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1 (1884) Aaskow - Chavasse
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BECHER. BECK.

betreiben können. Schon mit 19 Jahren (?) habe er Salzthal'sTractatus delapide trismegisto" herausgegeben, 1660 eine Metallurgia, 1661 eine Universal-sprache, 1663 den Oedipus chimicus und ein Kräuter-, Thier- und Bergbuch.Nicht zufrieden mit dieser vielseitigen Thätigkeit unterhandelte er bald daraufmit dem Kürfiirsten von der Pfalz wegen Anlage verschiedener Fabriken in Mann-heim, mit dem Kurfürsten von Bayern wegen Anlage einer deutschen Colonie inGuyana und Stiftung einer westindischen Compagnie, gleichzeitig auch wegen einesCommercien-Collegiums, welches die heimische Industrie heben sollte. Im Jahre1666 ward er Professor der Medicin und Leibarzt des Kurfürsten in Mainz, aberschon in demselben Jahre in Wien als Commercienratli angestellt und im kaiser-lichen Auftrage nach Holland geschickt. Zunächst finden wir ihn wieder als kur-bayerischen Leibarzt und Chemiker in München, wo er ein vortrefflich eingerichtetesLaboratorium erhielt. 1669 erschien sein Buch:Physica nubterranea sex actaLaboratorii Monacensts"; aber schon in demselben Jahre finden wir ihn wiederin Colonial-Angelegenheiten des Grafen von H a n a u thätig. welche ebensowenigwie die früher erwähnten zu einem Resultat führten. 1670 finden wir ihn wiederin Wien mit den mannigfachsten volkswirtschaftlichen Projecten beschäftigt. Esgedieh davon nichts zur Reife, wohl aber zog er sich die Ungnade des Kurfürstenvon Bayern zu wegen Vernachlässigung seines Amtes in München. Auch in Wienfiel er in Ungnade, ging nach Holland und machte dort Versuche, Gold zu bereiten.Auch von hier musste er 1680 weichen. Er ging nach England und von Londonnach Schottland, um für den Prinzen Ruprecht von der Pfalz dort Bergwerkezu untersuchen. 1682 nach London zurückgekehrt, starb er daselbst im Oetober 1682.

Die Angaben über J. J. Becher 's Leben beruhen meist auf seinen eigenen Schriften.Seine Wahrhaftigkeit ist vielfach angezweifelt worden; wahrscheinlich hat er sich weit jüngergemacht als er war. H. Kopp, Beiträge zur Geschichte der Chemie. Braunschweig 1875.III, pag. 202. H. Kopp, Geschichte der Chemie. Roscher, Geschichte der National-ökonomie. Biogr. med. Allg. Deutsche Biographie. ,,, . ,

° r w. Stricker.

Becher. David B., geboren 1725 zu Karlsbad, studirte Medicin in Pragund proinovirte daselbst 1751, war Arzt in seiner Vaterstadt und starb daselbst1792 am 4. Februar. Er hat sich durch seine öfters aufgelegteNeue Abhand-lung vorn Karlsbade'' (Prag 17661768, 3 Bände) grosse Verdienste um dasAufblühen dieses Curortes erworben.

Biogr. med. "VVnrzbach. W. Stricker.

Beck, Karl Joseph 1!., wurde am 27. Juni 1794 in dem StädtchenGengenbach in Baden geboren, wo sein Vater als Arzt und Physikus thätig war.Zwei Monate nach der Geburt B.'s war sein Vater als ein Opfer seines Berufesam Typhus gestorben. Der so früh verwaiste Knabe lebte mit seiner Mutter biszum Jahre 1799 in seinem Geburtsorte, kam aber alsdann, da seine Mutter sichzum zweiten Male verheiratete, nach Freiburg in Baden. 1808 bezog er die dortigeUniversität, welche er später mit Tübingen vertauschte. Doch führte ihn derinzwischen ausgebrochene Krieg von der Universität in's Feld und finden wir ihnwährend des Jahres 1813 im Feldhospitale zu Schüttern als interimistischenRegimentsarzt thätig. Nach Beendigung des Feldzuges nahm er seine unter-brochenen medicinischen Studien wieder auf und absolvirte die officiellen Prüfungen,um alsdann im vierten grossherzoglichen Linienregiment als Regiinentsarzt einzu-treten. In dieser Stellung machte er auch deu Feldzug von 1815 mit und leiteteeine Zeit lang selbstständig ein Feldhospital in Hagenau. Nach Wiederherstellungdes Friedens begleitete er zwar sein Regiment in dessen Garnisonsort. doch ver-weilte er nur zwei Jahre in seiner Stellung als Militärarzt und trat im Jahre 1817mit Beibehaltuug seines Gehaltes eine grössere wissenschaftliche Reise an in Be-gleitung seines Freundes Chelius . Wien, Berlin, Göttiugen, Würzburg und Pariswurden besucht und dabei hauptsächlich Chirurgie und Augenheilkunde getrieben.Nach seiner Rückkehr erhielt er alsbald einen Ruf als ausserordentlicher Professor