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ZEISSL. — ZELLEE.
lehre in der Syphilis, der er fast allgemeine Anerkennung verschaffte, sich einenbedeutenden Namen zu machen. Sein Lehrbuch: „Gompendium der Patholog.und Ther. der prirnär-syphilit. und einfach vener. Krankhh." (2. Aufl. Wien 1850)war eines der am weitesten verbreiteten seines Faches — „Lehrb. der constit.Syphilis für Aerzte und Hörer der Med." (Erlangen 1864) — „Lehrb. derSyphilis und den mit dieser verwandt, örtl. vener. Krankhh." (2. Bde., 3. Aufl.Stuttg. 1875, m. Holzschn. und 29 ehromolith. Taff.) — „Grundriss der Pathol.und Ther. der Syphil. u. s. w." (Ib. 1876). Die beiden letzteren Werke erschienenauch russ., italien., engl., holländ. und ungarisch. Er hatte ausserdem geschrieben :„Harnconcretionen nach Heller s Vorlesungen. Handschriftl. mitgetheilt vondem Herausgeber" (Wien 1845, m. 1 Taf.) und hatte übersetzt: Davasse , „DasGlycerin und seine therapeut. Anwendbarkeit" (Wien 1860) u. s. w. — Mit einemanspruchslosen Wesen vereinigte er einen ungewöhnl. Verstand und ein geistvollesUrtheil und wusste er tiefen Sinn mit trefflichem Humor zu verbinden. Seinhumaner Charakter führte ihn dazu, 1847 den med. Unterstützungs - Verein zubegründen, durch den er sich um viele arme studir. Mediciner ein sehr grossesVerdienst erwarb. Seine wissenschaftl. und humanitär. Leistungen wurden durchVerleihung des Reg.-Raths-Titels und Erhebung in den Adelstand anerkannt. Seineletzten Lebensjahre waren sehr traurig; er erlag einem unheilbaren Siechthum23. Sept. 1884.
Wiener med. Wochenschr. 1884, pag. 1172. — Anzeiger der k. k. Gesellsch. derAerzte in Wien. 1885, Nr. 24, pag. 157. (j
Zeitmanil, Benjamin Z., zu Frankfurt a. M., geb. daselbst 8. Jan. 1770,studirte von 1787 in Jena, wurde daselbst 1790 Doctor mit der Diss.: „De
signis et curatione polyporum uteri" (deutsch in Weiz's Taschenb. für teutscheWundärzte, 1790), wurde in demselben Jahre Arzt in Frankfurt, war seit 1802daselbst Hessen-Cassel'scher Hofrath, seit 1808 Physic. extraord. und starb amTyphus 26. April 1808. Er schrieb weiter: „Ausrottung eines Mutterpolypen"(Weiz's Jahrb., 1790 — „Starke Schiefläge des Kopfes nach der rechten Seite,mit vorlieg. Nabelstrange und Ellenbogen, als Indication zur Wendung, dochaber durch den Hebel in einer richtigen Kopflage geboren" (Staek's Archivfür die Geburtsh., 1792) —- „Beob. einer Unthätigk. der Gebärmutter nach einersehr schnellen Geburt" (Ib. 1793) — „Beob. eines wicht. Geburtsfalles mitvorlieg. Nachgeburt" (Ib. 1794).
Elwert, pag. 681. — Stricker, pag. 349. Gr.
Zeller, Johann Gottfried Z., zu Tübingen, geb. 5. Jan. 1656 inWürttemberg, studirte in Tübingen, besuchte darauf Frankreich, Holland undeinen Theil von Deutschland, wurde 1684 in Tübingen Dr. med., begleitete zweiJahre später den Fürsten von Oettingen als Arzt auf Reisen und wurde beiseiner Rückkehr 1686 zum Prof. e. o. in Tübingen ernannt. Von seinen sämmt-1 ich in latein. Sprache verfassten Schriften führen wir an: „Diss. de vasorumlymphaticorum administratione et phaenomenis secundum et praeter naturam"(Tübing. 1687, 4.) — „Diss. de vita humana ex funiculo pendente" (Ib. 1792, 4.);ferner die folgende, die hydrostat. Lungenprobe betreffende „Diss. quod pulmonuminfantis in aqua subsidentia infanticidas non absolvat, nec a tortura liberat,nee reypirationem foetus in utero tollat" (Ib. 1691, 4.) — „Diss. de morbisex struetura glandularum praeternaturali natis" (Ib. I, 1694; II, 1694, 4.) —„Quadriga thesium medicarum ad duetum aphor. Hippoer., sect. I" (Ib. 1695) etc.,darunter auch einige Schriften über Wiirttemb. Mineralquellen (Teinach, Wildbad,Zell). Sein Ruf war ein so bedeutender, dass er von mehreren Höfen den Med.-Raths-Titel erhielt und selbst nach Wien zur Entbindung der Kaiserin berufenwurde. Er starb 7. April 1734.
Biogr. med. VII, pag. 524. — Dict. hist. IV, pag. 430. G.