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DIOKLES. —
DIOSKORIDES.
Diokles aus Karystus auf Euböa, der bald nach Hippokrates lebte,gehört zu den bedeutendsten griechischen Aerzten der früheren Zeit. Er entwickelteeine äusserst fruchtbare literarische Thätigkeit, wie die zahlreichen bei Soranus,Galen, Athenaeus, Oribasids und Caelius Aurelianus erhaltenen Fragmenteseiner Schriften beweisen. Sie führten den Titel: 1. „üyisivi -p<k IJAswTxpyov" —2. xizix it-esz-sia (de passiombiis) u — 3. ,,'Ap/ioxao;" (eine Streitschrift
gegen Archidajius , der in der Gymnastik die Oeleinreibungen verwarf und diecvjpoTptita [trockene Einreibung] empfahl) -— 4. „rapt töv -/.ar' iscTpsfov" — 5. „tooiyuvar/.stuv" — 6. „TOpl /,ayzv(.jv" — 7. „~£pi dava.Ttawv ^apaä/.ojv" —• 8. „Defebribus" — 9. „De egestionibus" (Ausleerungen) — 10. „Liber Prognosticus" —11. „ Pt'CoTOjAi/.ov" (Kräuterbuch) — 12. eine Schrift über Anatomie, die älteste,die Galen kannte. Unecht ist der von Paulus Aegin. I. c. 100 mitgetheilte Brief desD. an den König Antigonus. Die schriftstellerische Thätigkeit des D. erstreckte sichalso über Anatomie, Diätetik, Gymnastik, Pathologie und Therapie, Frauenkrankheitenund Embryologie, Arzneimittellehre und Toxikologie. Wie aus Caelius Aurelxuszu ersehen, war er um eine genaue Bestimmung der einzelnen Krankheitssymptomebemüht. In grösstem Ansehen aber stand noch Jahrhunderte später seine Entwick-lungstheorie des Embryo, von der uus Oribasids einzelne Angaben erhalten hat.
Galen, II. 905; VI, 51!, 455; VIII, 186; XI, 471: XVIII, 2, 629: XVIII, 1,712. — Soran, pag. 299, 348. — Athen., XV, 681b. — Cael.Aurel., pag. 39, 536 A. —Schol. Nieänd., Ther. 647. He 1 mr'eich.
Dionis, Pierre E., unbekannten Geburtsjahres, lebte iu Paris und starbdaselbst am 11. December 1718. Er hatte seit 1673 den doppelten Lehrstuhl füranatomische Demonstration und für operative Medicin am Jardin-du-Roi inne undbildete viele ausgezeichnete Schüler aus. Die geistigen Elemente, welche späterzur Gründung der Acad. royale de chir. verwerthet wurden, führen sich zumgrossen Theil auf D. zurück. Ludwig XIV. enthob ihn 1680 seiner Lehrfunctionen,um ihn mit verschiedenen Leibarztstellen und Ehrenämtern in der königlichen Familiezu betrauen, in welchen D. bis an sein Lebensende thätig war. Seine Ilauptschriftensind: „LIanatomie de Vkomme, suivant In circulation du sang et les dernieresdecouvertes" (Paris 1690, 1695, 1701, 1716, 1729; auch Genf 1699, sowielateinisch, englich und chinesisch) — „Cours d'opt-rations de cliirurgie demontreesau Jardin-du-Roi" (Paris 1707, 1714, 1736, 1740, 1751, 1765; auch Brüssel1708, sowie deutsch, englisch und holländisch) — „Tratte general des accouche-mens etc." (Paris 1718, 1724; Brüssel 1724; englisch, holländisch, deutsch).
Dict. hist. II. Red.
Dionysius. Von mehreren Aerzten dieses Namens ist uns wenig mehr alsder blosse Name bekannt: 1. Von einem Chirurgen D. theilt Scribonius Largusc. 212 ein Pflaster gegen unbedeutende Verwundungen mit. Dieser könnte identischsein mit dem D., dessen Celsus an zwei Stellen gedenkt. 2. Plinius hat in seinerNaturgeschichte das botanische Werk eines griechischen Arztes D. viel benützt(Plin . nat. hist. XXV, §. 8). 3. Unter den Methodikern wird von Galkmos ein D.aufgezählt, den auch Soranus (pag. 192 R.) erwähnt. 4. Einen D. mit dem Bei-namen 6 yjjpto; citirt Rotus bei Oribasius (III, 607 ed. Daremberg ). Darnachhat er über die in Libyen, Aegypten und Syrien häufig vorkommenden pestartigenBubonen geschrieben. Stephanus von Byzanz s. v. IvjpTo; bemerkt unter Berufungauf einen Herennius Philo , D. habe den angegebenen Beinamen nicht von einemkörperlichen Gebrechen, sondern von seiner Vaterstadt SvupTo; iu Aegypten geführt.
Helmreich.
Dioskorides (auch Dioskurides ) , 1. mit dem Beinamen Phakas (Aio-ffx.ouptov;c 6 £-r/.A7](ki.; von cpx;cot, Flecken im Gesicht), ein Anhänger des
Herophilus , war Leibarzt der ägyptischen Königin Kleopatra und schrieb einmedicinisches Werk in 24 Büchern, das nach Süidas hochberühmt war.
Suid. s. h. v. Galen, XIX, 63.