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BIANCHINI. — BICHAT.
Biancliini, Gio vaimi-Fortunato I!., italienischer Arzt und Philosoph,geboren 1720 in Chieti, machte seine Studien in Neapel, ging dann nach Venedigund von hier, einem Rufe Folge leistend, als erster Arzt nach Udine. 1777 alsProfessor der praktischen Medicin nach Padua berufen, begab er sich dahin, starbaber kurze Zeit nachher im .lahre 1779. Er publieirte mehrere kleinere Abhand-lungen, die nicht unbedeutende Kenntnisse und Erfahrungen bekunden.
U n g e r.
Bianconi. Giovanni Ludovico 15., in Bologna 1717 geboren, 1742proinovirt, wurde er Assistent im Krankenhause und machte sich durch seine guteüebersetzung der Anatomie Winslow's (1743—44) so bekannt, dass er durchsechs Jahre Leibarzt des Landgrafen von Hessen-] »armstadt. Bischofs von Augsburgwurde. Im Jahre 1750 ging er, vom Papst Benedict XIV. dem polnischenKönig August III. empfohlen, nach Dresden. Der König verlieh ihm daspolnische Bürgerrecht und schickte ihn als polnischen Gesandten nach Paris undspäter an den päpstlichen Hof in Rom. In dieser Würde starb er plötzlichenTodes 1780 in Perugio. — Er hinterliess verschiedene Werke, meist literarischenund physikalischen Inhaltes, besonders über Elektricität. Sein Hauptwerk siudseine „ Lettere sopra Aulo Cornelio Gelso" (Rom 1779), worin er gegen Tieaboschibewies, dass Celsus in den ersten Jahren der Regierung des Kaisers Augustus,als Zeitgenosse Viegil's und Horaz ' lebte.
Uffreducci, Encicl. med. it. (Vallardi). Cantani.
Biandrata ( B landrata ), G i o r g i o B., war um 1515 in Saluzzo geboren,studirte von 1530 an in Montpellier und wurde 1533 daselbst Doctor. Uebersein weiteres Leben sind die Angaben verschiedener Autoren sehr von einanderabweichend. Er wurde von dem Siebenbürgischen Woywoden Johann Zäpolya,der König von Ungarn geworden war, dorthin als Arzt berufen und blieb nachdessen Tode auch Leibarzt seiner Witwe, der Königin Isabella, Tochter desKönigs von Polen, der er folgende Schrift widmete: „Gyneceorum ex Aristotile, etBonaciolo a G. Biandrata medico subalpino noviter excerpta de foecunditatione,graviditate, partu et puerperio etc." (Argentinae 1539, 4.). Bei einem beab-sichtigten Besuche seiner Heimath 1552, kam er nur bis Mestre bei Venedig, dain jener der Bürgerkrieg ausgebrochen war. In Folge dessen übte er 2 Jahrelang in Mestre die Praxis aus, hielt sich darauf in Genf und Zürich auf, wo erein Anhänger der Calvinischen Lehre wurde, spielte später noch in Polen undUngarn auch als Staatsmann eine Rolle und wurde Leibarzt und Geheimer Rathdes Königs von Polen. Ueber die Zeit und die Art seines Todes (es wird voneiner Seite behauptet, er sei durch seinen Neffen ermordet worden) ist nichtsNäheres bekannt; man weiss nur, dass er 1587 noch am Leben war.
Malacarne, Commentario delle opere, e delle vicende di Giorgio Biandratanobile Saluzzese, Archiatro in Transilvania e in Polonia. Padova 1814. — Biografia med.Piemontese. I, pag. 201.
Cr.
Bicaise, Honore E.. französischer Arzt, geboren in Aix 1590, promo-virte daselbst und übte Praxis; er that sich rühmlich hervor während der beiden,seine Vaterstadt in den Jahren 1629 und 1649 heimsuchenden Pestepidemien.
U n g e r.
Bichat, Marie Frangois Xavier B., geboren am 11. November 1771,gestorben am 22. Juli 1802, Sohn eines Arztes zu Thoisette (Jura), studirte zuerst inMontpellier, war dann eine Zeit lang bei der Belagerung von Lyon, später imHotel Dien daselbst als Arzt thätig. Während der Jahre 1791—1793 beschäftigteer sich unter der Leitung Desault's , welcher ihm als väterlicher Freund zurSeite stand, mit Chirurgie. B. eröffnete seine Lehrthätigkeit im Jahre 1797 mitCursen über Anatomie, Physiologie und Chirurgie (später auch über pathologischeAnatomie). Im Jahre 1801 wurde er Arzt am Hotel Dieu, wo er nunmehr auchüber Arzneimittellehre las, und gründete die noch bestehende Sociöte d'emulation.