638 Sclrwefelverbindungen der Erdalkalimetalle.
Kocht man dagegen 3 Theile trocken gelöschten Kalk mit1 Theil Schwefel und 20 Theilen Wasser eine Stunde lang, soscheiden sich aus der heiss filtrirten Lösung beim Erkaltenvierseitige orangefarbene Prismen eines Oxysupersulfides, Ca 4 0 3 S 4-f- 12H 2 0, aus.
Auch das Strontium und Barium liefern bei Digestion ihrerSulfide mit 3 oder 4 Atomen Schwefel die Tetra- und Penta-sulfide. Beim Verdunsten der Lösungen unter der Luftpumpewerden nur die ersteren in wasserhaltigen rothen oder gelbenKrystallen erhalten, z. B. SrS 4 -f- 2H 2 0, SrS 4 -)- 6H 2 0, BaS 4-f- H 2 0, wogegen die Pentasulfide zu einem Gemenge vonTetrasulfid und 1 Atom freien, durch Schwefelkohlenstoff aus-ziehbaren Schwefels zerfallen.
Schwefelbarium liefert, wenn es mit 2 Atomen Schwefelunterhalb 360° zusammengeschmolzen wird, eine grüngelbeMasse von Bariumtrisulfid, BaS 3 , welche bei 400° unterlangsamer Abgabe von Schwefel zu schwarzer Flüssigkeitschmilzt, die bei stärkerem Erhitzen unter vollständiger Zer-setzung wieder zu Bariumsulfid erstarrt. Das Bariumtrisulfidlöst sich langsam in kochendem "Wasser, zersetzt sich aber da-bei, denn die erkaltende Lösung scheidet zunächst das Oxy-Thiohydrat, Ba (S H) 0 H -f- 5 H 2 0, die Mutterlauge bei weite-rem Eindampfen orangegelbe Prismen von der Formel Ba 4 S 7-f- 25H 2 0 und wasserhaltiges Tetrasulfid ab.
Verbindungen der Alkalimetalle mit anderenElementen.
551. Stickstoffverbindungen. Die entwässertenHaloide des Calciums und Strontiums verschlucken, wenn sielängere Zeit in einer Ammoniakgasatmosphäre verweilen, be-gierig beträchtliche Mengen des Gases und zerfallen dabei zuvoluminösen Pulvern, welche bestimmte, durch Erhitzen aller-dings leicht wieder zerfallende Verbindungen darstellen. Die-selben sind in der Reihenfolge der in diesem Lehrbuche ge-wählten Classification die ersten Beispiele für zahlreiche analogeKörper, welche als Ammoniumsalze erscheinen, in denen anStelle von "Wasserstoffatomen andere substituirte Ammonium-reste vorhanden sind, die schliesslich auch Metall enthalten.So nimmt 1 Mol. Chlorcalcium 8 Mol. Ammoniak auf und lie-fert damit Calciumoetammoniumchlorür: