DIOSKORIDES. — DIPPEL
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2. DioskoridesPedanius, aus Anazarbus in Cilieien, ist der bedeu-ten dste Botaniker und Pharmakolog des Alterthums. Er lebte unter Nero imdV e s p a s i a n als ein Zeitgenosse des älteren Plinids , der au vielen Stellen seinerNaturgeschichte in so auffallender Weise mit D. übereinstimmt, dass man eine Be-nützung des Einen durch den Andern annehmen zu müssen glaubte; doch erklärtsich diese Erscheinung auch daraus, dass beide den gleichen Quellen ( Jollas vonBithynien, Hekaklides von Tarent, Krateüas, Andreas, Julius Bassus, Petronius,Sextius Niger und Diodotus ) gefolgt sind. Von den Lebensumständen des D.ist uns weiter nichts bekannt, als dass er in seiner dienstlichen Stellung imrömischen Heere, wahrscheinlich als Militärarzt, viele Länder zu sehen Gelegenheithatte, so dass er die von ihm beschriebenen Pflanzen wohl grösstenteils aus eigenerAnschauung kannte. Sein Werk, das aus 5 Büchern besteht, führt den Titel:„xspi uXv];" und ist einem nicht näher bekannten Arzte Areios , dem Günstling desLaecanius Bassus, der im Jahre 64 Consul war und unter Vespasian amCarbunkel starb (c. 77 n. Chr.), gewidmet. Es handelt im ersten Buche vonden Aromen, Oelen, Salben, Bäumen und den von ihnen herrührenden Säften(Ö7 -oi), Harzen (Saxpux) und Früchten; im zweiten von den Thieren, dem Honig,der Milch, dem Fett, ferner von den Getreidearten und Gemüsen, von Lauch,Zwiebeln und Senf; im dritten und vierten von den Wurzeln, den aus den-selben bereiteten Säften (yjjAiw.ara), Kräutern uud Samen; im fünften vomWeinstock, den Weinen und Mineralien. D.'s Werk war nach Galex's Urtheildas vollständigste in seiner Art ( Gai.EN , XI, 7114, vm y.oi -rsAzcozxry. ttxvtmvoütoc tyjv Ttspi 'j /.vj; xwv <p y.yj.T/Mv ~oi rpy.rj\\y.'i) und genoss dasganze Mittelalter hindurch dieses wohlverdienten Rufes. „Eine methodischeAnordnung und eine das Auffinden erleichternde, vor Verwechslung sicherndeBeschreibung" der Pflanzen sind seine Hauptvorzüge. Ausserdem werdendem D. noch folgende Werke zugeschrieben: a) „irepi SujlKjxYjpiwv ©apti.xy.wv xalt vj; aiiröv wpoip'jXax?jc /.y:. dspaTrsia;" (über Gifte und Gegengifte), b) ,,-sol iojiöXwv"(über den Biss giftiger Thiere), c) „rapi swopfc-ruv" (über Hausmittel), in zweiBüchern. Von diesen werden die beiden ersteren allgemein für unecht gehalten,das dritte dagegen will Meyer dem D. selbst zuschreiben.
3. Dioskorides der Jüngere, unter Had ri an , veranstaltete eine vielgesuchte Ausgabe der Werke des IIippokrates , in welcher er sich nach Art deralten Grammatiker zur Bezeichnung \inechter Stellen des Obelos bediente, aberden alterthümlichen Text so willkürlich änderte, dass er deshalb von GalenOS scharfgetadelt wird. Auch seine exegetischen Arbeiten zu IIippokrates , die sehr weit-schweifig gewesen zu sein scheinen, fanden an Galenos einen strengen Beurtheiler.
Meyer, Gesch. der Botanik. 11.96 —117 und 148—154. — Galen, XV, 21: XIX. 63.
H e 1 m r e i c h.
Dioxippus, s. D exippus.
Dippel, Johann Conrad 1)., deutscher Theologe, Arzt und Alehemist,wurde 1673 im Schlosse Frankenstein, nahe bei Darmstadt geboren, begab sich1689 nach der Giessener Universität, woselbst er sich die Magisterwürde erwarb,wurde aber erst 1711 Med.,Doctor in Leyden. D. gehört mehr der Geschichteder protestantischen Kirche, als derjenigen der Medicin an, in welcher letzterener jedoch durch das nach ihm benannte Oleum animale Dippelii bekannt ist, welcheMischung einer Menge empyreumatischer Bestandtheile zuerst vermittelst trocknerDestillation von Blut von ihm bereitet wurde. Mit grossem Eifer nahm er Theilan den Kämpfen zwischen dem Pietismus und der lutherischen Orthodoxie, gehörtezuerst der letzteren an, trat nachher zum Pietismus über, verliess zuletzt auchdiese Lehre, um sich mehr und mehr theils in religiösen Mysticismus, tlieils inastrologische und alchcmistische Grübeleien zu vertiefen. Seine the'isophischen An-sichten über Gott und die Welt hat er in folgenden Schriften dargelegt: „Weg-weiser zum vtrlohrenen Licht und Recht: I. in der Gottes gelehr theit, II. inder Erhäntniss der Natur und Median" (1704) — „batum fatuum" (1710j