ARNOLD.
im Frühjahr 1835 als Professor der Anatomie nach Zürich berufen worden war,folgte er ihm im Herhst desselben Jahres dahin nach und lehrte von da ab biszum Herbst 1840 über dieselben Fächer als ausserordentlicher Professor. In dieseZeit fällt die Herausgabe seines „Lehrbuch der pathologischen Physiologie desMenschen", (2 Theile, Zürich 1837, 1839), welches den II. Band des mit seinemBruder zusammen herausgegebenen Werkes: „Die Erscheinungen und Gesetzed.eslebenden menschlichen Körpers im gesunden und J,-ranken Zustande" darstellt,und der physiologischen, pathologischen und therapeutischen Monographie: „DasErbrechen, die Wirkung und Anwendung der Brechmittel" (Stuttgart 1840).Er entsagte dann der akademischen Laufbahn, liess sich im Frühjahr 1841 inHeidelberg als praktischer Arzt nieder und verfasste noch, abgesehen von zahl-reichen, in Zeitschriften veröffentlichten Abhandlungen, insbesondere über dieAnwendung und Wirkung verschiedener Arzneimittel: „Hie Lehre von derReflexfunction, für Physiologen und Aerzte" (Heidelberg 1842) — „ lieber dieVerrichtung der W urzeln der Rückenmarksnerven. Physiologische und patho-logische Untersuchungen zur Würdigung der Bell'sclien Lehre" (Heidelberg1844) — „Das rationelle specifische oder idiopathische Heilverfahren alsnaturgesetzliche Heilkunst dargestellt" (Heidelberg 1851). — A. gab 1866wegen körperlichen Leiden die Stadtpraxis auf, und starb am !). Juni 1873.
Gurl t.
• Arnold, Friedrich A., Geheimer Hofrath und emeritirter Professor derAnatomie und Physiologie zu Heidelberg, ist am 8. Januar 1803 zu Edenkobenbei Landau in der Rheinpfalz geboren, studirtc zusammen mit seinem älteren BruderJohann Wilhelm A. (s. diesen) von 1821—1825 Medicin auf der Universitätzu Heidelberg, woselbst T iedehann und F ohmann seine Lehrer in der Anatomiewaren. Er wurde am 7. September 1825 daselbst zum Doctor med. promovirtmit der „Diss. inaug. sistens observationes nonnullas neurologicas de parteeephahea nervi sympathici in hornine" (Heidelbergae 1826, 4. c. tab.). Iu dem-selben Jahre, 1826, in welchem er mit seinem Bruder die naturwissenschaftlichenund mcdiciniscben Anstalten zu Paris besuchte und in welchem er im Herbst als Pro-sector der anatomischen Anstalt zu Heidelberg angestellt wurde, veröffentlichte er (inT iedemann's und T beviranus ' Zeitschrift für Physiologie, Bd. II) eine „Beschrei-bung des Kopftheiles des sympathischen Nerven beim Kalbe, nebst einigenBeobachtungen Uber diesen Theil beim Menschen". Zwei Jahre später folgte:„Leber den Ohrknoten, eine anatomisch-physiologische Abhandlung" (Heidelberg1828. 4. mit Abbildungen) und in einigen weiteren Abständen: „Der Kopftlieil desvegetativen Nervensystems beim Menschen in anatomischer und physiologischerHinsicht" (mit 10 Kupfertafeln, Heidelberg und Leipzig 1831. 4.) und „Anato-mische und physiologische Untersuchungen über das Auge des Menschen" (mit3 Tafeln, ebenda 1832, 4.). Wie man sieht, waren A.'s erste anatomisch-physio-logische Arbeiten sämmtlich der feineren Anatomie des Nervensystems und derSinnesorgane gewidmet. Im Jahre 1834, iu welchem er zum ausserordentlichenProfessor in der medieinischen Facultät zu Heidelberg ernannt worden war, erschienenauch seine „Lcones nervorum capitis" (c. IX tabb. Heidelberg. 1834, gr. Fol.; Edit. II.atque emendatior, 1860). ■— Im Frühjahre 1835 folgte A. einem Rufe als ordent-licher Professor und Director der anatomischen Anstalt an der Universität Zürich,woselbst er 5 Jahre blieb. In diese Zeit fällt die Herausgabe seines „Lehrbuchder Physiologie des Menschen" (1836—1840) als 1. Band des in Geineinschaftmit seinem Bruder Job. Willi. A. bearbeiteten Werkes „Die Erscheinungen undGesetze des lebenden menschlichen Körpers im gesunden und kranken Zustande".In dem Lehrbuche der Physiologie sind namentlich die Ergebnisse von A.'s histo-logischen. Arbeiten niedergelegt, die er bereits 1832 begonnen hatte. Dieselbenhaben, abgesehen von mannigfaltigen Eiuzelforschungen, insbesondere wegen derdaraus abgeleiteten Theorie über den Bau und die Entwickelung des von ihm an-genommenen histologischen Elements im thierischen Körper eine hervorragende