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3 (1886) Haab - Lindsley
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JUENGKEN.

Murten weg und wurde Physicus zu Waiblingen und Leibarzt der Gemahlin desPfalzgrafen von Veldenz und des Grafen von Witgenstein. Unter die Frank-furter Aerzte wurde er 1679 aufgenommen, aber schon 1681 vom Grafen Truch-sess als Amtsarzt zu Lohr angestellt. 1682 begleitete er als Reisearzt den kaiserl.Gesandten, Grafen Hohenlohe. 1683 wurde er Stadtarzt zu Speyer und Leibarztdes Grafen zu Erbach, 1686 Physicus zu Mosbach. Erst 1689 zog er dauerndnach Frankfurt, wurde 1690 Garnisonsarzt, 1693 Hospitalarzt, 1695 Physicus.Er führte den Titel eines Leibarztes des Landgrafen von Hessen-Homburg,des Grafen Isenburg-Offenbach, des Grafen von Stolberg-Gedern undals Mitglied der Leopoldinisch-Karolinischen Akademie der Naturforscher den NamenApollonius. Seine Schriften sind:Chymia experimentalis curiosa" (1681;1682 ; 1701)Comrnentarius de notis Agricolae in Poppiichymiam" (1686)Praxis medica" (1689; 1698)Compendium chirurgiae manualis" (1691)Institutiones seu fundamenta medicinae modernae ecleclicae" (1693) -Lexiconpharmaceuticum" (1694; 1709)Vademecum modernae praxeos medicae"(Nürnberg 1694; 1707)Corpus pharmaceutico-chemico-medicum" (1697;1732)Sicherer und sorgfältiger Medicus" (Ebenda 1701; 1725; 1729)Beschreibung der warmen Bäder zu Wiesbaden" (1715).

W. Stricker in der Allgem. Deutfclien Biogr. XIV, pag. 726. Stricker

JuengkeD, Johann Christian J., zu Berlin, war am 12. Juni 1793zu Burg bei Magdeburg als Sohn des dortigen Physicus, Dr. Johann Christian J.(f 1814), geboren, studirte von 1812 an in Göttingen, wo er ein eifriger Schülervon k. J. M. Lakgenbeck und Himly war. 1815 leistete er als Volontär-Lazareth-chirurg bei den Reserve-Feldlazarethen, die unter Gkaefe' s Leitung standen, nament-lich in Brüssel Dienste, wo er nicht nur reiche Erfahrungen über Kriegsverletzungensammelte, sondern auch mit der sogen, ägyptischen Angenentzündung, die unterden verschiedenen Armeen furchtbare Verheerungen anrichtete, nähere Bekannt-schaft machte. Er besuchte dann noch die Berliner Kliniken, wurde 1816 Assistentan der graefe 'sehen Klinik, 1817 Dr. med. mit der Diss.:De pupillae arti-ficialis per coreoncion Graefianum conformatione" und gab darüber auch nochdie deutsch geschriebene Abhandlung:Das Coreoncion. Ein Beitrag zur künst-lichen Pupillenbildung" (1818) heraus. 1817 wurde er mit der Habilitations-schrift:Nunquam lux clara ophthalmiae neonatorum causa est occasionalis"Privatdocent an der Berliner Universität fifr das Fach der Chirurgie und Augen-heilkunde und machte 1818 eine wissenschaftliche Reise über Wien, Landshut,München nach Italien, deren wissenschaftliche Ergebnisse er alsOphthalmia-trische und chirurgische Bemerkungen" (Gkabfe und Walther's Journ., I, II,1820) veröffentlichte. Vom Winter 1818/19 war er wieder in seinem Lehrfachethätig; wurde 1825 zum Prof. e. o. ernannt und 1828 mit der Leitung der neu-gegründeten Klinik fiir Augenheilkunde im Cliarite-Krankenhause, der er 40 Jahrelang vorgestanden hat, betraut. In den nächsten Jahren erschienen von ihm zweigrössere Schriften:Die Lehre von den Augenoperationen u. s. w." (1829) undDie Lehre von den Augenkrankheiten u. s. w." (1832; 2. Aufl. 1836; 3. Aufl.1842). Im Jahre 1834 zum Prof. ord. der Chirurgie und Augenheilkunde ernannt,wurde er vom Könige von Belgien in eine zu Brüssel tagende Commission vonAugenärzten berufen, deren Aufgabe es war, nähere Untersuchungen anzustellenund Rathschläge zu ertheilen wegen der epidemisch bei der belgischen Armeeherrschenden und in vielen Fällen zur Erblindung führenden Augenentzündung,die tiber das ganze Land sieh weiter zu verbreiten drohte. Nach zweimonatlichemAufenthalte in Belgien gab J. den von ihm an den belgischen Kriegsministererstatteten Bericht:Memoire svr VOphthalmie qui regne dans l'armee beige"(Brüssel 1834), auch deutsch : lieber die Augenkrankheit, icelche in der belgischenArmee herrscht; nebst Bemerkungen über die Augenkrankheiten am Bhein,über Augenblennorrhoeen im Allgemeinen" (1834) heraus. In einer wenige Jahre