590
PLENCIZ. — PLENCK.
Joseph von Plenciz, der Sohn, geb. 1751 oder 52 zu Wien, erlangte1773 daselbst die Doetorwürde, wurde 1774 in die med. Facultät aufgenommen,1778 zum Prof. der prakt. Med. an der Prager Hochschule ernannt, woselbst erauch klinischen Unterricht im Spitale der Barmherzigen Brüder und in anderenInstituten ertheilte. Er starb, erst 33 Jahre alt, 26. April 1785, an den Folgeneiner Ansteckung, die er sich in seinem Beruf zugezogen. Noch als Assistentde Haen's in Wien hatte er geschrieben : „Observationum medicarum decas I"(Wien 1778), später als Prof. in Prag: „Acta et observata medica" (Prag 1780).Als Arzt genoss er einen ausgezeichneten Ruf ; er war ein würdiger Schüler Stoll's,ein Verehrer und Nacheiferer desselben.
Biogr. med. VT, pag 443. — Diet. hist. III, pag. 732. — v. Wurzbach, XXII,pag. 419. G.
Plenck, Joseph Jakob von P., zu Wien, geb. daselbst 28. Nov. 1738(nach Anderen bereits 1732), studirte und erlangte die Doctorwtirde daselbst underhielt 1770, nachdem er einige Zeit über Anat., Chir., Geburtshilfe an der Uni-versität zu Basel Vorträge gehalten hatte, das Lehramt der genannten Fächer ander Universität zu Tyrnau, später zu Ofen, wo er bis 1783 blieb. Er hatte bisdahin bereits zahlreiche Schriften , namentlich eine Menge von Lehrbüchern überfast alle Zweige der Medicin verfasst, die , wenn sie auch, wie wiederholte Auf-lagen und Uebersetzungen beweisen, zu ihrer Zeit Beifall fanden, doch unmöglichauf eingehender eigener Forschung beruhen konnten, daher im Ganzen ziemlichmittelmässig sind; wir führen davon an: „Methodus nova et facilis argentumvivum aegris venerea labe infectis exhibendi etc." (Wien 1766; 4. ed. 1777;deutsch 4. Aufl. Wien 1778) — „Novum systema tumorum, quo hi morbi in suagenera et species rediguntur. Pars I" (Wien 1767 ; deutsch von C. G. Kumpelt,Dresden 1769 ; 2. Aufl. 1776) — „Anfangsgründe der Geburtshilfe" (Strassburg1769; Wien 1774; 6. Aufl. 1803) — „Sammlung von Beobb. über einige Gegen-stände der Wundarzneikunst" (2 Bde., Wien 1769,70; neue Aufl. 1778) —„Materia chirurgica, oder Lehre von den Wirkungen u.s.w." (Wien 1771;neue Aufl. 1780) — „ Lehrsätze der prakt. Wundarzneiwissenschaft u. s. w."(2 Bde., Wien 1774, 76 ; 3. Aufl. 1799) — „Pharmacia chirurgica, sive doctrina etc."(Wien 1775; 3. ed. 1786; 1791; deutsch Wien 1790; auch übers, von J. P. G.Pflüg , Kopenh. 1776 ; 3. Aufl. 1786) — „Selectus materiae chirurgicae" (Wien1775; deutsch Ib. 1775) — „Primae lineae anatomes in usum praelectionum"(Ib. 1775; 4. ed. 1795; deutsch von F. X. v. Wasserberg) — „Compendiuminstitutionum chirurgica rum" (2 voll., Wien 1776; 2. ed. 1780; 1797; deutsch3 Thle. 1777 ; 5. Aufl. 1801 ; 7. Aufl. 1822) — „Doctrina de morbis cutaneis,qua hi morbi in suas classes, genera et species rediguntur" (Ib. 1776; 2. ed.1783 ; deutsch von F. X. v. Wasserberg, 1777) — „Doctrina de morbis dentiumac gingivarum" (Ib. 1778; deutseh von Demselben, 1778) — „Doctrina de morbisvenereis" (Ib. 1779; 1787; deutsch von Demselben, 3. Aufl. 1793) — „ Ele-menta medicinae et chirurgiae forensis" (Ib. 1781; 2. ed. 1786; deutsch vonDemselben, 1782; 4. Aufl. 1802) — „Elementa artis obstetriciae" (Ib. 1782) —„Doctrina de morbis oculorum" (Ib. 1777 ; 1783 ; deutsch von Demselben, 1788) —„Anfangsgründe der Chir. für die angehenden Wundärzte im Königr. Ungarn"(Pest 1783). Im Jahre 1783 wurde er zum Prof. der Chemie und Botanik ander med.-chir. Josephs-Akademie in Wien, in der Folge zum Director der Feld-apotheke, Feldstabschirurgen, königl. Rath und Secretär der Josephs-Akademieernannt. Seine nun folgenden Schriften gehören fast ausschliesslich den genanntenWissenschaften an; wir führen von denselben an: „Bromatologia sive doctrina deesculentis et potulentis" (Wien 1784; deutsch 1785) — „Toxicologia sive doctrinade venenis et antidotis" (Ib. 1785; 1801; deutsch 1785) — „Icones plantarummedicinalium, etc." (8 voll., 1788—1818), die „ohne Werth" sein sollen —„Hygrologia corporis humani, si.ee doctrina chemico-physiol. de humoribus incorpore humano contentis" (Ib. 1794 ; deutsch 1795 ; auch übers, von W. Davidson,