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DEMICHELIS. —
DEJIOKEDES.
Demichelis, s. de Michelis.
Demme, Vater und Söhne, zu Bern. — Der Erstere, Hermann D., war1802 zu Altenburg geboren, studirte anfänglich Theologie und Philologie, späterMediein und wurde 1830 zu Würzburg Doetor mit der pathologisch-anatomischenInauguralschrift: „Ueber ungleiche Grösse beider Hirnhälften" (1881). Währendder polnischen Insurrection 1831 war er einige Zeit als ordinirender Arzt undChirurg im Alexander-Hospital zu Warschau thätig, kehrte zu Ende des Jahres1831, nach dem Falle Polens, nach Deutschland zurück und liess sich in Alten-burg nieder. 1832 begleitete er als Schiffsarzt eine Gesellschaft von Auswanderernnach Pennsylvanien, besuchte 1833 Paris und wurde darauf zum Prof. e. o. derAnatomie an der neu errichteten Universität Zürich ernannt. Später wurde erProf. ord. der Chirurgie und Director der chirurgischen Klinik in Bern. AusserAufsätzen in v. Graefe's und v. Walther's Journal hat er noch geschrieben:„Ueber endemischen Cretinismus" (Bern 1840, m. 1 Taf.) — „Ueber Entstehungund Verhütung von Rückgratsverkrümmungen in den Berner Mädchenschulen"(Bern 1844). Er starb am 18. Januar 1867.
Der ältere Sohn, Karl Hermann D., war 1831 geboren, studirte inBern, wurde daselbst Doctor, verfasste die gekrönte Preisschrift: „Ueber die Ver-änderungen der Gewebe durch Brand. Ein Beitrag zur pathologischen Histologie"(Frankfurt a. M. 1857, m. 2 Taff.) und wurde Privatdocent der pathologischenChemie und Anatomie in Bern. Er schrieb noch: „Beobachtungen über Carci-nosis miliaris acuta" (Schweizerische Monatschr. 1858) — „Beiträge zur patho-logischen Anatomie des Tetanus und einiger anderen Krankheiten des Nerven-systems" (Leipzig und Heidelberg 1859, m. 1 Taf.), war 1859 während desKrieges in Italien in den dortigen Kriegs-Lazarethen thätig, wobei er namentlichmit dem berühmten Chirurgen Ldigi Porta aus Pavia in Berührung kam undgab darauf heraus : „Militär-chirurgische Studien in den italienischen Lazarethenvon 1859" (2 Abthlgn., Würzburg 1861; neue Aufl. 1864); ferner eine mit eigenenAnmerkungen und solchen des Verfassers versehene Uebersetzung der Schrift vonL. Porta: „Die Blasensteinzertrümmeriing" (Leipzig 1864, mit 9 Taff.). Ausser-dem Aufsätze in Virchow's Archiv (1861) über extracranielle Blutcysten; in derWürzburger med. Zeitsehr. (1861, 62) über Tracheostenosis per compressionem,compressive Kropfstenosen der Trachea; in der Schweizerischen Zeitsehr. für Heilk.(1862, 63) über Transfusion in der Militärchirurgie, Luxation einer Beckenhälfte,über Glossitis; im Archiv für klin. Chirurgie (1862) und der Wiener Medicinal-Halle (1864) über Osteomyelitis spontanea diffusa, Osteomyelitis epiphysaria multi-plex u. s. w. — 1864 wurde er in einen Criminalprocess in Betreff der Vergiftungdes Schwiegervaters seiner Verlobten, Trümpy, verwickelt, jedoch freigesprochen.Er ging darauf mit seiner Verlobten nach Italien und starb mit derselben in derNacht vom 28./29. November 1864 zu Nervi bei Genua durch eingenommenes Gift.
Callisen, XXVII, pag. 248. — Dechambre, XXVI, pag. 643. Gurlt.
Der jüngere Sohn, *Budolf D., geboren in Bern am 12. Juni 1836, besuchtezunächst die Berner Universität, dann Wien, Paris' und London. Er war anatomischerAssistent bei Valentin , klinischer Assistent bei Bierjier; 1859 wurde er promovirt.Seit Sommer 1862 wirkt er als Arzt des Jenner'schen Kinderspitales und Professorder Klinik und Poliklinik der Kinderkrankheiten (bis 1877 als Privatdocent dieserFächer) in Bern. Grössere Arbeiten: „Ueber Myocarditis undpernieiösen Icterus"(Schweiz. Zeitsehr. für Heilk.) -—- „Jahresberichte des Jerlner'sehen Kinderspitalesvon 1862 an" — „Erkrankungen der Schilddrüse" und „Anaesthetica" (inGerhardt's Handbuch der Kinderkrankheiten) etc. Red.
Demokedes, aus Kroton in Unteritalien, floh, wie es heisst, vor demZorne seines Vaters nach Aegina, wo er bald die dortigen Aerzte an Geschick-lichkeit übertraf, so dass er von den Aegineten mit einem Jahresgehalt von einemTalent öffentlich angestellt wurde. Nach kurzem Aufenthalt in Athen, wo er