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1 (1876)
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192
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Aethylidenum bichloratum.

aus dem Wasserbade rectificirt. Das Gasleitungsrohr, durch welches dasAethylengas in die Chlormischung eintritt, darf in diese letztere nur 11,5Centimeter tief eintauchen. Die Chlormischung muss im Laufe der Operationspäter sanft erwärmt werden, um die Chlorentwickelung im Gange zu erhalten.Man kann auch das Aethylengas statt in die Chlormischung in eine Antimon-chlorürlösung, in welche gleichzeitig Chlorgas eingeleitet wird, eintreten lassen,dann nach Beendigung der Aetkylengasentwickelung mit der Chloreinleitungabbrechen und das gebildete Aethylenchlorid abdestilliren. Der Apparat bleibtin diesem Falle derselbe, nur communicirt der Chlor entwickelnde Apparat mitdem Gefässe mit dem Antimonchlorür. Directes Sonnenlicht vermeidet man,da dann das Aethylenchlorid mit Chlor im Contact höhere Chlorverbin-dungen eingeht.

Eigenschaften. Das Aethylenchlorid bildet eine neutrale, farblose, chloro-formähnlieh süsslich schmeckende und chloroformähnlich riechende, in Wasserfast unlösliche, mit Aether, Weingeist, Chloroform leicht mischbare, völligflüchtige, bei 85,5° siedende Flüssigkeit mit einem spec. Gewichte von 1,271bei 0° oder von 1,2531,254 bei 15°, 1,252 bei 17,5°. Das Aethylenchloridist entzündlich und verbrennt mit grüner russender Flamme unter Ausstossungvon Chlorwasserstoffgas. Mit einer Schicht Wasser bedeckt und dem directenSonnenlichte ausgesetzt nimmt es die elementaren Bestandtheile des Wassersauf und bildet Chlorwasserstoff (Salzsäure) und Essigäther. Mit weingeistigerKalilösung gelind erwärmt, zersetzt es sich allmälig unter Abscheidung vonChlorkalium und gasförmigem Chloräthylen oder Monocliloräthylen.

Prüfung. 1) Indifferenz gegen blaues Lackmuspapier (freies Salzsäuregas).

2) Nichtfärbung beim Schütteln mit concentrirter Schwefelsäure. 3) KeineVolumverminderung beim Schütteln mit kaltem Wasser. 4) Specifisclies Ge-wicht (Substitution oder Verwechselung mit Chloroform, einer Mischung ausChloroform und Weingeist, Aethylidenchlorid). Identitätsreactionen sind, dasses mit etwas Weingeist gemischt und mit kalischer Kupferlösung einige Minutengekocht nicht rothes Kupferoxydul abscheidet (zum Unterschiede von Chloro-form), dass ferner ein Stück Natrium in das Aethylenchlorid geworfen nachgelinder Anwärmung unter starker Gasentwicklung sich aufbläht (zum Unter-schiede vom Aethylidenchlorid).

Anwendung. Es wird als locales Anaestheticum gebraucht, steht aber demChloroform und Aether sehr nach. Als Dampf inhalirt bewirkt es dauerndeund gefahrlose Anaesthesie, aber eine starke Reizung des Rachens. Es wirdunverändert oder mit Oel oder Fett gemischt äusserlich (bei Gelenkrheuma-tismus) applicirt. Innerlich giebt man es unter denselben Umständen wie dasChloroform zu 5-1015 Tropfen in Verdünnung drei- bis viermal täglich.Als Geschmackscorrigens ist Chloroform vorzuziehen.

Aetliylidemim bichloratum.

f Aetil y Ii de ii um bichloratum, Aethylidenum chloratum, Aethylidenchlorid,thlorätliyliden (C 4 H 4 C1 2 oder C2H4CI2 = 99, dem Aethylenchlorid isomer).

Darstellung. Das Aethylidenchlorid wird aus Phosphorpentachloridund Acetaldehyd bereitet. Behufs Darstellung des Pliosphorpenta-