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2 (1840) L - Z. Supplemente A - Z
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SCHEINTOD

nicht sogleich beraubt wird, so nennt man Ihn schelntodt." Die Zufälletiefer Ohumacht und des Scheintodes sind — nach Most (Kncyklopädie dermed. chir. Praxis. 2. Aufl. 1837. Thl I. Artik. Asphyxia) — Mangel anBewusstsein, an Empfindung und willkürlicher Muskelbewegung. Ausserdemfindet noch Unterdrückung der Respiration und des Blutuinlaufs statt, wo-durch »ich die Ohnmacht vom Schlagflusse unterscheidet; auch ist in denmeisten fällen die Gesichtsfarbe blass. Nach den verschiedenen Gradender Stärke und Dauer der Ohnmacht unterscheiden wir 1) Lipothymia, De-liquium animi, d. i. eine massige Ohnmacht von kurzer Dauer mit Schwin-del, Betäubung, Dunkelwerden vor den Augen, Ohrensausen, wobei dasAthmen, der Puls und das Bewusstsein nicht völlig unterdrückt sind; 2) Syn-cope, ein höherer Grad der Lipothymia. Der Puls ist sehr klein, unter-drückt, das Athemholen sehr schwach, das Bewusstsein verschwunden, Ge-sicht und Extremitäten kalt, bleich, und mit kalten klebrigen Schweissenbedeckt; zuweilen ist ein Mittelzustand zwischen Apoplexie und Synkopeda ( Apolepsis); 8) Asphyxia, Scheintod (Apsychia) f der höchste Grad derOhnmacht; ein Zustand, in seinem Äussern dem wahren Tode ganz ähnlich,wo das Leben nicht erloschen, nur auf die niedere Stufe der Vegetation re-ducirt 19t. Die gewöhnlichen Zeichen des Todes sind da, aber das sicherste(die beginnende Verwesung) fehlt. Die Dauer solcher leichten oder schwe-ren Ohnmächten ist bald nur von einigen Minuten, bald von mehreren Ta-gen. Das Wesentliche derselben ist: plötzliche Verminderung oder Erschö-pfung der Reizbarkeit des Gesammtorganismus, die bei der Apoplexie nurpartiell, im Gehirn und in den grössern Nervenstämmen stattfindet. Ur-sachen. Hysterische und Hypochondriaten, ferner alle schwache, nerven-reizbare Personen, die starken Blut-, Milch-, Samenverlust erlitten haben,die an organischen Fehlern des Gehirns, der grossen Blutgefässe, an Blut-congestiooen, an Karditis, Aneurysmen, an Syncope anginosa, an Kata-lepsis leiden, haben grosse Disposition zu Ohnmächten. Gelegentliche Ur-sachen sind theils allgemeine, theils örtliche. Zu erstem gehören Erschö-pfung durch übermässige Ausleerungen von Blut, Samen, Durchfälle, anhal-tendes Hungern, schwere Geburten, heftiges Tanzen, grosse Schmerzen,Nachtwachen, heftige Leidenschaften uud AH'ecten (Zorn, Schreck), unter-drückte Blutungen, Luftentziehung, Einwirkung irrespirabler Gasarten, nar-kotischer Mittel in grossen Dosen, grosser Kälte, Blitzstrahl u. s. w. Zuletztern rechnen wir die verschiedenen organischen Kehler im Gehirn, imHerzen uud in den grossen Gefässen, Alles, was die Blutcirculation durchDruck, Pressung stört (Geschwülste, Verwachsungen, enge Kleidung), wasdie Respiration unterdrückt: heftige Anfälle von Asthma, Strangulation, Er-trinken im Wasser u. s. w. Prognose. Ist verschieden. Ohnmächten austransitorischen Ursachen: Schreck, Hysterie u. s. w. bedeuten wenig, ge-fährlicher sind die, denen organische Fehler des Gehirns, des Herzens zumGrunde liegen; oie kehren häufig wieder, und dieser Umstand lässt jeneFehler vermuthen. Behandlung. Ist nach den Ursachen sehr verschie-den, daher es, einige allgemeine praktische Cautelen ausgenommen, keineallgemeingültige Behandlungsart für alle Fälle giebt. Wir müssen uns daherauf die hier folgenden speciellen Fälle und Arten beziehen, und folgendePunkte berücksichtigen: 1) Viele Ohnmächten sind heilsame Bestrebungender Natur, um heftige Schmerzen, den heftigen Tumult im Blut- und Ner-vensysteme zu beschwichtigen und die innern Disharmonien zu heben. Diesvergessen die meisten Laien. Hierher gehören die Ohnmächten der Verblu-teten, der Hysterischen, der Geisteskranken ( Schneider, Advers. T. II.),die Ohnmächten nach heftigen Gemütsbewegungen. Hier dürfen wir nichtgleich Reizmittel anwenden; sie passen erst nach Verlauf einiger Zeit, wennder Krauke sich nicht von selbst erholt bat. Man sorge nur für frischeLuft, Entfernung jeder engen Kleidung und für Ruhe. Sind 15 Minuten,ohne dass der Mensch erwacht, verflossen, so kann man Liquor anodyn.,Naphtha aceti geben, an Salmiakgeist riechen, mit Essig Gesicht und Händewaschen lassen u. s. w. 2) Ohnmächten durch heftige Schmerzen. Hier