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Aether.
so dass sie nicht gegen einander stossen können. Da der Aether und auchsein Dampf höchst brennbar ist, so fordert diese Eigenschaft zur grossestenVorsicht auf. Der Aether, der aus dem einen Gefässe in das andere gegossenwird, umgiebt sich schon bei gewöhnlicher Temperatur mit einer nicht wenigumfangreichen Aethergasatmosphäre, welche die Ursache ist, dass beim Ein-fassen des Aethers dieser sich oft schon entzündete, obgleich das Licht mitVorsicht entfernt gestellt war. Ein vorsichtiger und kluger Pharmaceut wirddas Umgiessen des Aethers aus einem in das andere Gefass bei Licht zu ver-meiden suchen, und wenn dies nicht zu umgehen ist, sich durch eine anderePerson wenigstens in einer Entfernung von 8 bis 10 Schritt bei hochgehaltenemLichte (Laterne) leuchten lassen und beim Eingiessen sich stets einesTrichters bedienen. Bricht eine Aethermasse von einigen Pfunden in Flammenaus, so geschieht dies mit einer solchen Vehemenz und Schnelligkeit, dass diezunächststehende Person nicht ohne Brandverletzung davon kommt. WirdAether in grösseren Quantitäten dispensirt, so hat der Dispensator den Empfängerauf die Gefährlichkeit, welche durch Entzündung des Aethers entsteht, auf-merksam zu machen. Die passendste Zeit, in welcher sich grössere MassenAether in Glasgefässen am sichersten transportiren lassen, ist der Winter, diein der Kälte gefüllten Flaschen müssen aber, in eine wärmere Temperatur ge-bracht, ohne Verzug durch Aufziehen der Pfropfen gelüftet werden.
Bei der Bestellung von Aethersendungen ist express zu bemerken, dieFlaschen nicht total voll, sondern nur zu 4 4 zu füllen. Andererseits müssendie Flaschen einer in kalter Jahreszeit anlangenden Aethersendung, ehe mansie in einen wärmeren Raum setzt, geöffnet und nur locker verschlossen wer-den. Die Spannkraft des Aetherdampfes entspricht z. B. bei 0° einer Queck-silbersäule von 183 Mm., bei 10° 286 Mm., bei 20° 433 Mm. Die Ausdehnungdes Aethers durch Wärme ist ebenfalls eine starke. 1000 Volum Aether von5° Wärme nehmen bei 20° circa ein Volum von 1020 Th. ein. Diese Um-stände mahnen bei einer so inflammablen Substanz wie Aether zur grösstenVorsicht.
Anwendung. Innerlich giebt man den Aether zu 10-^-30 Tropfen meistnur verdünnt mit Weingeist oder Tincturen als krampfstillendes und belebendesMittel. Rein hat man ihn als Anaestheticum, auch behufs Erzeugung localerAnaesthesie (mit Hilfe des Richardson'schen Pulverisateurs) angewendet. Erist ein vorzügliches belebendes Riechmittel bei Ohnmächten, Asthma, hysteri-schem Krampf, auch dient er zu Einreibungen, so wie zum Betropfen ent-zündeter Glieder behufs Abkühlung. Eine Aetherstaubdouche aiif den Rückgratist ein vorzügliches Linderungsmittel bei Chorea. In der Pharmacie wird erzur Darstellung des Spiritus aethereus , vieler Tincturen, bei der Bereitungder Tanninsäure etc. gebraucht. Im Handverkauf wird er als Medikamentnicht abgegeben, häufig aber für technische Zwecke als Mittel für Fettflecke,als Lösungsmittel von Harzen in der Lackbereitung gefordert. Beim Abgebenhat man den Empfänger vor der leichten Entzündlichkeit des Aetherszu warnen.
Als Mittel zur Beseitigung von Fettflecken eignet er sich in so fern wenig,als er das Fett löst und nach dem Verdunsten einen Fettrand hinterlässt.Benzin ist'hier geeigneter.
In Betreff der Verwendbarkeit des Aethers als Anästheticum dem Chloro-form gegenüber fand Professor Schiff , dass beim Aether eine allmälige Sus-pension der Respiration und Circulationsphänomene eintritt, so dass es imBelieben des Operateurs steht, zu jeder Zeit die Anästhesie zu unterbrechen,