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2 (1885) Chavet - Gwinne
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DEMOURS.

Garten ertnannt wurde; doch bekleidete er diese Stelle nur zwei Jahre, umdann einer Aufforderung Antoine Petit's Folge zu leisten, der ihn zur Unter-stützung bei seinen anatomischen Arbeiten an seine Seite rief. Diese Berufungführte ihn vollständig der Ophthalmologie zu und diesem Zweig der Medicinwidmete er jetzt seine ganze Thätigkcit, sowohl in wissenschaftlicher, wie auchin praktischer Beziehung. Besonders war es die Auatomie des Auges, die 1). mitErfolg bearbeitete; seine Untersuchungen über die Chorioidea, Cornea, Humorvitreus u. s. w. vermehrten die Kenntnisse, die man über diese Gewebe besass, inhohem Grade. Unter dem Namen „lame cartilagiueuse de la cornee" beschrieber die innere Basalmembran der Hornhaut (Lettre ä M. Petit , Paris 1767 undMem. de lAcad. 1768, pag. 177), die in Folge dessen wohl auch den Kamendemours 'sche Haut trägt. Allein wegen dieser Entdeckung gerieth er mit JeanDescemet (s . diesen) in einen sehr lebhaft geführten Streit. Es entbranntezwischen beiden Autoren nunmehr eine sehr heftige Polemik, die von den Jahren1769 bis 1771 die französischen wissenschaftlichen Journale nicht zur Ruhe kommenliess. Die Geschichte scheint zu Gunsten Descemet's entschieden zu haben, wenig-stens ist der Käme „Membrana Descemetii" der gebräuchlichere geworden. Durchseine Erfolge als praktischer Augenarzt erwarb D. sich inzwischen einen so grossenRuf, dass er zum königlichen Oculisten ernannt wurde. Auch die Akademieder Wissenschaften nahm ihn unter die Zahl ihrer Mitglieder auf. Er starb am26. Juni 1795. Ein Verzeichniss seiner Schriften findet man in Nouvelle Bio-graphie generale, Bd. XIII, pag. 622. Uebrigens war er auch als Uebersetzersein- thätig und hat verschiedene Arbeiten aus dem Englischen in das Französischeübertragen. — Der Sohn, Antoine-Pierre D., wurde am 16. December 1762geboren. Er wandte sich nach dem Vorbilde seines Vaters schon früh vollständigder Augenheilkunde zu und gewann sowohl durch seine wissenschaftliche, wiebesonders durch seine praktische Thätigkeit grossen Ruf. Er wurde AugenarztLudwig XVIII. und Karl X. Ganz besonderes Verdienst erwarb er sichdadurch, dass er die von Himly empfohlene Anwendung mydriatischer Mittel beiAugenoperationen, speciell bei Extraction des Staares und bei Keratonyxis, nichtallein sofort praktisch verwerthete, sondern eigentlich die allgemeine Einführungderselben in die französische Oculistik veranlasste. Uebrigens war er ein sehrgewandter und kühner Operateur und hat als solcher der augenärztlichen Chirurgie,speciell der Iridektomie, grosse Dienste geleistet. Die von ihm nach dem Wenzel-schen Verfahren mit dem besten Erfolg an einem an Leucom erblindeten Manuausgeführte künstliche Pupillenbildung erregte das grösste Aufsehen nicht nur inFrankreich, sondern in ganz Europa. Und wenn D. auch weder die Idee zueiner künstlichen Pupillenbildung selbst gehabt, noch auch das Operations verfahrenangegeben hat, so hat er doch durch die Sicherheit, mit der er diese Operation zueiner Zeit ausgeführt hat, wo dieselbe eigentlich noch als ein Curiosum angesehenwurde, der Einführung der Iridektomie in die Augenheilkunde den Weg gebahntund ihre Indicationen gezeigt. Wie gross übrigens das Staunen über die erstevon ihm ausgeführte Iridektomie war, geht am besten daraus hervor, dass einzelneJournale, so z. B. die Gothaische gelehrte Zeitung 1801, Kr. 52, im Ernst ver-sicherten : d. sei im Stande, Erblindeten künstliche Augäpfel einzusetzen, mit denendieselben zu sehen vermöchten. Von seinen Arbeiten seien besonders hervor-gehoben: „Memoire sur VOperation de la cataracte" (Paris 1784) — „Obser-vations sur une pupille artificielle, ouverte tout aupres de la sclerotique"(Paris 1800) „Traite des maladies des yeux" (Paris 1818, 3 Bde.) —„Precis historique et pratique sur les maladies des yeux" (Paris 1821). Erstarb am 4. October 1836 aus Kummer über den Tod seines Sohnes, der beieiner Fahrt auf der Seine verunglückte.

Ein vollständiges Yerzeiclmiss seiner Arbeiten findet man bei Callisen V.

Magnus.