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4 (1908) Die Samen und Früchte : mit 14 Taf. u. 16 Holzschnitten
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unter Lösung der ehemaligen Stärke gewonnen wurden. Die reinsten, rein weissenderartigen Dextrinpräparate kommen des hohen Preises wegen kaum für Fälschungenin Betracht. Die hilligeren, unverpulvert (Körnerform) meist gelben, als Pulveraber ziemlich weissen Sorten würden dagegen ein Fälschungsmaterial abgeben, dasunter dem Mikroskop nicht sofort von Gummi arabicum zu unterscheiden ist. Einderartiges Dextrin besteht ebenfalls aus farblosen Schollen, an denen sogar nichtselten Streifung wahrgenommen wird (Glycerinpräparat). Um etwaige derartige Fäl-schungen mikroskopisch nachzuweisen, verfahre man folgendermassen:

Wasserhaltigem Glycerin (6 Theile Glycerin, 1 Theil Wasser) werde so vielconcentrirte, tief dunkelbraune Jod-Jodkaliumlösung 1 ) zugesetzt, dass sich dieFlüssigkeit hellgelb färbt. Dieses Gemisch benutze man zur Herstellung einessofort zu untersuchenden Präparates. Schollen und Splitter aus Gummi arabicumbleiben in ihm farblos, während die aus Dextrin bestehenden sich, in dem Maasse,als eine Lösung eintritt, mit seltener violetten, häufiger röthlich- oder gelblich-bräunlichen bis braunen Farbstoffzonen umgeben. Wurde nicht zu viel Zusatz-flüssigkeit verwendet, so halten sich die Farbstoffzonen längere Zeit. Andernfallszerfliessen sie bald in Folge von Strömungen der Flüssigkeit unter dem Deckglas.

Da die Lösung der Schollen und Splitter, von Gummi arabicum sowohl wievon Dextrin, nur langsam vor sich geht, so tritt die Reaction gewöhnlich erst nacheinigen Minuten ein. Ist sie vorgeschritten, so sieht man, besonders bei starkemDextringehalt, auch schon mit unbewaffnetem Auge die Farbstoffzonen als bräun-liche Tupfen in dem Präparat. Viel genauer ist natürlich die Prüfung unter demMikroskop. Nur sie gestattet auch die Feststellung sehr geringer Dextrinzusätze,wie die Beurtheilung des Mengenverhältnisses der Mischung, also des Gradesder Fälschung.

Erwähnt sei hier noch, dass auch die letztgenannten Dextrinsorten vielfachnicht absolut stärkefrei sind. Allerdings nur ganz vereinzelte Stärkekörner, diein Form und Grösse von den oben genannten des Gummi arabicum abweichen undsich als Kartoffelstärke erweisen, lassen sich bei eifrigem Suchen auffinden. IhrVorkommen bestätigt den in der Farbenreaktion gegebenen Befund.

Bei Fälschungen mit Traganth kann es sich, des Preises wegen, wohl nur umganz geringwertige, sonst schwer zu verwerthende Sorten handeln. Sie verrathensich, ganz abgesehen von gewöhnlich starker Beimengung pflanzlicher Gewebereste,durch das Auftreten von Stärke in den Traganthschollen bei deren erster Quellung,sowie durch das Vorhandensein freier derartiger Stärke in grösseren Quantitätennach der Verquellung 2 ).

') Bei schwächeren Lösungen unterlasse man den Zusatz von Wasser zum Glycerin, damit Zunahme des Wassergehaltes die Reaktion an Schärfe verliert.

2 ) Vergl. Bd. IY, pag. 192.