KAHLE. — KAISER.
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Dr. med. promovirt. 1561 wurde er zum zweiten Male Professor in Greifswald,jedoch, da in der medicinischen Facultät keine Vacanz war, in der philo-sophischen, bis er 1572 in die medicinische übertrat und 1574 zum Leibarzternannt wurde. Er war fünfmal Rector und verfasste 1596 mit seinem CollegenJak. Seidel neue Statuten der medicinischen Facultät, nach dem Muster derRostocker. In demselben Jahre fand durch ihn wieder eine Doctorpromotion, dieerste seit 136 Jahren, statt. Seine Schriften bestehen fast nur aus Disputationen,Rectorats-Programmen, Oden, Elegieen u. s. w.; zusammen mit seinem CollegenFranz Joel gab er jedoch eine Beschreibung des in den Jahren 1579, 80 inGreifswald und ganz Deutschland herrschenden epidemischen Katarrhs heraus. Erstarb am 24. März 1617, 87 Jahre alt.
Scheffel, pag. 73. G.
Kaiser, Karl Ludwig K., zu Gsisa im Grossherzogthum Sachsen-Weimar , war daselbst Amtsphysicus, verfasste folgende Schriften: „ Ueber Todund Scheintod, oder die Gefahr des frühen Begrabens; u. s. w." (Frankfurt a. M.1822) — „Die homöopathische Heilkunde im Einklänge mit der zeitherigenMedicin u. s. w. " (Erlangen 1829); ausserdem aber eine Reihe von gerichtlich-medicinischen Aufsätzen in Henke's Zeitschrift (1827—31), u. A. über Arsenik-vergiftung, Erhängte, Tod durch einen Pfropfschuss, zweifelhafte Gemüthszuständeu. s. w., ferner über Yaccination und Revaccination, Lebendigbegrabenwerden u. s. w.Es finden sich auch Aufsätze von ihm in den Heidelberger klin. Annalen, iiüfe-land's Journ. u.s.w. Erstarb als S.-Weimarischer Medicinalrath am 21. Januar 1844.
Callisen, X, pag. 91; XXIX, pag. 202. G.
Kaiser, Johann Anton K., zu Chur in der Schweiz, war 1792 zuGambs im Canton St. Gallen geboren, studirte von 1811 an zu Freiburg i. Br.,Wien und Landshut, wo er mit der Diss.: „De medicina populari" 1816 Doctorwurde. Vom Stifte Pfäffers zum Bade- und Klosterarzt ernannt, nahm er 1818seinen Sitz in Chur, von wo aus er bis zu seinem am 19. Februar 1853 erfolgtenTode die Stelle eines Curarztes, zuerst in Pfäffers, später im Hofe Ragaz versahund sich um die Errichtung einer Armen-Badeanstalt am ersten Orte verdientmachte. Von seinen Schriften sind anzuführen: „Die Heilquellen zu Pfäffers"(St. Gallen 1822; 1833; 1843) — „Die vorzüglichsten Sauerquellen in Grau-bündten" (Zürich 1826); zusammen mit G. W. Capeller : „Die Mineralquellenzu St. Moritz" (Chur 1826) -—- „Die Heilquellen von Tarasp" (1847). Von1827 bis zu seinem Lebensende war er auch Mitglied des bündnerisehen Sanitäts-rathes und wirkte als solcher auf die Verbesserung der Medicinal- Organisationund des Impfwesens, ebenso wie er für das Volksschulwesen und das Cantonal-Armenwesen thätig war.
Kind in Allgem. Deutsch. Biographie. XV, pag. 9. — Callisen, X, pag. 92;XXIX, pag. 203. G
* Kaiser, Hermann K., Medicinalrath, zu Dieburg bei Darmstadt, istgeboren am 20. November 1815 zu Erbach im Odenwalde, studirte in Giessen,prakticirt seit 1838, zuerst 6 1 / ä Jahre in Biblis, hierauf von 1845—-1852 alsKreisarzt in Ulrichstein, dann in Seligenstadt und seither in Dieburg. Publicationenin Graefe's Archiv (XI, XIII, XV, XIX) : „Die Theorie des Astigmatismus" —„Ein Fall von Anisometropie und allgemeine Beleuchtung dieses Gesichts-fehlers" — „Zur Lehre vom Horopter" — „Kurzgefasste Theorie der par-tiellen Metamorphopsie" — „Die Mechanik der Accommodation des Auges"(Reichert's und Du Bois- Reymond's Archiv, 1868) — „Der Modus desBinocularsehens" (Knapp und Moos'Archiv, I) •—• „Die Mechanik der Gehör-function" (Ebenda) — „Compendium der physiologischen Optik" (1872) —„Das IT achsthumsgesetz" (PflÜger's Archiv, XI) — „ Association der Wortemit Farben" (Betz , Memorabilien, 1882) — „Eine rationelle Formel für das