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3 (1886) Haab - Lindsley
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KLEIN. KLEINERT.

er in den unter Goercke's Leitung stehenden dortigen preussischen Feldspitälernseine Kenntnisse vermehrte. Nach weiteren Studien in Jena, Halle, Göttingen u. s. w.wurde er 1796 als herzogl. wiirttemb. Leibchirurgus und darauf auch als Stadt- undAmts-Chirurgus in Stuttgart angestellt, ihm zugleich die Aufsicht über das unge-meine Kranken- und Geburtshaus übergeben, auch erhielt er den Titel einesherzogl. Hofmedicus. Sein Ruf als Arzt und Operateur verbreitete sieh bald inweiteren Kreisen. 1817 erschien seine erste Schrift:Chirurgische Bemerkungen"(Stuttgart), ebenso eine hier nicht näher anzuführende ästhetische Schrift. AndereArbeiten, z. B. über Kaiserschnitt, Blasenverletzungen, Stein-, Luftröhrenschnitt,Durchschneidung der Nerven bei Gesichtsschmerz, Heilung des Kropfes, Castration,Trepanation, Beobachtungen am Kopfe und Rumpfe eines Enthaupteten etc. erschienenin Zeitschriften u. dergl. 1806 erhielt er die Stelle eines königlichen Medicinalrathes;1814, 15 wirkte er mit grossem Erfolge in den russischen Spitälern in der Umgebungvon Stuttgart, auf der Solitude u. s. w. Ein besonderes Interesse bis in seine letztenLebensjahre widmete K. der gerichtlichen Medicin. namentlich in Betreff ein-schlägiger chirurgischer Fälle. So beschäftigte ihn der alte Streit über die Trepa-nation bei Kopfverletzungen; in seinenBemerkungen über die bisher ange-nommenen Folgen des Sturzes der Kinder auf den Boden bei schnellenGeburten" (Tübingen 1817) suchte er festzustellen, was davon zu halten sei.Auch interessirte er sich für magnetische Curen, die er schon 1790 in Stuttgartkennen gelernt hatte, und veröffentlichte in 3 Heften (Tübingen 1816; 1819):Praktische Ansichten der bedeutendsten chirurgischen Operationen, auf eigeneErfahrung gegründet", darunter die 2. Abtheilung u. d. T.:Darstellung meinerunglücklich sich geendigten Blasenschnitte" ; er hatte also den Muth, ausführ-lich die unter seinen 84 Steinschnitten unglücklich verlaufenen 10 Fälle zupubliciren. 1819 gab er eineKurze Beschreibung einiger seltenen Wasser-köpfe" (m. 2 Kpf.) heraus und 1825, nachdem er inzwischen Ober-Medicinalrathgeworden und den persönlichen Adel erhalten hatte, seineBeiträge zu dergerichtlichen Arzneiwissenschaft". Sein Tod erfolgte am 9. Februar 1825. K.'swissenschaftliche Bedeutung ist mehr auf dem Gebiete der gerichtlichen Medicinals der Chirurgie zu suchen; aber gerade durch seine Vertrautheit mit der letzterenund deren Ausübung war er für die Lösung mancher forensischen Fragen vorzugs-weise befähigt.

Neuer Nekrolog der Deutschen. Jahrg. 3, 1825, pag. 1326.E Gurlt in Allgem.Deutsch. Biogr. XVI, pag. 98. Meusel, VI, pag. 352; XI, pag. In5. Gurlt

*Adolf von Klein, zu Stuttgart, ist daselbst als Sohn des Vorigenam 30. September 1805 geboren, studirte in Tübingen, wo er 1828 Doctor wurde,war seit 1829 in Stuttgart als praktischer Arzt, Chirurg und Geburtshelfer thätig,wurde 1829 Regimentsarzt, 1846 Generalstabsarzt der Württembergischen Armeeund 1874 pensionirt. Literarische Arbeiten: Vergleichend osteologische Aufsätze,namentlich des Schädels und insbesondere desjenigen der Fische, in den Jahres-heften des Württemb. naturwissensch. Verein. Red.

* Klein, Salomon K., geboren zu Miskolcz (Ungarn) im September 1845,war in Wien vorzugsweise Schüler Aklt's . 1870 promovirt, wirkt er seit 1875als Augenarzt daselbst und schrieb über die Anwendung des Augenspiegels(Wien 1876)Augenspiegelstudien bei Geisteskranken" (Ebenda 1877)Lehrbuch der Augenheilkunde" (1879) und eine Reibe fachwissenschaftlicherAufsätze in v. Gkaefe's Archiv, der Wiener med. Presse und Eulenbdeg's Real-Encyclopädie. Wernich.

Kleinert , Karl Ferdinand K., zu Leipzig, war am 21. December1795 zu Glogau in Schlesien geboren, wurde zunächst Apotheker in Breslau, kamals solcher nach Dresden und Leipzig, wo er sich zum Studium der Medicin ent-schloss und 1825 mit der Diss.:De arsenici virtutibus chemicis, medicis et