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BRANDES. — BRANDT.
Brandes, Rudolph B.. geboren am 18. Oetober 171)5 zu Salzuflen imFürstenthum Lippe-Detmold, machte seine Lehrzeit in der Apotheke seines Vatersdurch und bezog 1815 die Universität Halle, 1816 Erfurt, wo besonders derausgezeichnete Chemiker B cchholz sein Lehrer war. Er übernahm dann nachdem Tode des Vaters die Apotheke in Salzuflen und entfaltete eine grosse wissen-schaftliche Thätigkeit, deren Gegenstand besonders chemische Untersuchungen derMineralwässer, der mineralischen wie pflanzlichen officinellen Präparate bildeten.Ihr Werth ist von späteren Forschern allerdings sehr in Zweifel gezogen. Verdienst-voll ist seine grosse Arbeit über das Bad Meinberg: „Die Mineralquellen undSchwefelschlammbäder zu Meinberg nebst Beiträgen zur Vegetation, klimatischenund mineralogisch-geognostischen Beschaffenheit des Fürstenthum Lippe-Detmold"(Lemgo 1832, 4.). Auch in medicinische Tagesfragen griff er ein, so durch dieArbeit: „Beleuchtung der Homöopathie vom pharmaceutischen Standpunkte"(Lemgo 1828, 8.). B. war übrigens hierzu auch berechtigt, da er auf seinemHaupte den dreifachen Doctorhut der Medicin, Philosophie und Pharmacie ver-einigte. Sein Hauptwerk, das sehr breit angelegte „Repertoriuni für die Chemieals Wissenschaft und Kunst u. s. w." (1.—3. Bd. und 4. Bd. 1. LieferungA — B laps [!], Hannover 1826—33, gr. 4.) blieb unvollendet. Ein bleibendesVerdienst hat B. sich erworben durch die Gründung des „Apotheker-Vereines imnördlichen Teutschland", als dessen Oberdirector er fungirte, und des Vereins-Organes „Archiv des Apotheker-Vereines", vom Jahre 1835 an unter dem Titel„Archiv der Pharmacie des Apotheker-Vereines". Er starb im 47. Lebensjahre am3. December 1842. Max Salomen.
* Brandes, Ludwig Isra el B., geboren am 26. Oetober 1821 inKopenhagen, studirte an der dortigen Universität und wurde 1850 daselbst promovirt.Seit 1845 wirkte B. als prakticirender Arzt, seit 1863 als Oberarzt am allgemeinenKrankenhause in Kopenhagen. Seine schriftstellerischen Leistungen sind: „Derheumatismo gonorrhoica" (1848—50, Auszug in Archives generales, 1854) —„Handbuch der Lehre von den inneren Krankheiten" (4 Bd., 1859—1866).B. widmete eine besondere Thätigkeit der Gründung gewerblicher Hilfsvereine,auch wurde auf seine Initiative das Krankenhaus in Kopenhagen 1859 für unheil-bare Kranke gegründet. ]. e ( |
Brandis, Joachim Dietrich B., geboren 1762 in Hildesheim, gestorben1845 in Kopenhagen. Er wurde 1786 Dr. med. in Göttingen. Von 1803—09war er Professor an der Universität in Kiel, wo er an der Stiftung des schleswig-holsteinischen Sanitäts-Collegiums, dessen Director er wurde, wesentlichen Antheilhatte. Er wurde 1810 als königlicher Leibarzt, namentlich der Königin nach Kopen-hagen berufen. 1811 wurde er Etatsrath. 1819 wurde er Mitglied der königlichenGesellschaften der Wissenschaften in Kopenhagen. Von 1821—31 war er Mitgliedder Direction des königlichen Friedrich-Hospitals. Seine Schriften sind in E rslew'sForfatterlexikon verzeichnet. Unter denselben werden hervorgehoben: „Pathologie oderLehre von den Affecten des lebenden Organismus" (2. Aufl., Kopenhagen 1813) —„ Ueber psychische Heilmittel und Magnetismus" (Kopenhagen 1817) — „ Ueberhumanes L,elen" (Schleswig 1825) — „ Lieber den Unterschied zwischen epi-demischen und ansteckenden Fiebern" (Kopenhagen 1831) — „Erfahrungenüber die Anwendung der Kälte in Krankheiten" (Berlin 1833j — „Nosologieund Therapie der Cacliexien" (2 Bde., Berlin 1834—39) — „Ueber Lebenund Polarität" (Kopenhagen 1836) — „Om Huusholdningen" (Hospitaler.Kbhv. 1840). p p auum _
Brandt, Johann Friedrich B., wurde am 25. Mai 1802 in Jüter-bock geboren, woselbst sein Vater Arzt war. Seine erste Erziehung erhielt er imGymnasium seiner Vaterstadt; hier machte ein alter Grossonkel, Heinrich B.,ihn mit den Anfangsgründen der Pflanzenkunde bekannt. Später schickte man ihn