BECK.
und Assistent der chirurgisch-geburtshilflichen Klinik in Freiburg, dem er auchnatürlich mit Freuden Folge leistete und 1818 definitiv nach Freiburg übersiedelte.Kaum 25 Jahre alt, wurde er im Jahre 1819 bereits Ordinarius und Kreishebearzt,d. h. Lehrer und Iiispector des Hebammen wesens. Er entwickelte nun in dieserStellung sowohl praktisch wie wissenschaftlich eine ungemein rege Thätigkeit, undals 1829 das Directorat der chirurgischen Klinik in Freiburg erledigt war, erhielter dasselbe. Und hiermit fangt seine hervorragende Thätigkeit als ausübenderOperateur, sowie als chirurgischer Lehrer an. Doch scheint er den Strapazen seinesBerufes körperlich nicht genügend gewachsen gewesen zu sein, wenigstens beginnter bald zu kränkeln und an Erscheinungen zu leiden, die auf einen chronischendestruetiven Process in den Lungen zurückzuführen waren. Am Schicksal derUniversität Freiburg hatte er selbstthätig insofern einen Antheil genommen, als erdie von Seiten des Ministeriums im Jahre 1832 verordnete Aufhebung, resp. dieSchliessung der Hochschule mit Hilfe anderer akademischer Oollegen zu verhindernwusste. Die Regierung ging auf seine Vorschläge ein, eröffnete die Universitätauf's Neue, reorganisirte sie, und B. trat als Prorector an die Spitze des neugestalteten Institutes. Unter scheinbaren Besserungen und immer wiederkehrendenVerschlechterungen schleppte sich B. noch bis zum Jahre 1838 hin, wo er am15. Juni plötzlich starb. — Seine wissenschaftliche Thätigkeit war eine sehrumfassende; ganz besondere Aufmerksamkeit schenkte er der Augenheilkunde undsein „Handbuch der Augenheilkunde" (welches in kurzer Zeit zwei Auflagen,die letzte im Jahre 1832 erlebte) gehörte unstreitig zu den besten derartigenWerken der vorgraefeschen Zeit. Auch seine „Abbildungen von Krankheitsformenaus dein Gebiete der Augenheilkunde" (Heidelberg 1835), welches er als eineVervollständigung seines Handbuches herausgab, fand allgemeinen Beifall. Ausserdiesen hervorragenden ophthalmologischen Leistungen veröffentlichte er noch eineganze Reihe chirurgischer Schriften.
Eine Zusammenstellung seiner Arbeiten findet sich: Neuer Nekrolog der Deutschen.
17. Jahrg. 1839, I. Thl., pag. 580, Weimar 1841. ,,
^ Magnus.
Beck, Theodoric ßomeyn B., Professor der Medicin in Albany, NewYork, der ältere Bruder von John und Lewis B. (s. diese), war am 11. August1791 zu Schenectadv, New York, geboren, besuchte das Union College bis 1807,kam dann in die Lehre bei Dr. Low und Dr. MC. Clelland in Albany, vollendeteseine medicinische Ausbildung jedoch zu New York bei Dr. David Hosack undim College of Physicians and Surgeons. Er wurde 1811 Doctor mit der Inaugural-These: „ (ja insanity" . 1815 wurde er Professor der medicinischen Institutionen undDocent der gerichtlichen Medicin in dem College of Physicians and Surgeons,welches für den westlichen District des Staates New York zu Fairfield 3 Jahre vorhererrichtet worden war. Eine von ihm 1825 gehaltene Eröffnungsrede: „On theUtility of country medical institutions" beschäftigt sich mit den Verhältnissendieser und ähnlicher Anstalten. Bereits 1817 hatte sich B. gänzlich von derPraxis zurückgezogen, indem er zum Principal in der Albany Aeademy ernanntwurde. 1829 wurde er Präsident der New York State Medical Society, in welcherseine erste Festrede die „Medical evidence" zum Gegenstande hatte. Er wiesdarin auf die Notwendigkeit der Anstellung von bezahlten Gerichtsärzten hin.B. setzte seine Vorlesungen über gerichtliche Medicin und Materia medica im Fair-field Medical College bis zu dessen Auflösung 1840 fort und wurde darauf Professorder Materia medica im Albany Medical College, gab diese Professur aber 1854wegen geschwächter Gesundheit auf, nachdem er 1848 seine Stelle als Principalder Akademie niedergelegt hatte. Er war Präsident und Mitglied mehrerer wissen-schaftlichen Gesellschaften und Behörden. Sein Hauptwerk aber, das seinen Namenberühmt gemacht hat, sind die „Elements of medical jurisprüdence" (2 voll..Albany 1823, in 12 Auflagen bis 1863 erschienen; nach B. 's Tode von C. R. Gilmaxherausgegeben: es befinden sich darunter auch 4 englische, mit Anmerkungen