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3 (1886) Haab - Lindsley
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JUENGKEN. JUERGENSEN.

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später erschienenen akademischen Gelegenheitsschrift:De blennorrhoeis oculihumani" (1837) behandelte er einen ähnlichen Gegenstand. 1840, nach dem TodeRust's , der die chirurgische Klinik in der Charite geleitet hatte, erhielt J. dieinterimistische und 1841 die definitive Leitung derselben, sowie der ganzen Stationfür äusserlich Kranke in der Charite, so dass er nunmehr die chirurgische und dieAugenklinik vereinigte und das gesammte Material des Krankenhauses für klinischeZwecke zu verwenden in der Lage war. In der Folge war er einer der Ersten, welchedas erst kürzlich erfundene Betäubungsmittel bei Operationen, das Chloroform, auchbei Augen-, namentlich Staaroperationen, anwendete und darüber in einer kleinenSchrift:TJeber die Anwendung des Chloroforms hei Augenoperationen 1 ' (1850)berichtete. Nachdem ihm 1837 der Charakter als Geh. Medicinalrath und 1861der als Geh. Ober-Medicinalrath verliehen worden, hatte er das Glück, in vollergeistiger und körperlicher Frische 1867 sein öOjähriges Doctor-Jubiläum zu begehen.1868 legte er die Direction der beiden von ihm geleiteten Kliniken nieder undkonnte die wohlverdiente Ruhe noch eine Anzahl von Jahren, in denen er nochmehrfach schriftstellerisch thätig war, geniessen. Er schrieb in dieser Zeit noch:Wiesbaden als Gurort" (1866)Die Augendiätetik oder die Kunst, dasSehvermögen zu erhalten und zu verbessern" (1870)Der Krieg und dieMittel, seine feindlichen Folgen für Gesundheit und Leben zu bekämpfen.Ein Beitrag zur Kriegsheilkunde. Nebst Beschreibung der Barackenstadt aufdem Tempelhofer Felde bei Berlin" (1870) und endlich einPromemoria, diemedicinischen Studien, medicinischen Prüfungen und die Stellung der Aerzteunter das neue Gewerbegesetz betreffend" (1872). Auf der Rückreise von Pyrmont,beschloss zu Hannover am 8. September 1875 der Tod sein thatenreiches Leben.Als Augenarzt war J. viele Jahre hindurch für den Norden von Deutschland dieberühmteste Persönlichkeit, seine Klinik war überfüllt von Zuhörern, die durch seineklinischen Vorträge und durch seine glänzende Geschicklichkeit als Operateurangezogen wurden ; gleichwohl darf nicht verschwiegen werden, dass er für dieAugenheilkunde wenig Originelles geleistet hat. Als nun mit der Erfindung desAugenspiegels (1850) eine Revolution in jener eintrat, wurde er von demneben ihm auftauchenden Sterne ersten Ranges, dem Sohne seines Lehrers undseinem Schüler, Albrecht von Graefe , vollständig in den Schatten gestellt. Aufdem Gebiete der Chirurgie hat er kaum irgend welche Spuren von einer durchihn bewirkten Förderung hinterlassen und ist als Schriftsteller in derselben nursehr vereinzelt in einigen Aufsätzen (in Casper's Wochenschrift und in der DeutsehenKlinik) aufgetreten. Dagegen wurden die Lauterkeit seines Charakters, seine Liebens-würdigkeit im Umgange, seine Humanität gegen Kranke und Schüler, seine überalles Lob erhabene Pflichttreue, sein echt collegialischer Sinn, sein unermüdlicherFleiss und seine Gewissenhaftigkeit allgemein anerkannt.

Göschen in Deutsche Klinik. 1867, pag. 157, 173; 1868, pag. 295. Biglerin Berlin er klin. Wochenschr. 1867, pag. 210; 1868, pag. 338; 1875, pag. 512. E. Gurltin Allgem. Dentsch. Biogr. XIII, pag. 727. Gurlt

* Juergensen, Theodor von J., wurde zu Flensburg am 11. April 1840geboren, studirte in Kiel, Breslau und Tübingen (unter Pandm, Heidenhain, LotharMeyer, Bartels ) und wurde 1863 promovirt. Von 186469 wirkte er in Kielals Privatdocent, demnächst 4 Jahre als Extraordinarius und Leiter der Poliklinikund wurde 1873 nach Tübingen als Prof. ord. und Vorstand der Poliklinik berufen.Schriften:Studien über die Behandlung des Abdominaltyphus mittelst deskalten Wassers" (Kiel 1866)Die Körperwärme des gesunden Menschen"(1873)Die croupöse Pneumonie. Beobachtungen aus der Tübinger Poli-klinik" (1883). In Ziemssen's Handbuch der Pathologie (V) hat er die ver-schiedenen Pneumonien, in desselben Herausgebers Handbuch der allgemeinenTherapie die Antiphlogose, Blutentziehung, Transfusion etc. bearbeitet.

W e r n i c h.