LIL Gold, Aurum, Au = 196.
874. Das Gold findet sich fast nur gediegen, aber in derRegel mit geringen Mengen anderer Metalle (namentlich Sil-ber) legirt in quarzigen Urgebirgsmassen eingesprengt, durchderen Verwitterung es in die Geschiebe, in den Sand derBäche und Flüsse und das aufgeschwemmte Land gelangt. Insehr geringen Mengen "kommt es in manchen Erzen des Bleies,Kupfers und Silbers vor und, zusammen mit anderen Metallen,in Verbindung mit Tellur in den siebenbürgischen Erzen.Wegen seines hohen specifischen Gewichtes kann es aus demSande goldführender Flüsse oder aus den zerpochten Gesteinendurch Schlämmen mit Wasser (Goldwäscherei) gewonnen wer-den, oder es wird durch Quecksilber ausgezogen und dasflüssige Goldamalgam aus eisernen Retorten destillirt, wobeizunächst schwammiges Gold zurückbleibt.
Zur Bereitung nahezu reinen Goldes, des sogenanntenFeingoldes, werden verschiedene Wege benutzt. Früher wurdedie Trennung von beilegirtem Silber und Kupfer durch wässerigeSalpetersäure (daher „Scheidewasser") bewerkstelligt. Da die-selbe nur dann alle Beimengungen vollkommen und gar keinGold löst, wenn die Menge des letzteren nicht viel mehr undnicht viel weniger als 25Proc. derLegirung beträgt, so musstedas zu scheidende Gold vor der Behandlung mit Säure nochmit der ungefähr nöthigenMenge Silber zusammengeschmolzenwerden. Das Verfahren wurde deshalb „Scheidung durch dieQuart" genannt.
Enthält eine Legirung nicht mehr als 20 Proc. Gold, sokann die Trennung durch heisse concentrirte Schwefelsäure