"WERBER. — WERNECK.
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„Lehrbuch der spec. Heilmittellehre" (2 Bde., Erlang. 1853—59; 1868) erlebtewie man sieht, mehrere Auflagen. 1872 Hess er sich wegen geschwächter Gesund-heit pensioniren und starb 18. Febr. 1873. — W. war ein äusserst begabter Mann,der, wenn er die exacte Methode sich ganz zu eigen gemacht gehabt hätte, fürsein Fach Vorzügliches zu leisten im Stande gewesen wäre. Er hat sich aufden verschiedensten Feldern des Wissens versucht und sich dabei überall alsdenkender Forscher gezeigt.
Anton Werber, der Sohn, geb. 22. Nov. 1840 zu Freiburg, studirtedaselbst und in Würzburg und habilitirte sich bei erstgenannter Universität als Privat-docent für die von seinem Vater vertretenen Fächer der Pharmakol. und Toxikol.und hatte, ausser einer Reihe von Journal-Artikeln, ein „Lehrb. der prakt. Toxi-kologie" (Erlangen 1868; in's Holländ. übers.) herausgegeben. Er wurde zumProf. e. o. ernannt und sollte, beim Rücktritt seines Vaters, auf den Vorschlagder Facultät, Dessen Nachfolger im Amte werden, als er, erst 32 Jahre alt,9. März 1872, unerwartet vom Tode betroffen wurde. Die gegründete Erwartung,dass er auch fernerhin noch Tüchtiges schaffen werde, wurde damit vereitelt.
Jae g er, pag. 156. — Rud. Mai er bei v. Weecl, II, pag. 451. 52. — C allisen,XXI, pag. 41; XXXIII, pag. 272. Gr.
Werlliof. Paul Gottfried W., hochangesehener Praktiker der 1. Hälftedes vorigen Jahrh., geb. 24. März 1699 in Helmstädt, studirte daselbst unterMeibom und Heister , von denen Ersterer sein naher Verwandter war, liess sich nachbeendigten Studien 1721 in Peine bei Hildesheim nieder, wo er 4 Jahre langprakticirte, promovirte inzwischen 1723 im Helmstädt mit der Diss. „De medicinasectae methodicae veteris ejusque itsu et abitsu", siedelte 1725 nach Hannoverüber und erlangte hier durch seine tüchtigen ärztlichen Leistungen und seinegrosse Gelehrsamkeit bald einen so bedeutenden Ruf, dass er eine ausserordentlichgrosse Zahl von Clienten, namentlich in den höchsten Gesellschaftskreisen, erwarbund 1740 zum kgl. Leibarzte ernannt wurde. Einen vorher schon an ihn ergangenenRuf als Prof. der Med. nach seiner Vaterstadt lehnte er ab, verblieb vielmehr inHannover, gleich hochgeehrt als Mensch wie als Arzt, bis zu seinem 26. Juli1767 erfolgten Tode. — W. war ein sehr gelehrter Arzt, vortrefflicher Beobachterund ein, namentlich auch in Stilist. Beziehung glänzender Schriftsteller. Bekannt-lieh nimmt er auch unter den zahlreichen deutschen Dichtern des 18. Jahrh. einenicht geringe Stelle ein. In der Med. ist sein Name populär durch die ersteSchilderung des bekannten, nach ihm seinen Namen führenden Symptomencomplexes,des „Morbus maculosus Werlhofii". Sein literar. Nachlass ist sehr bedeutend.Von den eigentlich med. Schriften, deren vollständiges Verzeichniss das Dict. bist,giebt, verdienen hervorgehoben zu werden das Epochemachende Werk über dieWechselfieber, betitelt: „Observationes de febribus, praecipue intermittentibus etex harum genere continuis etc." (Hannover 1732; 1745; Venedig 1757; 1764;deutsch Kopenhagen 1785), die besonders in histor. Beziehung bemerkenswertheSchrift über die Blattern: „Disquisitio medica et philosophica de variolis etanthracibus, ubi de utriusque affectus antiquitatibus, signis, differentiis, medelisdisserit etc." (Hannover 1735), ferner: „Cautiones medicae de limitandis lau-dibus et vitaperiis morborum et remediorum" (Ib. 1734) u. v. A., namentlichkleinere Aufsätze im Commerc. litterar. Norimb. und anderen Zeitschriften. EineGesammtausgabe seiner med. Schriften veranstaltete Wichmann in 3 Theilen:Hannover 1775—76. Uebrigens war W. einer der einflussreichsten Protectorender Göttinger Universität und ein Freund Haller's.
Boerner, I, pag. 284. — Biogr. med. VII, pag. 493. — Dict. hist. IV, pag. 396. —Rohlfs, Die deutschen med. Classiker. 1875, 1. Abth. Pagel
Werneck, Wilhelm W., österr. Militärarzt, hatte zu Braunau im Inn-viertel eine Privat-Augenheilanstalt, war später in Salzburg und starb 1843. Er hatsich in mehrfacher Beziehung Verdienste um die Ophthalmologie erworben, indem