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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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SCHEINTOD

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passen Tinct. opii mit Liq. c. c. sncc. und Liquor anodyn. ana p. d. 25—30 Tropfen, Naphtha, Mosebus, etwas Wein uud andere belebende undberuhigende Mittel. 3) Ohnmacht durch Aderlass. Wird verhütet, wennder Mensch, während das Blut fliesst, platt liegt. Ist sie da, dann Ruheund horizontale Lage des Körpers. Hält sie an, dann Essig, Spirit. sal.ammon. caust. etc. 4) Ohnmacht durch starke Gerüche. Hier passen reine,kühle Luft, Besprengen des Gesichts mit Wasser, mit Essig, Essigumschlägeum die Stirn. 5) Ohnmacht durch organische Fehler des Gehirns und desHerzens u. s. w. Hier passen kein Liquor, keine Naphtha, sondern kleine■wiederholte Blutausleerungen, kühlende Mittel, antiphlogistische Diät, De-rivantia. 6) Ohnmacht der Verhungerten. Man gebe hier zuerst ja keinefesten Speisen, keine starken Suppen, sondern Haferschleim, Mandelemul-sion, schwache Kalbfleischbrühe mit Eidotter, anfangs in kleinen Portionenund in kurzen Zwischenräumen gereicht, später etwas Wein und weichge-kochte Eier, festere Nahrung, etwas Weissbrot u. s. w. 7) Ohnmacht durchunterdrückte B/utuDgen. Cur. Wie bei Ohnmacht durch organische Fehler;s. Nr. 5. — Höchst wichtig ist die Cur der höhern Grade von Ohnmacht,der Asphyxie, besonders wenn sie von plötzlich einwirkenden Ursachen ab-hängt (Behandlung Verunglückter). Die allgemeine Behandlung der Verun-glückten ist so bekannt, dass ich sie füglich übergehen könnte. Licht,Luft und Wärme sind die ersten und grössten Heilmittel bei allen Asphy-ktischen der Art. Hier die speciellere Behandlung.

Asphyxie - der Neugeborenen. Bei schweren, zumal Fussgeburtenkommt das Kind oft scheintodt zur Welt. Ist das Gesicht roth, dunkelblau,sind alle Zeichen der Blutcongestion da, so lässt man 1 — 2 Esslöffel vollBlut aus der Nabelschnur, reinigt den Mund vom Schleime, reizt den Schlundzum Erbrechen, bläst gelinde Luft ein, besprengt das Gesicht mit kaltemWasser, legt das Kind in ein laues Bad, wendet ein kaltes Tropfbad aufdie Herzgrube an. Ist das Kind aber wahrhaft ohnmächtig, ganz blass, soschneidet man die Nabelschnur nicht gleich durch, sondern legt das Kindmit der Nabelschnur uud Placenta in ein warmes Bad von aromatischenKräutern, mit Zusatz von Wein, Branntwein, frottirt es mit warmen Tü-chern, bläst Luft ein, hält Naphtha, Salmiakgeist u. s. w. unter die Nase,giebt reizende Kiystiere, macht kalte Anspritzungen auf die Herzgrube u.s.w.NB. Man geht hier, wie in den meisten B'ällen des Scheintode«, von dengelindern Reizmitteln zu den stärksten über; wendet man letztere zu frühan, so schaden sie sehr. Als letztes Mittel kann mau die Elektricität undden Galvanismus versuchen.

Asphyxie bei Berauschten. Findet am häufigsten bei Kindern, diezufällig über Wein oder Branntwein kommen, statt. Cur. Warmes Wasserund Butter oder ein Vomitiv aus Ipecacuanha zum Erbrechen, Waicheu mitEssig, Essig und Wasser zum Getränk; bei Congestionen zuin Kopfe Blut-egel an den Hals. Kaltes Wasser, womit der Kopf bei nacktem Körper be-gossen wird, was die Russen häufig thun, erweckt am schnellsten aus tie-fem Rausche {Trotter), zugleich lässt man ein Glas starkes Salzwässer trin-ken (Firey); auch heben 6—10 Tropfen Liq. ammon. caust., in ein GlasWasser gemischt, schnell den Rausch; um denselben zu verhüten, räth Ga-len an, vor dem Trinken des Weins sieben bittere Mandeln zu essen. Gegendie Trinksucht und zur Verhütung des traurigen Säuferwahnsinns sind bitter«Kxtracte mit Acid. sulphjr. dilut. ein gutes Präservativ ( Brühl-Cramer).

Asphyxie durch Genuss von Giften. Findet vorzüglich bei nar-kotischen Giften statt. Cur. Scharfe Vomitive oder, noch besser, früheEntfernung des Gifts aus dem Magen durch die Magenpumpe von IVeiss inLondon, durch die Apparate von Juke und Heed (s. Henke 's Zeitschrift fürStaatsarzneikunde. 1827. Heft 4. S. 42S — 70), frische Luft, Reiben desKörpers, Waschen mit Essig, mit Naphtha aceti, Essigklystiere, späterEssig zuin Getränk; und die specielle Behandlung für die einzelnen Fälle;bei heftigen Congestionen zum Kopfe und Zufällen der Apoplexie dürfenauch die Blutausleerungen nicht versäumt werden; s. Gift.

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