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VESLING. — VEST.
Landes seine Aufmerksamkeit zuwendete. 1628 nach Venedig zurückgekehrt,eröffnete er Privat Vorlesungen über Anat. und Botan., welche so beliebt waren, dassdie Zöglinge aller übrigen gelehrten Anstalten der Stadt zu ihm eilten und sogardie deutschen Studenten von Padua nach Venedig kamen, um ihn zu hören. 1632folgte er einem Rufe als Prof. der Anat., Chir. und Botanik nach Padua und lashier unter so gewaltigem Andränge von Zuhörern, dass einmal sogar das Auditoriumzusammenbrach. 1638 gab er die Chir. ab und behielt nur die beiden anderenFächer. 1648 erhielt er die Erlaubniss zu einer abermaligen botan. Exeursionnach dem Orient, doch starb er in Folge der Strapazen, welche er auf dieserReise durchzumachen hatte, schon 30. Aug. 1649. Von seinen Schriften verdientErwähnung ein tüchtiges Handb. der Anat., betitelt: „Syntagma anatomicum,publicis dissectionibus in auditorum usum aptatum" (Padua 1641; 1647; 1651 ;1677 ; Frankf. 1641; Amsterd. 1649; 1659; 1666; Utrecht 1696; holländ. Leyd.1652; engl. London 1653; deutsch Nürnberg 1676; 1688). Ferner schrieb V.:„De ■pullitione Aegyptiorum et aliae observationes anatomicae et epistolaemedicae posthumae" (Kopenhagen 1664; Haag 1740) und einige speciell botan.Abhandlungen.
Biogr. med. VII, pag. 422. — Dict. liist. IV, pag. 328. — Biogr. nuiv. XL1II, pag. 255.
Pag.el.
Vespa, Joseph Freiherr von V., geb. zu Pianca Stagniajo, Prov. Siena,6. Jan. 1727, studirte in Siena Philos. und Theol., in Florenz aber Chir. im Hosp.Santa Maria Nuova unter Ant. Cocchi, Ant. Benevoli, Ant. Berti.vi , wurde mitmehreren Anderen, auf Veranlassung des Kaisers Franzi. (Stephan) 1756 zuweiterer Ausbildung in der Geburtsh. zu Levret nach Paris geschickt, blieb alsSchüler und Freund Desselben 4 Jahre daselbst und vertrat Jenen auch gelegent-lich in seinen Vorlesungen. 1760 nach Florenz zurückgekehrt, erhielt er den ebenerrichteten Lehrstuhl der Geburtsh. und verfasste bald darauf die einzige von ihm
bekannte Schrift: „ Dell' arte ostetricia, trattato diviso in tre parti, preceduti
da vari ragionamentv' (Florenz 1761). Er wurde später Prof. der Geburtsh. an derUniversität zu Pisa, durfte aber seine Vorlesungen in Florenz halten und leisteteseine ärztl. Hilfe bei den Geburten sämmtlicher Kinder des Kaisers Leopold II.,des Grossherzogs Ferdinand von Toscana und des Kaisers Franz II. ImJ. 1793 wurde er in den erbländ. Adel-, 1802 aber in den Freiherrnstand erhobenund starb in hohem Alter, als der älteste Leibarzt, zu Wien, 22. Jan. 1804.
v. Wurzbach, L, pag. 189. G.
Vest, Lorenz Chrysanth Edler von V., Vater und Sohn. — DerErstere, geb . 21. Oet. 1720 zu Lienz in Tirol, als Sohn des Apothekers Johann V.,studirte die Rechte, Theol. und dann Med., ging 1742 nach Rom, wo er imHosp. S. Spirito weitere Erfahrungen sammelte und wurde bereits 1746 zum Land-schafts - Physicus in Klagenfurt ernannt. Es traf Dies in die Zeit, in welcher vanSwieten seine Reform des österr. Sanitätswesens begonnen hatte und nahm V.für Kärnten an derselben wesentl. Antheil, besonders nachdem er 1773 zumProtomedicus des Landes und Sanitätsreferenten bei der Landesstelle ernannt wordenwar. Er machte sich auch um die Verbesserung der Salubritätsverhältnisse vonKlagenfurt selbst verdient, indem er die Trockenlegung der umgebenden sumpfigenLändereien betrieb, auch die Verlegung eines Friedhofes veranlasste u. s. w. Erübernahm ferner aus eigenem Antriebe und unter vielen Schwierigkeiten denUnterricht in der Anat. und Chir. für Chirurgen, war bei den das Land treffendenEpidemieen ausserordentlich thätig, leistete der 1768 von Hirneis und Ingenhouszin Kärnten eingeführten Pocken-Inoculation allen Vorschub und stand mit ver-schiedenen Celebritäten seiner Zeit, besonders van Swieten und Boerhaave , imBriefwechsel. Ausser einer theol. Schrift: „De matrimonii vinculo" (1785), inwelcher er aus den Kirchenvätern und aus med. Gründen für die Trennbarkeitder Ehe eintrat, scheint er als Schriftsteller nicht aufgetreten zu sein. Nachdem