VEST. — VESTI.
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er 1787 wegen seiner Verdienste in den österr. Adelstand erhoben worden, starber 16. Jan. 1789.
v. Wurzbach, L, pag. 213. G.
Lorenz Chrysanth Edler von V e s t, der Sohn, zu Graz, geb.18. Nov. 1776 zu Klagenfurt, studirte von 1793 an in Klagenfurt Philos. undNaturwissensch. und von 1795 an Med. in Wien, von 1797 an zu Freiburg imBreisgau, wo er 1798 die Doctorwürde erlangte. Weil er sich in Freiburg unter-fangen hatte, ein „Freiheitslied" zu dichten, wurde er nach seiner Rückkehr nachWien verhaftet und verurtlieilt, lebenslänglich als gemeiner Soldat zu dienen. Erwurde auch wirklich' eingestellt; jedoch gelang es seinen Freunden, durchzusetzen,dass er in den folgenden Jahren im Spitale als Arzt beschäftigt wurde und 1800,beim Kaiser Franz seine Freilassung zu erwirken. In demselben Jahre liess ersich als Arzt in Klagenfurt nieder und erhielt durch Concurs 1804 die Professurder theoret. und prakt. Med. an der med.-ehir. Lehranstalt des dortigen Lyceums,war gleichzeitig Primararzt im Krankenhause, zeitweise auch Armenarzt und wirktewährend der feindl. Invasionen von 1805 und 1809 mit Eifer in den Militär-spitälern, in denen bereits mehrere Aerzte dem Typhus erlegen waren. 1812siedelte er nach Graz über, indem er die Lehrkanzeln der Botanik und Chemieam Johanneum übernahm und wurde 1829 zum k. k. Gubernialrath, Landes-Protomedicus und Sanitätsreferenten bei dem Gubernium in Steiermark und zumDirector der med.-chir. Studien ernannt, in welchem Amte er, ebenso wie in seinemLehramte, sich grosse Verdienste erwarb. Abgesehen von seinen hier nicht näherzu erörternden Bestrebungen und Erfolgen auf den Gebieten der Botanik (zudenen auch seine Verdienste um den Weinbau in Steiermark gehören), der Chemieund Mineralogie, sind seine über eine Anzahl steierischer Mineralwässer angestelltenUntersuchungen, seine ßegulirung des Apothekerwesens, seine Normal Vorschriftenbei Epidemieen (1830), die Errichtung einer Taubstummen - Lehranstalt, seineBemühungen um die Versorgungsanstalten, das Findlingswesen, die Kuhpoeken-impfung, seine Massregeln bei den Cholera-Epidemieen von 1831, 36, seine Fried-hofsordnung für die Stadt Graz (1832), seine Sorge für die Verbesserung desHebeammenwesens und vieles Andere als verdienstliche Leistungen anzuführen.An literar. Arbeiten liegen namentlich solche aus der Botanik, darunter ein latein.(1808) und ein deutsches Handbuch (1819) (eine neue Gattung der Solaneen wurdevon Willdkn'OW „Vestia" genannt) vor; an med. Aufsätzen erwähnen wir vonihm : „Beitrag zur Kenntniss der Ursachen des Gretinismus" (Carinthia 1812) —„Ueber die Augenentzündung der Neugeborenen" (Ib. 1817) — „Ueber dieArsenikprobe; ein Beitrag zur gerichtl. Heilkunde" (Oesterr. med. Jahrbb., 1818)— „TJeber die Wittmanrische Klappe des Trommelfelles (nebst Folge-schlüssen für die perforatio tympani" (Ib. 1819) — „ Knochen von verschied.Gestalt, die in grosser Menge mit dem Stuhlgange entleert wurden" (Ib. 1821) —„ Ueber den verheerenden Durchfall in den Militärspitälern, besond. in Kriegs-zeiten" (Abhandl. v. Oesterr. Aerzten, 1819) — „Einige Bemerkk. über denTyphus und die Behandl. desselben mit kalten Umschlägen auf den Kopf"(Ib.) — „Eine Bemerkung über das kühle Verhalten im Scharlach " (Oesterr.med. Jahrbb,, 1833) — „Die sämmtl. Wohlthätigkeitsanstalten in Graz 1833"(Ib.) — „Notiz über den Körper, welcher höchst wahrscheinlich den Kropfund den Gretinismus erzeugt" (Steiermark. Zeitschr., 1830); ausserdem thierärztl.,meteorolog. u. a. Abhandl. Allgemein hochgeehrt starb er 15. Dec. 1840.
v. Wurzbach, L, pag. 215. — Callisen, XX, pag. 109; XXXIII, pag. 148.
G.
Vesti, Justus V., geb. zu Hildesheim 13. Mai 1651, studirte in Jenaund Erfurt, promovirte an letztgenannter Universität 1675, liess sich 1777 inseiner Vaterstadt nieder, wo er bis 1681 als Arzt erfolgreich wirkte, um daraufeinem Rufe als Prof. der Botanik an die Universität zu Erfurt zu folgen. 1682
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