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4 (1886) Lindsley - Revillon
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petit.

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Petit, J eau-Louis P., zu Paris, der berühmteste französ. Chirurg der1. Hälfte des vorigen Jahrh. , geb. zu Paris 13. März 1674, hatte Littre , derin dem Hause seines Vaters wohnte, als ersten Lehrer der Anatomie, fertigteschon mit 12 Jahren die gewöhnlichen Vorlesuugs-Präparate an und hielt mit denEleven Repetitionen ab. Mit 16 Jahren wurde er Schüler von Castel , für das Studiumder Chirurgie, und von Mareschal , in der Charité. 1692 trat er als Chirurg indie Armee, wurde 1697 Chir. aide-major im Hosp. von Tournay, verliess jedoch1700 die Armee wieder, kam nach Paris zurück und wurde daselbst Maître enChirurgie. Er hielt darauf anat. und chir. Privatvorlesungen , die von Schülernaus allen Theilen Europas besucht wurden, machte sich weiterhin einen Namendurch eines seiner Hauptwerke :Hart de guérir les maladies des os, l'ontraite des luxations et des fractures , etc." (Paris 1705), das zwar lebhafteAngriffe, z. B. von Audry , erfuhr, auf die er indessen nur einmal antwortete, wo-gegen das Werk eine neue Auflage (Leyden 1709) erhielt, in's Deutsche über-setzt wurde (Dresden 1711) und später noch eine Reihe von Auflagen erlebteu. d. T. : Traité des maladies des os, dans lequel on a représenté les appa-reils et les machines qui conviennent a leur guérison" (2 voll., 1723; 1736;1759, mit Bemerkungen von A. Louis ; deutsch Berlin 1743). 1715 wurde erzum Mitgliede der Acad, des sc., später auch der Londoner Royal Soc. ernannt,war nacheinander Prévôt, Démonstrateur royal der chir. Schulen, kgl. Censor derchir. Bücher und wurde 1731, bei der Gründung der Acad. roy. de chirurgie,zu deren Director erwählt. Die während seines Lebens publicirten Arbeiten befindensich grösstentheils in dem Recueil des mémoires de l'Acad. des sc. (171542)und betreffen hier u. A. die von ihm construirte Beinlade, die Ruptur der Achilles-sehne, die Blutung und Blutstillung, die Thränenfistel u. s. w., theils in den Mém.de l'Acad. roy. de chir. (T. I, IV), sehr verschiedenartige Gegenstände betreffend,finden sich aber in dem Werke, an welchem er 12 Jahre lang gearbeitet hatte,und das erst nach seinem Tode erschien, dem: Traité des maladies chirurgi-cales et des opérations qui leur conviennent , ouvrage posthume, publié parDe Lesne" (3 voll., Paris 1774; 1780; 1790) zusammengefasst. P. nahm alsChirurg unter seinen Zeitgenossen den ersten Rang ein ; er wurde zu allenschwierigen Fällen zugezogen, die Könige von Polen (1726), von Spanien (1734)nahmen seine Hilfe in Anspruch ; der König von Preussen wendete sich an ihn(1744), nm ihm gute Chirurgen für seine Armee zu schicken. Seit AmbroiseParé hatte Niemand so viel für die Fortschritte der Chir. gethan, wie er. Esist ihm u. A. die Erfindung des Schrauben-Tourniquets, der zweizeitige Cirkel-schnitt bei der Amputation, eine verbesserte Behandlung der Thränenfistel, derZerreissung der Achillessehne, der Knochenbrüche, der Verrenkungen, die Trepa-nation des Proc. mast., die Herniotomie ohne Eröffnung des Bruchsackes und vielesAndere zu danken. Mit dem grössten Eifer für die Förderung seiner Wissenschaftund den umfassendsten Kenntnissen vereinigte er eine ungewöhnliche manuelleGeschicklichkeit. Dieser berühmteste Chirurg seiner Zeit starb 20. April 1760.

Biogr. med. VI, pag. 400. Diet. hist. III, pag. 699. Louis, Éloges etc. parF. Dubois, Paris 1859, pag. 1. Gurlt.

Petit, Jean-Louis P., der Sohn des Vorigen, geb. zu Paris 28. Mai1710, zeigte grosse Anlagen, wurde 1730 Maître en chir., 1732 Démonstrateurroyal und Substitut seines Vaters, erhielt 1733 den Titel als Chir. aide-majord'armée und machte die Feldzüge von 173335 mit; er starb jedoch, noch nicht28 Jahre alt, 19. Aug. 1737. Seine Arbeiten erschienen erst nach seinem Tode inden Mém. de l'Acad. roy. de chir. (I, 1741; II, 1753):Essai sur les é-panche-mens, et en particulier sur les épanchemens de sang"Suite de l'essai surles épanchemens du bas-ventre, en particulier "Les apostemes du foie" .

Diet. hist. III, pag. 702. G.

Petit, Antoine P., geb. zu Orléans 1718, widmete sich hier, sowiespäter in Paris der Chir. und Med., liess sich nach Beendigung seiner Studien in