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1 (1876)
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191
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Aethylenwn chloratum. 191

matismus, Scrofeln, secundärer Syphilis mit gutem Erfolge angewendet. Aeusser-lich in Salben auf Geschwüre und schmerzhafte Geschwülste soll es schmerz-lindernd wirken. Im Ganzen kommt es sehr selten in Gebrauch.

Aethylenuin chloratum.

A eth yl en 11111 cli lo rat um, Elayle chlorata, Oleum Chemicoruui Hollandieoruni,Liquor Hollandieus, Aethylenchlorid. Elaylehlorid, Elaylchloriir, Duteli liquid (C 4 H 4 C1 2oder C 2 H 4 C1 2 = 99).

Darstellung. Der Apparat zur Darstellung des Aethylenchlorids bestehtaus mehreren Gefässen, wie im folgenden angegeben ist.

A. Gläserner Kolben beschickt mit der Schwefelsäure-Weingeistmiscliung.

B. Leeres tubulirtes Glasgefäss.

C. Tubulirtes Glasgefäss, halb gefüllt mit dünner Kalilauge.

D. Gefäss mit der Chlor gebenden Mischung.

E. Leeres tubulirtes Gefäss, verbunden mit dem vorbemerkten Gefäss (D).

Die Darstellung besteht einfach in der Durchmischung von Aethylengas

mit feuchtem Chlorgase, Waschen der gesammelten Flüssigkeit mit Wasser,Entwässern derselben und Reinigung durch Destillation.

Aethylengas erzeugt man am ergiebigsten durch Erhitzen eines Gemischesaus 1 Th. 90proc. Weingeist und 4 Th. Englischer Schwefelsäurein einem gläsernen Kolben (A), der damit nur zur Hälfte angefüllt und miteinem zweimal rechtwinkelig gebogenen Gasleitungsrohr versehen ist. Dagegen das Ende der Operation gewöhnlich ein starkes Schäumen eintritt, soempfiehlt Woehler dem Gemisch so viel gewaschenen trocknen grosskörnigenKiessand zuzusetzen, dass aus der ganzen Mischung eine kaum flüssige Masseentsteht. 100,0 Gm. Weingeist geben 2023 Liter Aethylengas. Da dasAethylengas anfangs kleine Mengen Weingeist, dann aber auch Schwefligsäuregasbegleiten, so ist der Apparat in der Weise zu construiren, dass das Gas zunächstin ein leeres zweimal tubulirtes Glasgefäss (B) eintritt, um hier den Wein-geistdampf zu verdichten, und aus diesem Gefässe in eine dreifach tubulirte,mit Sicherheitsrohr versehene und mit dünner Aetzkalilauge zur Hälfte gefüllteFlasche (G) übertritt, wo das Aethylengas von der begleitenden Schwefligsäurebefreit wird. Dann lässt sich das Aethylengas in verschiedener Weise chlori-diren und in Aethylenchlorid verwandeln. Man leitet z. B. das aus der FlascheC austretende Gas in eine Chlor entwickelnde Mischung (2 Braunstein,3 Kochsalz, 5 Wasser, 5 Schwefelsäure oder aus Kalibichromat und concen-trirter Salzsäure bestehend). Das Gefäss mit der Chlormischung (D) steht ineinem Sandbade und ist mittelst eines Gasleitungsrohres mit einer leeren, zwei-mal tubulirten Flasche (E) und diese leere Flasche mit einer offenen mit Kalk-milch halbgefüllten Flasche (F),. welche letztere das etwa frei werdende Chlorgasaufnimmt und für die Umgebung unschädlich macht, verbunden. Sobald dieAethylengasentwickelung beendigt ist, erhitzt man den Kolben (D) mit derChlormischung, um das gebildete Aethylenchlorid in die leere Flasche E,welche man kühl hält, überzudestilliren. Das Destillat wird zuerst mit etwasalkalisch gemachtem Wasser durchschüttelt, abgehoben, dann mit concentrirterSchwefelsäure so oft durchschüttelt, als diese noch geschwärzt wird, und nun