JUNG. — JÜNG-STILLING.
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physicae minores, seu isagoge physica doxoloscopica" (Hamburg 1662) — „Isagogephytoscopica" (Ibid. 1678), beide Schriften sind später u. d. T.: „Opusculabutanico-physica"- von J. S. Albrecht herausgegeben worden (Coburg 1747) —„Historia vermium" (Hamburg 1692) und viele andere Abhandlungen mathe-matischen und astronomischen Inhalts. Bemerkt muss noch werden, dass J. dereigentliche Schöpfer der wissenschaftlichen Botanik ist. Er fasste zuerst denGedanken einer besonderen Classification der Pflanzen nach den Unterschieden,die sie in ihren verschiedenen Theilen darbieten, einen Gedanken, der bekanntlichspäter durch Linne zur Ausführung gekommen ist.
Biogr. med. V, pag. 375. — Poggondo rff, I, pag. 1211. — Haeser, Gesch. d.Med. ii, pag. 238. — Eob. A v e -l allement, Allgem. Wiener med. Ztg. 1877, Nr. 2, 3, 4.
Pgl.
Jung, Karl Gustav J., zu Basel, war 1793 in Mannheim geboren,wurde 1816 in Heidelberg mit der: „Diss. inaug. sistens evolutionein corporishumani" Doctor und 1822 Professor der Anatomie in Basel. Er schrieb. „Ani-madversiones quaedam de ossibus generatim et in specie de ossibus rapho-geminantibus, quae vulgo ossa suturarum dicuntur" (Basel, 4., c. 4 tabb.) —„lieber das Verhältniss der Anatomie zu der medicinischen Wissenschaft, undüber die Leistungen der Anatomen an der Baseler Hochschule" (Rectoratsrede,Basel 1829) — „TJeber die seitliche Erhabenheit in dem Lateral-Ventrikel desmenschlichen Gehirnes" (Ebenda 1844, m. 1 Taf.) — „TJeber das Gewölbein dem menschlichen Gehirne" (Ebenda 1845, 4., m. 3 Taff.). Er starb am11. Juni 1864.
Call i seil, X, pag. 68; XXIX, pag. 192. — Engelmann, pag 2S8 G.
JuDg-Stilling, Johann Heinrich J., der bekannte, durch seinewechselnden Lebensschicksale höchst merkwürdige Schriftsteller und Augenarzt,interessirt hier nur in letzterer Eigenschaft. Geboren am 12. September 1740im Dorfe Grund (Fürstenthum Nassau-Siegen), erlernte er das Schneiderhandwerkund beschäftigte sich nebenher viel mit dem Studium mystischer Schriften, warspäter Hauslehrer, bereitete sich dann zum Studium der Medicin vor und wurdein dieser Absicht von dem Pastor Molitor in Attendorn, der sich empirisch vielmit Augenheilkunde beschäftigte, ihn mit seinen Heilmitteln und Methoden bekanntmachte und" ihm seine Arcana schenkte, bestärkt. J. bezog 1770 die Universitätzu Strassburg zum Studium der Medicin, wurde hier mit Goethe, Herder undanderen hervorragenden Männern der damaligen Zeit bekannt und befreundet.Nachdem er Dr. med. geworden, liess er sich bereits 1772 in Elberfeld als Arztnieder, widmete sich hier Jahre lang speciell der Behandlung von Augenkrankenund erlangte sehr bald, namentlich durch seine technische Gewandtheit im opera-tiven Theile der Ophthalmiatrie, einen berechtigten, über die Grenzen seines engerenWirkungskreises hinaus verbreiteten Ruf, so dass er als Augenarzt bis nach Süd-deutschland und selbst nach der Schweiz hin zu Consultationen berufen wurde.Hauptsächlich beschäftigte er sich mit der Extraction der Cataract, in der ei'besondere Uebung erlangte und über die er beachtenswerthe Arbeiten veröffentlichte,so: „ Günstige Erfolge mit dem DavieVsehen Verfahren der Cataract-Extraction,Sendschreiben an Herrn Hellm ann in Magdeburg u. s. w." (Frankfurt a. M.1775), in der er das von seinem Lehrer Lobstein in Strassburg erfundene Staar-messer gegen Hellmann in Schutz nimmt, und: „Methode den grauen Staarauszuziehen und zu heilen" (Marburg 1791), worin er über die von ihm mitder Extractionsmethode erzielten, äusserst günstigen Resultate berichtet. J. hatdas Verdienst, die Ausbreitung der Extractionsmethode zu einer Zeit, wo sie nochkeineswegs allgemein anerkannt war, gefördert und ihre Bedeutung klargelegtzu haben. Die weiteren Schicksale J.'s nach seiner Elberfelder Thätigkeit alsArzt interessiren hier weniger. Bekanntlich wandte sich J., nachdem er derärztlichen Praxis vollständig entsagt hatte, dem Verwaltungsfache zu, wurde 1787zum Professor der Cameralwissenschaften in Marburg ernannt, später in gleicher