DEJEAN. — DEJSCH.
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war in Leyden 1773 promovirt worden. Er gab Erläuterungen zu G aub's Schriften(Wien 1792, 1794, lateinisch übersetzt von Gruner ) heraus und veröffentlichte(Petersburg 1777) eine Dissertation: „De igne, sanguine etc."
Hahn bei Dechambre. Red.
Deiman, Joan Rudolph D., aus einer alten ansehnlichen AmsterdamerFamilie, wurde in Hagen (Ost-Friesland) am 29. August 1743 geboren, studirtein Halle und promovirte daselbst 1776 („De indicatione vitali generatim") . Eretablirte sich in Amsterdam als praktischer Arzt und zeichnete sich darnach aus(1778) durch seine mit v. Troostwsk veröffentlichten Abhandlungen: „Proefne-mingen omtrent de verbetering der lucht door middel van den groei der planten"(über die Lehrsätze von Priestley ). 1779 bekam er (mit v. Tr .) eine goldeneMedaille in Rotterdam, 1783 noch einmal in Haarlem. Schon 1779 hatte er sichdamit beschäftigt, den Einfluss der Elektricität auf verschiedene Krankheiten zustudiren und 1783 beantwortete er wieder, mit v. Tr ., eine Preisfrage darüber inRotterdam, während er zwei Jahre später in Paris einen Preis bekam wegen einerAbhandlung über den Nutzen der Chinarinde im intermittirenden Fieber. D. warmit v. Tr . der Stifter jener kleinen (Mitglieder waren nur Nieuwland , Boxdt,Cauwerenburgh und G. Vrolik ), doch berühmten chemischen Gesellschaft, die imAuslande allgemein als „les ehymistes Hollandais" bezeichnet wurde und die dieFrüchte ihrer Wirksamkeit in den „Recherches physico-chymiques" veröffentlichte.Als Louis Napoleon König von Holland war, ernannte er D. zum Leibarzt.I). starb 1807.
J. de Bosch, Lofrede op J. E. Deiman. Amst. 1808. c. E. Daniels.
Deisch, Johann Andreas D., lieferte, wie Siebold in seiner Geschichteder Geburtshilfe (Bd. II, pag. 426) richtig sagte, einen traurigen Beweis, dasssich die Geburtshilfe in der Mitte des vorigen Jahrhunderts an gar manchen OrtenDeutschlands in einem erbärmlichen Zustande befand. Er bediente sich in seinerPraxis der rohesten und barbarischesten Entbindungsmethoden. Schon seine zuStrassburg (1740) erschienene „Dissert. inaug. de necessaria in partu praeter -naturali instrumentorum applicatione" (4.), in der er die Notwendigkeit desGebrauches scharfer Instrumente in der geburtshilflichen Praxis vertheidigte, liessverruuthen, welchen Weg er in dieser seiner Fachpraxis betreten werde. DerErfolg rechtfertigte auch diese Vermuthung, denn in Augsburg, wo er 1743, wieSiebold sagt, seinen Würgungskreis hatte, wüthete er in grässlicher Weise unterden Gebärenden und deren Früchten. Er perforirte, zerstückelte, decapitirte ohneRücksicht auf das Leben der Früchte, so dass es gar nicht selten vorkam, dassKinder mit angebohrtem Kopf zur Welt kamen. Allein im Jahre 1753 gebrauchteer unter 61 Geburten 29 Mal scharfe Instrumente, so dass von den Müttern10 starben. Die Zange gebrauchte er nur 4 Mal, 2 operirte Mütter aber verlorenbei dieser Operation das Leben. In seiner naiven Unverfrorenheit veröffentlichteer sogar diese Resultate: „Kurze und in der Erfahrung gegründete Abhandlung,dass weder die Wendung, noch englische Zange in allen Geburtsfällen vorMutter und Kind sicher gebrauchet, noch dadurch die scharfen Instrumentegänzlich vermieden werden können" (Augsburg 1754, 8. und 1766, 8.) undführte dabei in der Vorrede an, dass, wenn seine Wirkungsweise auch einigen Wider-spruch hervorrufen sollte, man bedenken müsse, dass schon lange vor ihm scharfeInstrumente gebraucht worden seien. Der Widerspruch trat auch bald ein, indem ervor Gericht gezogen wurde. Er suchte sich zwar in neuerlichen Sehriften zu verthei-digen, doch endigte das eingeleitete Verfahren zu seinem Nachtheile, namentlich als sichdie Universität zu Helmstädt 1755 in einem angesuchten Gutachten in ungünstigerWeise über sein Treiben und seine Schriften aussprach. 1761 musste er sichdem Urteilsspruche fügen, sich der Augsburger Hebammen- und Accoucheur-Ordnung zu unterordnen, den Befehlen der Helmstädter Universität künftig nach-zukommen und nie ohne Zuziehung eines anderen Arztes von seinen Instrumenten