BRANDT.
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auf das Lyceum der Stadt Wittenberg imd liier genoss er unter der Leitung dreierberühmter Philologen, W. Nitzsch, Spitzer und Friedemanw , einen ausgezeichnetenUnterricht in den alten Sprachen. Im Jahre 1821 bezog B. die Universität zu Berlin,um Mediein zu studiren; doch trieb er mit Vorliebe naturwissenschaftliche Studien,insbesondere Botanik unter Leitung des ihm sehr nahestehenden Professors H a y n eund Zoologie unter Lichtenstein. Später wurde er Amanuensis bei ProfessorBüdolphi , der ihn vielfach in seinen wissenschaftlichen Bestrebungen unterstützte.Nach Abschluss seiner medicinischen Fachstudien wurde B. am 24. Januar 1826zum Dr. med. promovirt, bestand die Staatsprüfung, erhielt die Approbation einesArztes, Wundarztes und Geburtshelfers und wurde Assistent beim bekannten DoctorHeim in Berlin. Allein die medicinische Praxis behagte ihm nicht; er gab dieAssistenz bei Hei.m auf, nahm die Stellung eines Gehilfen am anatomischenMuseum zu Berlin an und habilitirte sich 1828 als Privatdocent an der Universitätzu Berlin, hier las er seit 1829 medicinische Botanik, vegetabilische Waarenkundeund Pharmakologie. l)a sich B.'s Wünsche und Hoffnungen, eine Professur derZoologie in Deutschland zu erhalten, nicht realisirten, so folgte er im August 1831einem durch Humboldt und Rüdolphi vermittelten Rufe an die Akademie derWissenschaften zu St. Petersburg an die Stelle des nach Königsberg zurückgekehrtenII. E. v. Baer . Hier trat er sofort als Adjunct und Director des zoologischenMuseums ein und wurde im Verlaufe der nächsten zwei Jahre zum ausser-ordentlichen, dann zum ordentlichen Akademiker ernannt; in dieser Stellung ver-blieb er bis zu seinem Tode. Ausser dem Posten bei der Akademie versah B.einige Jahre das Amt eines Studieninspectors verschiedener Unterrichts-Anstalten,war 15 Jahre lang Professor der Zoologie am sogenannten pädagogischen Haupt-institut (einer Anstalt, um Lehrer zu bilden) und 18 Jahre (1851—1869) Professorder Zoologie und vergleichenden Anatomie an der medieo-chirurgischen Akademiein Petersburg. Am 12./24. Januar 1876 beging B. unter grosser Theilnahme seinerFreunde und Fachgenossen die Feier seines 50jährigen Doctor-Jubiläums. Er ver-schied im Alter von 78 Jahren am 3./15. Juli 1879 im Badeort Merekuk beiNarva (Esthland). — Ausser einigen kleinen Ferienreisen in den Harz und das Riesen-gebirge während der Studienzeit und einigen grösseren Reisen von Petersburg ausnach Deutschland, Schweiz. Oberitalien, Frankreich, Belgien, Holland und England,hat B. nur zwei wissenschaftliche Reisen in Russland gemacht. Eine Reise wurdein Begleitung des Naturforschers Radde bis Bessarabien und die Krim unter-nommen. um ein bei Nikolajew gefundenes Mastodon zu bergen; die andere führteB. ichthyologischer Studien wegen nach Kaukasien, Tiflis und Bornholm. B. warein ausserordentlich Heissiger und thätiger Forscher und Schriftsteller; das vonder Akademie in St. Petersburg zur Feier des 50jährigen Jubiläums 1876 her-ausgegebene Verzeichniss der Schriften B.'s umfasst 318 Nummern; hiezu kommennoch die in dem letzten Lebensjahre publicirten Abhandlungen, sowie eine Reihefast vollendeter Arbeiten, welche sich nach seinem Tode unter seinen Papierenfanden. Der grösste Theil der Abhandlungen B.'s ist in dem Bulletin und denMemoiren der Petersburger Akademie erschienen: ein nur kleiner Theil separat.Wir erwähnen hier ausser der bekannten, gemeinsam mit C. Ratzebug verfassten,,Medicinische Zoologie welche in 2 Bänden, Berlin 1829—1833, erschienen ist,folgende: ,, Beiträge zur näheren Kenntniss der Säugethiere Russlands" (der Zobel,die Handflügler, Castor u. s. w., acht Abhandlungen in den Memoiren der PetersburgerAkademie); ferner: „Beiträge zur Naturgeschichte des Elens 11 (Ebendaselbst) u. a. m.:eine Reihe Aufsätze ist demMammuth gewidmet; ein überaus umfangreiches Manuscript,eine Monographie über das Mammuth, hat sich nach B.'s Tode vorgefunden. —Neben einer ausgebreiteten schriftstellerischen Thätigkeit war B. unausgesetztbeschäftigt mit der Erweiterung der seiner Direction unterstellten zoologischenSammlungen der Akademie; er begründete eine zootomische Sammlung, sowie einebesondere zoologische und vergleichend-anatomische Bibliothek. Eine Anzahl Pflanzenund Thiere sind B. zu Ehren benannt, darunter Brandtia holcoides Kauth (ein