Adeps suillus.
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unter gleichzeitiger Einwirkung des Lichts wird es unter Sauerstoffaufnahmeranzig, indem es einen scharfen widerlichen Geruch und kratzenden Geschmackannimmt. Weder das in zu hoher Temperatur ausgeschmolzene, noch das ran-zige Fett eignen sich zum Arzneigebrauch. Vermischt mit alkalischen Basenwird die Rancidität beschleunigt, daher ist die Methode, dem Schmalze zu seinerConservation etwas dünne Kaliearbonatlösung zuzumischen, sehr verwerflich.Die Rancidität durch Schütteln des geschmolzenen Schmalzes mit Wasser zubeseitigen, ist eine vergebliche Mühe.
Das Schweineschmalz besteht hauptsächlich aus dem festeren Margarin(circa 40 Proc.), das als ein Gemisch von Stearin und Palmitin angesehenwird, und dem flüssigen Olei'n (circa 60 Proc.), und enthält keinen Stickstoff.
Aufbewahrung. Unter Einfluss der Luft und des Lichtes wird das Schweine-fett ranzig. Die besten Aufbewalirungsgefasse sind gläserne Flaschen, welcheerwärmt mit dem geschmolzenen Fette bis unter den Kork angefüllt, sofortdicht geschlossen und dann im Keller aufbewahrt werden. Behufs Entleerungwird die Flasche vorsichtig im Wasserbade erwärmt. Hölzerne, irdene, stein-zeugne Gefässe sind als Aufbewahrungsgefässe des Fettes die ungeeignetsten,denn ihre Masse durchzieht sich mit Fett, welches sich dann als ein bestän-diger Ueberträger der Rancidität auf andere, später in dieselben Gefasse ge-füllten Fettmassen geltend macht. Für den Handgebrauch eignet sich eineporcellanene Büchse als Vorrathsgefäss.
Prüfung. Das Schweinefett des Handels findet man mit Kalkmilch,Aetznatronlauge oder Natroncarbonatlösung, auch wohl mit Stärke, Mehl,weissem Thon, Kochsalz verfälscht. Diese ungehörigen Stoffe lassen sich leichterkennen, wenn man circa 15,0 des Fettes (bei Fett in Fässern aus der un-teren Schicht entnommen) in einem Cylinderglase im Wasserbade schmelzt. Siesetzen sich am Boden des Cylinders ab und können durch Behandeln mitBenzin und Petrolätlier gesondert und durch die bekannten Reagentien bestimmtwerden. Das geschmolzene reine Fett giebt eine ziemlich klare, fast farblose,wie Baumöl fliessende Flüssigkeitssäule. Beigemischtes Wasser lässt sichübrigens theils beim Beschauön erkennen, theils durch das prasselnde Geräusch,wenn man etwas des Fettes auf glühende Kohlen wirft.
Behufs Entdeckung einer Verunreinigung mit Kupfer schüttelt man dasgeschmolzene Fett mit einem Gemisch aus 1 Th. Salpetersäure und 10 Th.verdünnter Schwefelsäure aus, giesst durch ein vorher genässtes Filter und prüftmit Ferrocyankaliumlösung.
Anwendung. Das Schweinefett ist die Grundlage der allermeisten Salbenund Pomaden und ein Vehikel für viele Arzneistoffe zum äusserliclien Gebrauch,auch wird es zur Bereitung des Bleipflasters gebraucht. Wird es zu denSalben mit ranziden oder leicht ranzig werdenden Körpern, wie weissemWachs, Schöpsentalg, gemischt, so ist es um so mehr zur Rancidität geneigt.Für sich äusserlich angewendet ersetzt es das Oliven- oder Mandelöl.
Die festeren Thierfette vergleiche unter Sebum, die flüssigen unterAsellus, die der Fische und anderer kaltblütiger Thiere ebenfalls unterAsellus.
Fett verschiedener warmblütiger Thiere. Von dem gemeinen Manne,besonders von Landleuten werden in den Apotheken Fette von verschiedenenThieren gefordert, welchen man verschiedene Heilkräfte zuschreibt. Diese ver-schiedenen Fette sind ein Erbtheil aus den Pharmakopoen vor hundert Jahren.