bkaconxot Fungin. Er fand im Lärchenschwamm 72 Proc. Harz, 26Proc. Fungin, 2 Proc. bitteres Extract.
Bestandtheile des Lärchenschwamms sind ferner: Fumarsäure, Citronen-säure, Aepfelsäure, welche früher als Boletsäure und Schwammsäure erkanntwaren.
Das Harz ist von rothbrauner Farbe, unlöslich in Benzin und Schwefel-kohlenstoff, dagegen sehr löslich in Aether, ferner löslich in starkem Weingeist,kaum löslich in 50procentigem, w T enig löslich in Chloroform. Von Aetzammonund verdünnter Aetzkalilauge wird es leicht gelöst. Diese Lösungen sinddunkelgefärbt und schäumen beim Schütteln ( Hager).
G. Fleuky hat aus dem pulverisirten und getrockneten Lärchenschwammdurch Behandeln mit reinem wasserfreiem Aether zwei Körper ausgezogen,einen rothbraunen, amorphen, in Weingeist, Holzgeist, Chloroform und Essig-säure löslichen, in Benzol und Schwefelkohlenstoff unlöslichen, welchen er alsAgaricus-Harz bezeichnet, und eine in mikroskopischen, zu Büscheln vereinigtenNadeln krystallisirende Säure, Agaricinsäure, welche bei 145,7° schmilzt,bei etwas höherer Temperatur Wasser verliert und sich bräunt, in Wein-geist sehr leicht, weniger in Chloroform, sehr wenig in Aether und Essigsäureund noch weniger in Schwefelkohlenstoff und Benzol löslich ist. Sie ver-flüchtigt sich bei der Destillation ihrer weingeistigen Lösung mit den Weingeist-dämpfen. Ihr Natronsalz wird durch Weingeist anfangs in amorphen Flockengefallt, die sich nach 24 Stunden in lange, oft concentrisch gruppirte Nadelnverwandeln. Metallsalze geben in den verdünnten Lösungen meistens krystal-linische Niederschläge.
Anwendung. Der gepulverte Lärchenschwamm wirkt purgirend, antidia-phoretisch und tonisch. Man giebt ihn zu 0,15 — 0,3 — 0,6 vor dem Schlafen-gehen gegen die profusen Schweisse schwindsüchtiger und gichtischer Kranken.Der Arzt macht vom Lärchenschwamm selten Gebrauch, häufiger benutzt ihndas Publikum als Ingredienz der bitteren Schnäpse, besonders des Elixir adlongam vitam nach alter Vorschrift.
Früher bereitete man ein trocknes Extract mittelst 80proe. Weingeistesdaraus, welches aber heute nicht mehr gebraucht wird.
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