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JURINE. — JUSSIEU.
Jurilie, Louis J., zu Genf, daselbst am 6. Februar 1751 geboren,studirte in seiner Vaterstadt und in Paris und begann 1773 in Genf die medicinischeund chirurgische Praxis. Er beschäftigte sich dabei mit schwierigen physikalischenProblemen und gewann den von der Pariser Societe royale de med. ausgesetztenPreis für Lösung der folgenden Aafgabe: „Memoire sur cette question: d.eter-rniner quels avantages la medecine peut retirer des decouvertes modernes surVart de connaitre la pureti de l'air par les differents eudiomütres" (Mem. dela Soc. roy. de m6d., 1798), worin er besonders die Veränderungen näher darlegt,welche die Luft während des Respirationsactes sowohl beim Kranken, wie bei Gesundenerleidet. Ausserdem trieb J. fleissig Naturgeschichte, besonders Entomologie undOrnithologie. Von der Mad. de Stael während ihrer Krankheit nach Paris zueiner Consultation citirt, hielt er sich hier eine Zeit lang auf, kehrte aber wiedernach Genf zurück und starb bald nachher am 24. October 1819. Von seinenSchriften sind noch zu nennen: „Mem. sur l'allaitement artificiel" (Genf 1807) —„Nouvelle meihode de classer les hymenopteres et les dApteres" (Paris 1807) —„Mem. sur le Croup, qui a partagi le prix extraordinaire de 12.000 frcs.,fonde par le gouvernement imperial" (Genf 1810) — „Mem. sur Vanginede poitrine" (Ebenda 1815, ebenfalls eine Preisschrift, die von der Soc. de med.in Paris gekrönt wurde). Ausserdem hatte er noch mehrere Aufsätze und Abhand-lungen fiir das Journal des mines, die Bibliotheque universelle de Geneve und dieMem. de la Societe d'histoire naturelle dieser Stadt verfasst.
Ersch und Gruber, Sect. 2, XXIX, pag. 444. — Biogr. med. V, pag. 385 — 3^7.
Pgl.
Jussieil, Familie berühmter Botaniker aus Lyon. — Antoine de J.,wurde am 6. Juli 1686 zu Lyon geboren. Eine von frühester Jugend an bei ihmtief ausgesprochene Neigung zur Botanik veranlasste ihn, sich dem Studium derMedicin zu widmen, welches er 1704 in Montpellier begann und 1707 mit seinerPromotion beendete. Er prakticirte zunächst in Trevaux, ging aber schon 1708nach Paris, um dort Tournefort kennen zu lernen, welcher kurz nach J.'s Ankunftstarb. Er wurde zu Toijrnefort's Nachfolger als Professor am botanischen Gartenernannt und bald darauf, 1712, zum Mitgliede der Akademie gewählt. 1716 machteer eine grössere botanische Reise durch Süd-Frankreich, Spanien und Portugal.J. war ein eifriger Anhänger des botanischen Systems Tournefort's , welcheser weiter ausbildete und nach welchem er auch den botanischen Garten ordnete.Daneben hatte er eine ausgedehnte medicinische Praxis. Er starb am 22. April1758. Ausser zahlreichen botanischen Schriften in den Mem. de l'Acad. des sc.veröffentlichte er: „Discours sur le progres de la botanique au jardin royalde Paris" (Paris 1718, 4.) und gab Tocrnefort's „Institutiones rei herbariae"in zweiter Ausgabe (Paris 1719) mit einem Appendix heraus. Nach seinem Todeerschien noch: „ Traite des vertus des plantes. Ouvrage posthuine de M. A n t.de Jussieu dditd et augmente par Gandoger de Foigny" (Nancy 1771).
Bernard de Jussieu, Bruder von Antoine, am 17. August 1699zu Lyon geboren, wurde von seinem Bruder bald nach dessen Anstellung nachParis gezogen, wo er seine Vorstudien beendete und seinen Bruder auf derReise durch Spanien und Portugal begleitete. Zurückgekehrt, ging B e r n a r d nachMontpellier und wurde 1720 Dr. med. Er versuchte nun zu prakticiren, musstedies jedoch wegen sich einstellender Herzbeklemmungen aufgeben und wandte sichwieder nach Paris, wo er 1726 die Stelle eines Unterlehrers am botanischenGarten erhielt, welchen er zu hoher Blüthe brachte. Bernard ist der eigentlicheBegründer des natürlichen Pflanzensystems, obwohl er nichts darüber publicirteund erst sein Neffe Antoine-Läurent erweiterte des Onkels Ideen zu einemfertigen Systeme, doch legte Bernard 1758 schon den Garten von Trianonnach diesem System an. Er starb am 6. November 1776. Ausser einer zweitenAusgabe von Tournefort's „Histoire des plantes, qui naissent aux environs