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1 (1876)
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Agaricum.

die Destillation zuerst ohne Heizung stattfindet. Die Reinigung des Destillatswird in gleicher Weise wie im vorhergehenden Verfahren angegeben ist,ausgeführt.

Das Aethylidenbichlorid wird dargestellt, indem man zu je 100 Th. Phos-pliorpentachlorid (in dem oben erwähnten tarirten Kolben, welchen manauf einen Strohkranz in Eiswasser gestellt hat) mittelst eines langrohrigenTrichters nach und nach in kleinen Portionen 21,5 Th. Aldehyd hinzusetztund öfters agitirt. Dann setzt man den Kolben in ein Wasserbad und destillirtbei gelinder Wärme (6063° C.). Zuerst wird das Destillat mit Kalicar-bonatlösung, dann mit Wasser geschüttelt und gewaschen und endlich ausdem Wasserbade rectificirt.

Eigenschaften 1 . Das Aethylidenbichlorid ist eine dem Chloroform und demAethylenchlorid äusserlich sehr ähnliche Flüssigkeit, welche unlöslich in Wasser,mischbar in allen Verhältnissen mit Weingeist, Aether, Chloroform, Oelen ist,,bei 59° siedet, bei mittlerer Temperatur ein specifisches Gewicht von 1,182bis 1,183 aufweist, und sich durch Siedepunkt und specifisches Gewicht sowohlvom Chloroform wie vom Aethylenchlorid unterscheidet. Es wirkt in wein-geistiger Verdünnung beim Erhitzen bis zum Aufkochen nicht reducirend aufkaiische Kupferlösung (wohl aber Chloroform), und Natriummetall wirkt nichtzersetzend darauf (wohl aber Aethylenchlorid). Conceutrirte Schwefelsäurewirkt zersetzend auf Aethylidenbichlorid (nicht auf Aethylenchlorid). WeingeistigeKalilösung wirkt in der Kälte nicht zersetzend (wohl aber auf Aethylenchlorid).

Prüfung. Die Reinheit des Aethylidenchlorids ergiebt sich einerseits ausseinen physikalischen Eigenschaften, andererseits aus der Indifferenz gegenkaiische Kupferlösung und Natriummetall.

Aufbewahrung. Diese ist in jeder Hinsieht dieselbe wie diejenige desChloroforms.

Anwendung. Das Aethylidenchlorid ist in neuerer Zeit (von Liebreich)als ein gefahrloses Anaestheticum gerühmt worden. Mit Inhibition der Inhalationsoll auch die Narkose vorüber sein, ohne alle Nachwirkung. Wie die Erfah-rung ergiebt, erfordert auch dieses Anaestheticum bei der Anwendung ähnlicheVorsorge wie das Chloroform.

Agaricum.

Polyp örus ofßcinalis Fries , Synon. Boletus Laricis Linn ., FamilieHymenomycetes, wächst parasitisch auf der Lärchentanne, Larix deciduaMiller , besonders auf der Varietät Rossica, im nordwestlichen Russland, vonwo der Lärchenschwamm auch in grösster Menge ausgeführt wird.

Agaricum, Agaricus albus, Fungus s. Boletus Laricis, Lärchenschwamm bildet,wie er in den Handel kommt, grosse, unregelmässig gestaltete, aber leichte,schwammig-faserige, brüchige, zerreibliche, dennoch schwer in Pulver zu ver-wandelnde Stücke, von weisslicher oder gelblich-weisser Farbe, beim Kauenzuerst von süssliehem, hinterher bitterem, widrig scharfem Geschmack und dumpfemGerüche.