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4 (1886) Lindsley - Revillon
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PINCOFFS. PINEL.

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wo er zusammen mit der berühmten Florence Nightingale wirkte. Bei dieserGelegenheit wurde er der Gründer derMed. Gesellschaft" in Constantinopel, derersten wissenschaftl. Gesellschaft daselbst, welche noch alskaiserl. ärztl. Gesellsch."existirt. 1856 nahm P. Dienste in einem französ. Militärspital, befürwortete indemselben Jahre in einem an den Herzog von Cambridge gerichteten offenenBriefe die Gründung eines Sanatoriums in Bath und schrieb, 1857 nach Dresdenzurückgekehrt : The experiences of a civilian in eastern military hospitals "als Ergebnisse seiner Erfahrungen in Scutari. 1858 machte er zur Erforschungder Mineralquellen einen Ausflug nach Kleinasien, 1860 ging er im Anschluss auLord Dufferin's Mission nach Beirut, errichtete dort einVaccinations-Bureau",wodurch er eine Blattern-Epidemie wirksam bekämpfte, siedelte 1861 nach Neapelüber, musste aber in Folge seines Herzleidens wieder das kühlere Klima Deutsch-lands aufsuchen und starb zu München 17. Juli 1872.

Deutsche Klinik. 1872. pag. 384. Jahresber der Gesellsch. für Nat.- u. Heilk.in Dresden. 1873, pag. 142. Callisen, XXXI, pag. 237. Pagel

Pineau, Severin P. (Pinaeus ) , geb. in Chartres um die Mitte des16. Jahrh., studirte in Paris und Hess sich daselbst nieder. Als Schwiegersohnvon Philippe Colot erfuhr er das Geheimniss desmagnus apparatus" und wardnun ein bedeutender Lithotomist. Er erlangte eine ansehnliche chir. Praxis undstarb als Decan des Collège de chir., sowie als Prof. der Anat. und Chir. inParis, 29. Nov. 1619. P. war auch ein tüchtiger Anatom. Unter seinen Schriftenist die merkwürdigste die über die anatom. Zeichen der Jungfrauschaft, betitelt:Opusc. physiologicum, anatomicum . , . tractans analytice primo notas inte-gritatis et corruptionis virginum, etc." (Paris 1598; Frankf. 1599; 1650; Leyd.1610; 1639; 1641; 1660; Amsterd. 1663). Ferner schrieb er noch:Discourstouchant l'invention et V extraction du calcul de la vessie" (Paris 1610).

Biogr. méd. VI, pag. 418. Diet. hist. III, pag. 717. Pgl.

Pinel, Philippe P., der berühmte Psychiater, als Sohn eines armenDorfarztes in Saint Paul bei Lavaur (Tarn) 11. April 1755 geb., war Anfangs fürdie theolog. Laufbahn bestimmt und ging erst im 30. Lebensjahre zur Med. über.Er studirte in Toulouse, Montpellier und Paris, an letzterem Orte seinen Lebens-unterhalt durch Unterrichtertheilen in Geometrie und Mitwirkung bei der französ.Uebersetzung der Philosophical Transact, bestreitend. Schon während dieser Zeitveröffentlichte er so bedeutende Arbeiten über die Mechanik der Knocheu undGelenke, über die Bedeutung der Kieferknochen u. s. w., dass er als NebenbuhlerCuvier's sich um eine Anstellung am Jardin des plantes bewerben konnte. Ver-anlasst durch das Schicksal eines seiner Freunde, der wahnsinnig geworden undverunglückt war, beschäftigte er sich mit dem Studium der Geisteskrankheitenund erlangte darin so gründliche Kenntnisse, dass er 1792 als Arzt am Bicêtreund einige Zeit später an der Salpêtrière angestellt werden konnte. lu dieserStellung fuuetionirte er, bis er die Professur für Hygiene oder med. Polizei an derEcole de Paris erlangte, die er zuletzt mit der für interne Pathologie vertauschte.Bei der Reorganisation der med. Facultät 1822 wurde er nicht wieder angestelltund starb 26. Oct. 1826. P. 's unsterbliches Verdienst um die Psychiatrie ist es,zuerst auf eine menschlichere Behandlung der Irren gedrungen zu haben. Unterpersönlicher Gefahr ertrotzte er von einem Milgliede des Convents die Erlaubniss,die mit den Verbrechern zusammengesperrten Irren aus den Kerkern zu befreienund ärztlicher Behandlung zu überweisen. Ausser verschiedenen kleineren psychia-trischen Abhandlungen schrieb er:Traité médico-philosophique sur l'aliénationmentale ou la manie etc. 11 (Paris 1801; 1809; deutsch Wien 1801). Aber auchfür die Entwicklung der inneren Medicin ist P. von grosser Bedeutung geworden,indem er in seinem berühmten Hauptwerk:Nosographie philosophique ou laméthode de l'analyse appliquée a la médecine" (Paris 1789, 2 voll., innerhalb20 Jahren noch 5 Aufl., zuletzt 1818, 3 voll. ; deutsch Kopenhagen 17991800;