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LAPAROTOMIA
Hervorragungen zeigen ihren Sitz an. Im Netze kommen sie am zahlreich-sten vor, wo sie dann das Abdomen ausserordentlich ausdehnen, Bei Hy-drops ovarii ist der Unterleib verschieden und besonders an der leidendenBeckenseite erhöht. Eine deutliche Geschwulst mitten am Unterleibe, diesich vom Schambogen gleichsam erhebt, deutet auf Tumor uteri. Die Leberzeigt sich durch eine volle, elastische, kissenförmige Anschwellung des obernTheils des Unterleibes, und zwar gewöhnlich zuerst an der rechten Seitebeginnend, aber allmälig nach der linken Seite hin, und selbst bis unter denNabel sich erstreckend. Milz, Nieren, Harnblase bewirken Auftreibungendes Unterleibes, die der Lage dieser Theile entsprechen; die letztere na-mentlich erhebt sich bisweilen bis zum Nabel, wird aber erkennbar durchihre eiförmige Gestalt. — 4) Zeichen aus der dein tastenden Fin-ger mitgetbeilten Empfindung. Die normale Bauchhaut ist von derfettigen und serösen Ausdünstung elastisch anzufühlen, nicht aber bei gros-ser Magerkeit, auch nicht in der Cholera; bei Fettansammlung wird sie hart,widerstrebend, bei Anasarka ist sie weich und teigig beim Druck, beimEmphysem ist sie sehr elastisch und kreischt eigenthüinlich, wenn manaufdrückt. Fühlt sich der Unterleib ganz oder zum Theil knotig an,mit kleinen drüsenförmigeu Körpereben bedeckt, die unter der Haut zusitzen scheinen, so deutet dies bei Kindern auf Mesenterialdrüsenleiden, beiErwachsenen auf krebsartige Degenerationen innerer Organe. Brightdiagnosticirte aus der fühlbaren knotigen Beschaffenheit in den Leisten-gegenden den Cancer recti, ja er erkannte schlimme Krankheiten des Eier-stocks und der Lungen aus der äussern knotigen Beschaffenheit der Haut.Zuweilen sind die Bauchmuskeln abnorm coutrahirt, hart und unnachgie-big , was auf Lungenübel mehr als Unterleibsübel deutet. Bei Tetanus sinddie Bauchmuskeln oft steinhart und so contrahirt, dass sie wirklich zerreis-sen. Fühlt der Finger ein Schwappen im Unterleibe, so können wir nurdann erst auf Ascites schlies6en, wenn bei veränderter Lage und Stellungdes Kranken die Fluctuation an den abhängigen Theilen immer deutlicherals ah andern Theilen wird. Legt man die flache Hand auf den Unterleibund bewirkt einen leichten Druck, hat man dann ein Gefühl von undeutli-chem Crepitus, ungefähr als wenn man neues Leder drückt oder biegt, sodeutet dies meist auf Pseudoadhäsionen zwischen den verschiedenen Theilendes Bauchfelles. Hat sich in letzterem viel plastische Lymphe abgelagert,z. B. im Verlauf der Peritonitis puerperalis, so bekommt man durch dieFinger das Gefühl, als wenn man eine teigige Masse betastet; und sindauch die Därme mit in diese plastische Masse durch Adhäsionen hineinge-zogen, so bekommt man das Gefühl von einem harten, knotigen, klumpigen,Gegenstand. Bei organischen Fehlern der Leber und Milz etc. muss derKranke vor der Untersuchung durch Anziehen der Schenkel die Bauchmus-keln erschlaffen. Bei chronischein Magenleiden schmerzt schon ein ober-flächlicher Druck in der Magengegend, bei Pankreasleidea nur ein tieferDruck. Bei grosser Degeneration der Leber kann bei Frauenzimmern dieUntersuchung fälschlich leicht auf Graviditas extrauterina \ erdacht geben.Bei acuten Entzündungen wird ein leiser Druck aufs leidende Organ, we-gen Vermehrung der Schmerzen, oft gar nicht ertragen; ein heftiger dage-gen recht gut, indem er betäubend und schmerzstillend wirkt, sowie dennauch aus diesem Grunde der Kranke gern auf der leidenden Seite liegt.Über die so wichtige äussere Untersuchung des Unterleibs der Schwangernund Kreisenden ist der Artikel Graviditas nachzulesen.
üaparotomia$ der Bauchschnitt, früher auch Gastrotomia ge-nannt, dagegen man jetzt dieses Wort nur von der Eröffnung des Magensgebraucht. Sie geschieht, um krankhafte Producte, z. B. ein Extravasat,einen Foetus extrauterinus, fremde Körper aus der Unterleibshöhle zu ent-fernen, oder auch, um eine Operation an den Abdominaleingeweiden: Eröff-nung des Magens und der Gedärme, die Ausrottung eines entarteten Eier-storks, die Sectio caesarea vorzunehmen. Es ist eine höchst gefährliche