PIT ARD. — PITCAIRN.
579
begründet, das jedoch erst im J. 1311 auf Veranlassung P.'s, der bei dem HerrscherFrankreichs in hoher Gunst stand, eine feste Gliederung gewonnen und unter denSchutz des heiligen Cosmas gestellt, die obige Bezeichnung erhalten hat. Ueberdie Lebensverhältnisse von P. ist nichts Weiteres bekannt; da er noch im J. 1311gelebt hat und ein Alter von 87 Jahren erreicht haben soll, muss er im Anfangedes 13. Jahrhunderts geboren sein. A. H.
Pitcairne, Archibald P., geb. 1652 in Edinburg (Schotland), studirtein seinem Geburtsorte Theologie und Jurisprudenz. Um seiner schwachen Gesund-heit willen ging er jedoch nach Montpellier, wo er anfing Medicin zu studiren,und später nach Paris, um Duverney zu hören. Er scheint in Edinburg zumDr. med. promovirt zu sein und war da praktisch wirksam, als er 1691 alsStellvertreter von L. Schacht nach Leyden berufen wurde, als Prof. der prakt.Med., welches Amt er 1692 antrat mit einer „Oratio qua ostenditur, medicinaraab omni philosophorum secta esse liberam". Schon im folgenden Jahre verliesser Leyden wieder, ohne seine Entlassung zu nehmen, jedoch wahrscheinlich auspolitischen Ursachen, da er ein eifriger Anhänger des Königs Jacob II. vonEngland war, um nach Edinburg zurückzukehren, wo er auch als Prof. der Med.fungirt hatte und 1713 starb. P. war ein sehr selbständiger eloquenter Gelehrter,kräftiger Beförderer der iatro-mathematischen Lehre und bestritt deshalb diechemiatrischen Theorien von Sylvius und auch die phil. Lehre des Cartesiüsin seiner: „Diss, de circulatione sanguinis per vasa minima" (Leyden 1693)und: „Diss, quo cibi in ventrículo rediguntur ad formam sanguini reficiendoidoneam " (Ib. 1693). Ausserdem publicirte er hauptsächlich: „Diss, medicae"(Rotterdam 1701 ; 1714 ; Edinburg 1713), worin er, ausser den zwei genannten, u. A.eine: „Diss, de causis diversae molis qua fluit sanguis per pulmonem in natiset non natis" und : „Diss, de circulatione sanguinis in genitis et non genitis",alle in Leyden bearbeitet, aufgenommen hat — „Solutio problematis de invento-ribus" , worin er Harvey's grosse Verdienste hervorhebt, — „Diss, de fluxumenstruo " (Edinburg 1713) — „ Elementa medicinae physico-medica" (London1717), von P. bei seinem Unterricht in Leyden vorgelesen, und durch einenseiner Schüler veröffentlicht. Seine „Opera omnia " (Haag 1722; Leyden 1737)scheinen nur in Holland herausgekommen zu sein.
Portal, IV. — Haller, Bibl. med. pract., IV. — G. C. B. Snringar.
C. E Daniels.
Pitcairn, Will i am P., zu London, der Familie des Vorigen entstammend,war 1711 zu Depart, Fifeshire, geb., studirte 1734 in Leyden unter Boerhaave,promovirte in Reims, erhielt 1749 auch in Oxford den Doetorgrad, wurde 1750Fellow des Coll. of Phys., hielt 1752 die Gulstonian Lectures, war Censor, Elect,Consiliarius und 10 Jahre lang (1775—85) Präsident desselben. Von 1750—80war er auch Physic, des St. Barthol. Hop., ebenso war er Physic, des Christ'sHosp. und Fellow der Royal Soc. Er besass einen ausgedehnten und werthvollenbotan. Garten in der Vorstadt Islington, wo er 25. Nov. 1791 starb. Obgleicher nichts publicirt hat, ist von ihm bekannt, dass er ein hervorragender undglücklicher Arzt war, der namentlich vom Opium einen ausgedehnteren Gebrauchmachte, als man zu jener Zeit zu thun pflegte.
Mnnk f II, pag. 172. G-.
Pitcairn, David P., als Neffe des Vorigen 1. Mai 1749 in Fifeshire geb.,studirte in Edinburg und Cambridge, wo er 1784 Dr. med. wurde, nachdem ersich schon 1779 in London niedergelassen und 1780 zum Physic, im Barthol.Hosp. erwählt worden war. Im College of Physic, wurde er 1785 Fellow, warCensor, Gulstonian Lecturer und Harveian Orator 1786, 1806 Elect und war einsehr gesuchter und wohlthätiger Arzt. Wegen eines Brustleidens ging er 1798nach Lissabon, blieb daselbst l 1 / 2 Jahre und übernahm dann wieder, wenn auchselbst in schwacher Gesundheit, seine Praxis. Obgleich er niemals etwas publicirt
37*