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1 (1876)
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157
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Aconitinum.

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In seiner wässrigen Lösung wird das Akonitin durch Platinchlorid nichtgefällt, dagegen erzeugt Kaliumquecksilberjodid darin einen reichlichen, weissen,nicht krystallinisch werdenden Niederschlag, Quecksilberchlorid einen weissen,später krystallinisch werdenden Niederschlag.

Die übrigen Reagentien auf Alkaloide sind auch hier wirksam, jedoch er-zeugt Kalibichromat nur in nicht verdünnten Lösungen einen Niederschlag.Ferner wird es von Alkalibicarbonat nicht gefällt und von einem UeberschussAetzammon gelöst.

Akonitin ist eines der giftigsten Alkaloide, und dem entsprechend dasAkonit ein sehr giftiges Gewächs. Als Dosis toxica lässt sich annehmen vomKraut 2,0, vom Extrakt aus dem Kraut 0,4, von den Knollen 1,0, vom Ex-trakt aus den Knollen 0,2, vom Akonitin 0,05. Vergiftungssymptome sindvorzugsweise heftiges Brennen in Mund, Schlund und Magen, Speichelfluss, Er-brechen, kriebelnder Schmerz in der Schläfengegend, das Gefühl des Ameisen-laufens um die Nase, in den Fingerspitzen und Zehen, Bewusstlosigkeit, Pupillen-erweiterung, Verlust der Sprache etc. Der Leichenbefund bietet nur eineHyperämie der Lungen, Gehirnhäute etc. Gegengifte sind Brechmittel,dann Kaffeeaufguss, Gerbstoff enthaltende Substanzen, Untersuchungs-o b j e c t e ausser Magen und Contenta des Darmtractus Blut und Harn. MehrereWochen hindurch scheint das Akonitin in Leichentheilen unzersetzt zubleiben.

Behufs des Nachweises des Akonitins wird das Untersuchungsobject mitverdünntem Weingeist, welcher mit etwas Schwefelsäure oder Oxalsäure sauergemacht ist, extrahirt, der Weingeist im Wasserbade abgedunstet, aus demwässrigen, noch flüssigem Rückstände etwaiges Fett, Oel etc. mittelst Benzinsoder Petroläthers entfernt, die Flüssigkeit dann reichlich mit Bleioxyd versetzt,eingetrocknet und der zerriebene Rückstand mit Aether oder Chloroform aus-gezogen. Den Auszug vertheilt man auf einige Glasschälchen und lässt ihndarin abdunsten. Statt der Mischung mit Bleioxyd kann man auch mit Magnesiaoder Aetzammon versetzen und die Mischung mit Chloroform oder Benzin aus-schütteln. Physiologische Experimente sind zu empfehlen. Eine Menge von0,002 soll nach D ragendobff bei Fröschen in wenigen Minuten Lähmung derhintern Extremitäten bewirken.

Aufbewahrung. Akonitin wird unter den directen Giften aufbewahrt. Re-cepte mit Akonitin werden als Giftscheine zurückgehalten und reservirt.

Anwendung. Das Akonitin wird in denselben Fällen angewendet wieAkonit, seltener aber innerlich zu 0,0010,004 zwei- bis dreimal täglich inPillen oder Trochisken. Zu subcutanen Einspritzungen nimmt man eine Lösungaus 1 Akonitin, 1 reiner off. Salzsäure und 150 Wasser (Dosis der Einspritzung515 Theilstriche der Pravaz'schen Injectionsspritze oder 0,001 bis 0,003Gm. Akonitin). Aeusserlich in Salben verbindet man 2 3 Akonitin mit einigenTropfen Weingeist angerieben mit 100 Fettsubstanz. Als stärkste Dosis,welche der Arzt ohne das ! nicht überschreiten soll, giebt die Deutsche Phar-makopoe 0,004, auf den Tag über 0,03 Gm. an.

Die in Frankreich üblichen Granules d'Aconitine enthalten 0,0005( 1 / 2 Miliig.) Akonitin. Dosis = 1, allmälig steigend bis 6 (!) Stück, einigemale täglich. Bereitung wie die Granula Digitalinae.

Trochisci (Pastilli) Aconitini werden in Deutschland aus Cacaomassegearbeitet und enthalten 0,001 Akonitin.