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Aether.
Kolben in einem 50 — 55° warmen Wasserbade ab. Der wässrige Weingeistbleibt zurück. Aether giebt mit Jod und Aetzkali kein Jodform (siehe d.). Be-hufs Trennung des Aethers von Benzin, Petroläther, flüchtigen Oelen schütteltman mit Wasser aus, welches den Aether löst.
Prüfung. Behufs Prüfung des Aethers auf Reinheit genügt zunächst fol-gendes Experiment: Man giesst auf einen zu einem Bausch zusammengedrücktenBogen Schwedischen (reinen!) Fliesspapiers, welches auf einem reinen Tellerliegt, circa 5,0 Aether und lässt abdunsten. Es darf dann kein fremdartigerGeruch (nach Weinöl, Fuselöl) zurückbleiben. Ein Aether von 0,725 spec.Gew. bei 17,5° C. wird diese Probe wohl immer aushalten, weil die riechen-den, den Aether verunreinigenden Stoffe um vieles schwerer flüchtige Sub-stanzen sind als Aether. In zweiter Linie hat man aber darauf Rücksicht zunehmen, dass der Aether aus Runkelrübenspiritus bereitet, dass er auch fernerein Destillat aus Aether, welcher zur Bereitung von Extrakten und Alkaloidenbenutzt wurde, sein kann, er auch nicht immer die Sorgfalt seiner Fabrikantenzur Schau trägt. Er fordert daher oft eine eingehendere Prüfung.
Der Aether soll farblos, indifferent gegen Lackmus sein und bei mittlererTemperatur völlig ohne allen Rückstand verdunsten. Bleibt ein solcher, solässt sich seine Natur durch Geruch, Geschmack und blaues Lackmuspapierbestimmen. Wäre er schweres Weinöl, so röthet er Lackmuspapier. EineLösung des reinen Aethers in destillirtem Wasser ist klar. Fällt sie opalisirendaus, so ist die Gegenwart von schwerem Weinöl auch angedeutet. Ein Aethervon 0,725 bis 0,735 spec. Gew. dürfte jedoch kaum davon enthalten, weil dasWeinöl einen sehr hohen Siedepunkt besitzt. Ein deutlich bitterer Geschmackdes Aethers zeigt an, dass dieser über kaustische Basen rectificirt, er auchvielleicht mit einem Alkaloid verunreinigt ist. Röthet oder bleicht der AetherLackmuspapier, so kann er Schwefelsäure oder Schwefligsäure enthalten.Das mit ihm gut durchschüttelte Wasser würde in diesem Falle nach Zusatz,von Chlorbaryumlösung eine weisse Trübung geben. Entsteht keine Trübung«so kann die saure Reaction von etwas freier Essigsäure herrühren, die sichbei Berührung des Aethers mit Luft nach längerer Aufbewahrung bildet (durchFerrichlorid zu erkennen).
Vorstehende Prüfungsmomente lassen sich bequem auf das Papier verlegen,auf welchem man den Aether abdunsten liess. Dasselbe drückt man zusammenin einen Trichter, befeuchtet es mit reinem destillirten Wasser, drückt es noch-mals mit einem reinen Glasstabe zusammen und begiesst es mit soviel destillirtemWasser, dass man circa 10 CC. Filtrat erlangt. Dieses Filtrat muss geschmacklossein, darf Lackmus höchstens vorübergehend schwach röthen, Kalihyperman-ganat in den ersten zwei Minuten nicht zersetzen, durch Chlorbaryum keineVeränderung erfahren, ebenso nicht nach dem Ansäuren mit einem Tropfenverdünnter Schwefelsäure durch Gallusgerbsäure und Jodjodkalium (Alkaloide ineinem Aether, welcher bei der Bereitung von Alkaloiden verwendet wurde).
Ein reiner Aether mischt sich mit reiner concentrirter Schwefelsäure zueiner farblosen oder blassgelblichen Flüssigkeit. Eine Bräunung oder einerothe Färbung deuten auf fremdartige organische Stoffe.
Wird trocknes Kalicarbonat beim Schütteln mit dem Aether feucht, soenthält er zu viel Wasser. Der officinelle Aether von 0,725 spec. Gew.enthält nur Spuren Wasser und macht das kohlensaure Kali nicht feucht. DerAether von 0,730 — 0,740 macht es kaum merklich feucht. Die bestePrüfung auf Feuchtigkeit ist trocknes gepulvertes Tannin, das mit dem