ANDEAL.
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wenn auch in sehr verschiedenen Proportionen, umfasst und nicht nur gewissermaasseneine Generalübersicht der staunenswerthen, klinischen Thätigkeit A.'s, sondern zu-gleich das grundlegende Werk für die medicinische Klinik überhaupt, wie sie sichwenigstens in Frankreich wesentlich auf Grundlage der Lehren und EntdeckungenLaennec's entwickelt liat, darstellt. Dieselbe erschien zuerst in den Jahren 1823 bis1827, dann wiederholt herausgegeben (3. Aufl., Paris 1834; 4. ibid. 1840; dieletzte 1848) und vielfach übersetzt, sowohl im Ganzen, wie in ihren einzelnenTheilen, namentlich die die Krankheiten des Nervensystems betreifenden (einedeutsche Gesammtübersetzung in 5 Bänden, 1842—1845; „Vorlesungen über dieKrankheiten der Nervenherde", deutsch von Beheend , Leipzig 1838; „Krank-heiten des Gehirns" — nach dem 5. Theile der Clinique medicale — deutsch vonKahler , in 2 Theilen, Königsberg 1837). -— A. spricht sein klinisches Glaubens-bekenntniss selbst dahin aus, dass es Aufgabe der Klinik sei, die einzelnen Krank-heitsfälle (die „krankhaften Individualitäten") zu analysiren, sie sodann zu ver-gleichen und aus dieser Vergleichung endlich gewisse allgemeine Principienherzuleiten, die geeignet seien, um einen klinischen Krankheitstypus zu eharak-terisiren. Ausserdem aber könne der Kliniker auch der Aufgabe sich nichtentsehlagen, gestützt auf das ihm vorliegende tatsächliche Material, die Fragen,welche die Wissenschaft bewegen, zu erörtern und gelegentlich zu entscheiden.Man vergleiche nur diesen Standpunkt mit dem beispielsweise von einem Aber-crombie (siehe diesen Artikel) und anderen Zeitgenossen A.'s eingenommenen, umdie ganze Verschiedenheit und zugleich die immense Ueberlegenheit des ersterenzu empfinden; nur durch ihn konnten wir zu einer „klinischen Medicin" in demSinne, wie wir diesen Ausdruck heute zu gebrauchen pflegen, wirklich gelangen.A. glaubt in dieser von ihm- eingeschlagenen klinischen Eichtling den PfadenMorgagni'* zu folgen, dem er besonders in der starken Betonung des patho-logisch-anatomischen Befundes Rechnung trägt, während er dagegen in der Aus-bildung der Semiotik, in dem steten Bemühen, die Resultate der Leichenöffnungenmit den intra vitam beobachteten Krankheitserscheinungen im Interesse der klini-schen Diagnostik in Einklang zu bringen, an seinen grossen Vorgänger Laennecunmittelbar anknüpft. Uebrigens bekennt sich A. als Eklektiker „aus Notwendigkeitwie jeder Arzt am Krankenbette es sein muss", dem alle Systeme nur dazu gutsind, um als theoretische Ideen angesichts der Thatsachen selbst fort und fortgeprüft und von letzteren entweder widerlegt oder beglaubigt zu werden. DiesenAnschauungen entspricht auch die Therapie, welche sich durchgehends von allenschulmässigen Excentricitäten, namentlich von dem blutgierigen Fanatismus derBROüSSAis 'schen Schule, fernhält und eine wohlthuende Nüchternheit beobachtet;hervorzuheben ist unter Anderem, dass A. bereits auf den Nutzen der Kälte beiEntzündungs- und fieberhaften Krankheiten, speciell auch bei Typhus,.aufmerksammachte. — Der Gang der Darstellung ist im Allgemeinen der, dass die abzu-handelnde Krankheitsspecies zuerst an einer Reihe von klinischen Einzelfällenexemplificirt wird, die in knappen und kurzen Zügen das Bild des Krankheits-verlaufes, sowie eventuell den Sectionsbefund, nebst kurzem epikritischem Commentardes letzteren vorführen. Daran schliesst sich alsdann erst die eingehende undausführliche Gesammtbetrachtung der Krankheit, welche somit anscheinend vonselbst aus allen diesen ad oculos demonstrirten Einzelfällen hervorwächst , undwobei nun die verschiedenen Formen, Ursachen, Symptome, Dauer und Aus-gänge, endlich die Behandlung specielle Berücksichtigung finden. Besondersbeachtenswerth und nicht nur für ihre Zeit bedeutend, sondern auch wegen derminutiösen und treuen Detailbeobachtung noch heutigen Tags von Interesse sinddie Casuistik der Herz- und Lungenkrankheiten (die Abschnitte über Pericarditis,Pleuritis, Lungenphthise u. s. w.), sowie auch die der Gehirnkrankheiten, welchevon A. mit vielfachen neuen Erfahrungen und Thatsachen bereichert wurden.Von A.'s sonstigen Publicationen sind sein „Tratte d'ancitomie pathologiqite,"(Paris 1829, in drei Bänden) zu erwähnen, wovon der eine, ausschliesslich