BRAJIBILLA. — BBANCÄLEONE.
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gewordene Universitätsbibliothek Pavias. Durch seinen Einfluss bewirkte er dieErnennung Scarpa's zum Professor der Anatomie an dieser Universität; in Wienbefürwortete er mit allen Kräften die Errichtung der militärischen medicinisch-chirurgischen Akademie „Josephinum". Kaiser Joseph II. überhäufte ihn mitEhren und schenkte ihm das herrschaftliche Gut Carpiano, Kaiser Franz II.pensionirte ihn mit dem ganzen Gehalt, worauf er nach Pavia zurückkehrte. Hierwurde ihm eine Büste an der Schwelle des anatomischen Museums errichtet und eineBronzemedaille geprägt. Während der französischen Invasion flüchtete er nachPadua, wo er am 29. Juli 1800 an einer Blasenaffection zu Grunde ging. —Das vorzüglichste unter den von ihm hinterlassenen Werken ist sein „Trattatochirurgico pratico sopra il flemmone" (1777); ausserdem sind zu erwähnen:„Storia delle scoperte fisico-medico - anatomico-chirurgiche fatte degli nomin iillustri italiani" (1777) (s. Nr. 86 unseres Quellenverzeichnisses) — „Discorsosulla primazia ed utilita della chirurgia" (in's Französische von llnguet übersetzt.1787) — „Instrumentarium, worin alle seinerzeit gebräuchlichen chirurgischenInstrumente, hierunter das später Desault zugeschriebene Kiozom, beschriehensind". Ausserdem hinterliess er gute Schriften über die incarcerirten Hernien undfilier eine besondere Hautkrankheit an einem nicht ganz dreijährigem Kinde beobachtet,welches mit Ausnahme des Gesichtes an der ganzen Körperoberfläche schwarz wurde(Verhandlungen der Wiener med.-chir. Akademie). Cantani. — H. Frölich.
Branea. An den Namen Branca knüpft sich die erste Erinnerung andas Wiederaufleben der plastischen Operationen im 15. Jahrhundert. — Es istbekannt, dass der Anfange dieser Operationen im Abendlande zuerst von Celsdsgedacht wird, dass sie höchst wahrscheinlich schon in Alexandrien geübt wurden,und dass sie vielleicht noch früher (wenn die ärztliche Sanskrit-Literatur so hochhinauf reicht) in Indien bekannt waren. Die Chirurgen der byzantinischen Periodebeschreiben dieselben ebenfalls, ohne dass sich ein Fortschritt bemerken lässt. —Bei den Salernitanischen und den späteren italienischen und französischen Wund-ärzten ist von plastischen Operationen nichts zu finden. Um so überraschenderist die Thatsache, dass die Rhinoplastik im 15. Jahrhundert von mehreren sieilia-nischen und calabrischen Wundärzten, in deren Familien sie sich als Geheinmissforterbte, geübt wurde. Die älteste Nachricht nennt als Besitzer des Geheim-nisses einen Wundarzt Bkanca aus Catania auf Sicilien. Schon diese Heimat H.'sberechtigt zu der Verniuthung, dass die Kenntniss der Rhinoplastik von Byzanzher nach Sicilien und Calabrien gelaugte. B. benutzte zur Transplantation dieHaut der Stirn oder der Wange; sein Sohn Antonio die des Oberarms. Ausser-dem ersetzte er auch Defecte der Lippen und Ohren auf plastischem Wege.Durch Schüler des jüngeren B. (einige nennen Baldassare I'avone , einen Siei-lianer) gelangte die Kenntniss der plastischen Operationen in die Hände einerFamilie Vianeo , welehe theils zu Maida, theils zu Tropaea in Unteritalien ansässigwar. Deshalb heisst ihr Geheimniss oft „Magia Tropaeensium". In der erstenHälfte des 16. Jahrhunderts werden als Besitzer desselben Vincexzo A'ianeo(um 1500), dessen Neffe Bernardino uud des Letzteren Sohn, Pietro, genannt.Die nächste Nachricht über die Rhinoplastik findet sich in der im Jahre 1460 ver-fassten, vor einiger Zeit veröffentlichten Bündth-Ertzney Heinrich's v. Pfolspkundt,welcher dieselbe durch Italiener kennen lernte und unzweifelhaft selbst ausgeführthatte (siehe die Art. Pfolspeundt und Baldenstetten ). h Haeser.
Brancaleone, Giovanni Francesco B., war um die Mitte des 16. Jahr-hunderts praktisch in Neapel und als medicinischer Lehrer in Rom thätig undtrat mit grossem Euthusiasmus für die Wirkungen der Bäder ein: „De balneis;quam, salubria sint tum ad sanitatern tuendam tum ad niorbos curandos,dialogus ad versus neotericos" (Rom 1534, Paris 1536, Nürnberg 1536). Zuletztin der Sammlung „De balneis 11 (Venedig 1553).
Biogr. med. II. ß e d.