332
NAGEL. — NA GUMO WITSCH.
Arzt und Mitdirector bei dem Altonaer Gebärhause, Vorsteher des Vaccinations-Instituts, erhielt 1840 den Titel Prof. , wurde 1841 zum Hof-, 1845 zum Leib-medicus, 1853 zum Conferenzrath ernannt. Von seinen Schriften führen wir an :
„Ueber das Entkräftungsfieber der alten Leute, u. s. w." (Altona 1829) —„Ueber das Armenwesen und die Natur alverpflegung der Armen, it. s. w."(Ebenda 1830) — „Krigsliygiene, med serdeles Hensyn paa den danske Armee, etc."(Ebenda 1830) — „Anleitung und Aufforderung zur Errichtung öffentlicherSpeiseanstalten, u. s. w." (Ebenda 1831) — „Antiquitates cholericae sive tentamendisquirendi: quatenus cholera hodierna maligna veteribus medicis cognita fuerit"(Ib. 1838). Dazu eine Anzahl von Schriften und Aufsätzen über Cholera undandere Gegenstände in Gerson's und Jülius ' Magazin (1831), Pfaff's Mittheilgg.(1832, 36) u. s. w. Er starb 1875.
A lb er ti , II, pag. 98. — E rs 1 ew, II, pag. 426 ; Supplem. II, pag. 516. — Smithund Bladt, 5. Ausg., pag. 145. — Callisen, XIII, pag. 409; XXI, pag. 5. g
Nagel, M o r i t z N., Geh. Sanitätsrath' in Berlin, geb. 12. Nov. 1808 in Erfurt,studirte in Berlin, wo er 1834 promovirte uud liess sich nach längerer wissenschaftl.Reise durch Deutschland und Frankreich daselbst als Arzt nieder, wurde Assistentin Bosch's geburtshilfl. Klinik und trat dann in nähere Beziehungen zu Juengken,dessen Privat-Assistent er eine Reihe von Jahren war*; 1855 erhielt er eine Stelleals Bezirks-Physicus uud, nach Credé's Berufung nach Leipzig, die Direction derHebeammenschule, die ihm 1858 definitiv übertragen wurde. Beide Aemter versaher bis zu seinem in der Nacht 23./24. Febr. 1871 erfolgten Tode mit grosserAnerkennung, namentlich widmete er sich der Ausbildung der Hebeammen mitgrosser Hingebung und erfreute sieh als Geburtshelfer, bis in die höchsten Kreisehinein, als der am meisten gesuchte Accoucheur der Residenz grosser Beliebtheit.Literarisch hat er sich nur in ganz geringem Umfange bekannt gemacht.
Goesclien in Deutsche Klinik. 1871, pag. 95. . G.
* Nagel, Albrecht N., geb. 14. Juni 1833 zu Danzig, studirte zuKönigsberg i. Pr. und in Berlin, wo er speciell Schüler A. v. Graefe's war.Promovirt 1855, widmete er sich der Ophthalmologie und wirkt seit 1864 alsProf. dieses Faches und Director der Universitäts-Augenklinik in Tübingen. Seinehervorragendsten Publicationen sind: „Das Sehen mit zwei Augen etc." (1861) —„Die Refractions- und Accommodations- Anomalien des Auges" (1866) — „DieBehandlung der Amaurosen und Amblyopien mit Strychnin" (1871) und weitereentsprechende Beiträge zu Graefe's und Saeiiisch ' Handbuch. N. begründete1870 den von ihm herausgegebenen ophthalmologischen Jahresbericht und lässtseit 1881 „Mittheilungen aus der ophthalm. Klinik in Tübingen" erscheinen.
W e r n i c Ii.
Nagumowitscll, Leo N., geb. 1792 in Mohilew, studirte 1807—12 ander Universität zu Wilna, wurde Dr. med. mit der Diss.: „De cynanche laryngea,bina exempla addita" . Sofort nach Beendigung des Studiums trat er in denMilitärdienst, machte die Schlachten von Borodino, Malo-Jaroslawetz, Lützen, Kulm,Leipzig mit, worauf er in verschiedenen Regimentern als Stabsarzt diente, bis er1826 zum Gardecorps commandirt wurde. 1828 zeichnete er sich als Oberarztdes Kriegs - Hospitals in Varna aus, war vorübergehend Mitglied der Cholera-Commission in Saratow 1830, ging jedoch mit dem Gardecorps 1831 zum SturmeWarschaus und 1848 in den ungarischen Feldzug. 1852 nahm er seinen Abschiedund starb 1853. Unter zahlreichen in russ. Sprache erschienenen Arbeiten wärenhervorzuheben: „Handbuch zur Behandlung der Schussverletzungen" (1822) —„Wasserscheu nach Scarlatina" (Wojenno med. Journ., 1827) — „Ueber Peri-carditis" (Ib. 1837) — »Die „„Molluscum"" genannte Hautkrankheit" (Protokoll derGesellsch. russ. Aerzte, III) — „Strychnin bei Zungenlähmung" (Ib.) — „Schwind-sucht, durch Bleizucker geheilt" (Ib. 1845) — »Die Einführung des Phosphors indie Therapie der Intermittens" (Drug Sdrawya, 1851).