ZINKEISEN. — ZINN.
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„Compendium der Balneotherapie 11 (Leipzig 1875) — ,, Der Mutter Beruf,seine Forderungen für das körperliche Wohl der Frauen und die erste Pflegedes Kindes" (Wismar 1881). Winter.
Zinn, Johann Gottfried Z., geb. 4. Dec. 1727 zu Ansbach (Mittel-franken), studirte in seiner Vaterstadt, dann in Göttingen, wo er besonders sichan A. v. Haller anschloss, zu dessen ausgezeichnetsten Schülern er zu zählen ist.Er promovirte unter Haller in Göttingen 1749 („Diss. inaug. exhibens experi-menta circa corpus callosum, cerebellum et duram meningem in vivis animalibusinstituta, 4."), ging dann auf einige Jahre nach Berlin, wo er besonders botan.und anat. Studien trieb. 1753 wurde er nach Göttingen als a. o. Prof. der Med.und Director des botan. Gartens berufen. Er starb dort, noch vor vollendetem32. Lebensjahre, 6. April 1759. Z. hat seinen Namen für alle Zeiten unsterblichgemacht durch sein Werk: „Descriptio anatomica oculi humani iconibus illu-strata" (Göttingen 1755, 4; „Nunc altera vice edita, et necessario supplemento,novisque tabulis aucta ab H enr. Au g u st o W risbe r g. Ib. 1780, 4.), welchesunstreitig zu den classischen Werken der med. Literatur gehört. Die Grundlagezu diesem Werke legte er während seines Berliner Aufenthaltes an dem dort ihmzu Gebote stehenden reichen Leichenmaterial. Nach ihm sind benannt die ZonulaZinmi und das Ligamentum Zinnii. Jedoch ist er nicht der Entdecker der ersterenBildung; er giebt nur eine von den früheren abweichende Beschreibung und bedientsich des Namens: „Zonula s. membranula". Sehr eingehend beschäftigt er sichunter Anderem mit den Gefässen und Nerven der Orbita und des Bulbus, erbeschreibt ferner die stärkere Linsenkrümmung bei Kindern, giebt wohl als derErste eine nahezu richtige Darstellung der Form des Bulbus und des Corpusciliare. Er schrieb ferner: „Progr. de ligamentis ciliaribus" (Gotting. 1753, 4.) —„Observationes quaedam botanicae et anatomicae de vasis subtilioribus oculi etCochleae auris internae ad illustr. Wer Ihofium" (Ib. 1753)— „Descriptio plan-tarum horti et agri Goettingensis" (Ib. 1757) — „ De l'enveloppe des nerfs 11 (Mein,de l'Acad. de Berlin 1753). Ausserdem eine Reihe anat. und botan. Abhandlungen im„Hamburgischen Magazin", den „Göttinger gelehrten Anzeigen", den „Hannover-schen Sammlungen" und in der „Britischen Bibliothek". Ihm zu Ehren belegteLinne eine Gattung der grossen Compositenfamilie mit dem Namen „Zinnia".
Göttinger gelehrte Anzeigen. 1759, pag. 134. — Puetter, I, pag. GO; II, pag. 44. —Boerner, III, pag. 578, 805. — Baldinger, pag. 190. — Biogr. m&l. VII, pag. 530. —Dict. hist. IV, pag. 435. ' Waldeyer.
* Zinn, Friedrich Karl August Z., zu Eberswalde, Prov. Branden-burg, geb. 20. Aug. 1825 zu Ilbesheim, Pfalz, Bayern, studirte in Zürich alsSchüler K. E. Hasse's und C. Ludwig's , promovirte dort 1853 mit der Diss.„Ueber Prädispositiun zu Hernien" , war von 1853—56 Assistenzarzt an derIrrenanstalt und dem Spital in Zürich, von 1856—64 prakt. Arzt in Thalweil beiZürich, von 1864—72 Director der St. Gallischen Irrenanstalt St. Pirminsberg,ist seit 1872 Director und Chefarzt der Brandenbtirgischen Land-Irrenanstalt zuEberswalde. Er war 1872—84 Mitglied des Vorstandes des Vereins der deutschenIrrenärzte, ist seit 1880 a. o. Mitglied des kaiserl. Reichs-Gesundheits-Amts, seit1882 Landes-Medicinal-Referent für die Prov. Brandenburg, in welcher Eigenschaftihm u. A. die ärztl. Oberaufsicht über die Irren-, Taubstummen-, Landarmen- undCorrections-Anstalten der Provinz obliegt. Er verdankt seine Ausbildung in derPsychiatrie Bach, Roller und Griesinger und dem Besuche der grösseren Irren-anstalten und Spitäler der Schweiz, Deutschlands, Belgiens und Hollands. Er hatverfasst: „Die öffentliche Irrenpflege im Ganton Zürich und die Notwendig-keit ihrer Reform" (1853) — „Commentar zum Nahrungsmittelgesetz" (1879)und ausserdem Vorträge: „ Ueber die Cholera-Epidemie im alten Spital inZürich ''(1856) — „Ueber die Masernepidemie in Thalweil 1 ' (1858) — „Ueber