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1 (1876)
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158
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158 Adeps

(1) Pilulae Aconitini Hottot.

W Aconitini 0,02

Radicis Liquiritiae pulveratae 4,0Syrupi Sacchari q. s.

M. f. pilulae centum (100). Singulaecontineant 0,0002 Aconitini.

S. Den Tag über 2 bis 10 Pillen.

(2) Unguentum Aconitini ( B rookes).

Aconitini 0,15.

Solve inSpiritus Vini Guttis 8.

suillus.

Tum admisceAdipis suilli 9,0.

D. S. Zum Einreiben (bei Gesichtsneuralgien).

(3) Ungnentnm contra ischialgiam

Oppolzer.

Aconitini 0,05Adipis suilli 5,0.

Misce. S. Auf die schmerzhaften Stellender Lendengegend einzureiben.

Adeps suillus.

Sus Scrofa Linn ., Schwein, ein zur Ordnung der Dickhäuter gehörendesSäugethier.

Adeps suillus (depuratus), Axungia, Axungia Porci s. pordna, Sehweinefett,Fett, Sellinal/., wird aus dem Lendenfett, Schmer, der in der Bauchhöhle inder Nähe der Rippen und Nieren gelagerten Fettschichten im Wasserbadeausgeschmolzen (ausgelassen). Das von den Schlächtern entnommene Schmerist äusserlich durch Geruch, Geschmack und Betasten zu prüfen, denn es darfnicht alt, auch nicht mit Kochsalz durchstreut sein. Das Schmer wird inkleine Würfel zerschnitten, durch zweimaliges Abwaschen mit Wasser (von20° C.) von etwa anhängendem Blute lind Schleim sorgsam befreit, in ver-zinnten oder zinnernen, besser in porcellanenen Kesseln im Wasserbade ge-schmolzen und durch Coliren durch ein Haarsieb oder Leinwand und Aus-pressen von den Häuten befreit. Beim Ausschmelzen über freiem Feuer istein Besprengen des zerschnittenen Schmers mit Wasser nöthig, im anderenFalle nimmt das Fett einen Bratengeruch an, ein Wasserzusatz ist aber derConservation des Fettes wenig zuträglich. Bei der Schmelzung über freiemFeuer ist übrigens ein fortwährendes Umrühren nicht zu unterlassen. Ausbeutecirca 92 Proc.

Auf die Consistenz des Fettes haben Jahreszeit und auch die Art desFutters einen wesentlichen Einfluss. Das Schmer der in der kalten Jahreszeitgeschlachteten Schweine ist das consistenteste. Aus diesem Grunde beschafftman den Vorrath Schweinefett für das Jahr in den Monaten Januar undFebruar. Das Schmer junger Schweine giebt die grössere Ausbeute.

Im Handel kommt Schweinefett aus Ungarn, Polen, Nord-Amerika ingrossen Mengen, theils in Harnblasen, theils in hölzerne Fässer eingefüllt, aufden Markt.

Eigenschaften. Das Schweinefett ist eine weisse geruchlose fette Substanzvon süsslich fettem Geschmack und bei mittlerer Temperatur von Musconsistenz,gleichmässig in seiner Masse und kaum körnig, zwischen den Fingerngeriebenzerfliessend. Der Schmelzpunkt liegt ungefähr bei 35°. In Aether, Chloroform,Schwefelkohlenstoff, wasserfreiem Weingeist und vielen ätherischen Oelen, auchin lieissem Benzin und erwärmtem Petroläther ist es fast gänzlich löslich.Das spec. Gew. 0,930 bis 0,940. Mit der Luft in Berührung und besonders