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9 (1864) [U - Z]
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Zündrequisiten.

den Uebelstand, dass die Entzündung von einer kleinen Explosion be-gleitet war, die oft brennende Theilchen umherwarf und dadurch Scha-den veranlasste. Trevani scheint zuerst 1835 einen Theil des chlor-sauren Kalis durch Mennige und Braunstein ersetzt und dadurch dieHeftigkeit der Explosion vermindert zuhaben, 1837 gelang es Preshelaus braunem Bleihyperoxyd, fein vertheiltem Phosphor und Gummieine sich leicht beim Keiben entzündende und ruhig brennende Zünd-masse herzustellen. Böttger 1 ) veröffentlichte folgende Vorschriften:9 Thle. Phosphor, 14 Tide. Salpeter, 16 Tille. Braunstein und 16Thle.arabischen Gummi oder 4 Thle. Phosphor, 10 Thle. Salpeter, 5 Thle.Mennige, 2 Thle. Smalte und 6 Thle. Tischlerleim. Letztere Masseist billiger, kann aber nur erwärmt gemengt und vorarbeitet werden.

Winterfeld 2 ) verwendet 7 Thle. Phosphor, 8 Thle. Salpeter,8 Thle. Mennige, 16 Thle. Gummi und 16 Thle. Wasser und empfiehltdie fertigen Zündholzköpfchen mit einem Lack zu überziehen, den manerhält, wenn Colophon bis zur Sättigung in Alkohol von 80° Tr. gelöstwird. Kautzler 3 ) nimmt statt Gummi eine Lösung von Colophoniumin Terpenthinöl und vermengt damit Phosphor und Mennige nass ge-mischt. Ob diese Vorschrift brauchbar, ist nicht bekannt.

Um die Oxydation zu befördern, hat sich Bleisuperoxyd als dergeeignetste Zusatz in der Praxis erwiesen, obwohl der billigere Braun-stein fast dreimal soviel Sauerstoff wie das Bleisuperoxyd enthält 4 ).Man hat zwei Vorschriften zur billigen Darstellung von Bleisuperoxydfür diesen Zweck. Entweder man übergiesst gute Mennige mit circa1 / i ihres Gewichtes an Salpetersäure 5 ) von 40° B. und arbeitet siedamit durch. Es darf nur soviel Salpetersäure genommen werden,dass sie von dem Oxyd völlig gebunden wird und eine salbenartigeMasse entsteht, die ohne weiteres der Zündmasse einverleibt werdenkann. Wagner glaubt salpetersaures Bleioxyd als Oxydationsmitteltadeln zu müssen, weir es Gelegenheit zur Bildung von unwirksamemPhosphorblei gebe, während der Anfertigung und Aufbewahrung. Erempfiehlt salpetersauren Baryt statt dessen. Oder man zerreibt reinesBleiweiss mit Wasser zu einem Brei und kocht es mit einer klarenLösung von l l / t Thl. starkem Chlorkalk in 15 Thln. Wasser 6 ). Obman genug Chlorkalk angewandt habe, was bei dessen oft schnell sichändernder Zusammensetzung leicht zweifelhaft sein kann, prüft mandurch Uebergiessen einer Probe des Bleisuperoxydes mit verdünnterSalpetersäure. Sollte sich noch Kohlensäure entwickeln, so muss mitmehr Chlorkalk gekocht werden. Das Superoxyd wäscht man mit vielWasser völlig aus. Glätte oder Mennige mit Chlorkalk in Superoxydzu verwandeln, ist nicht zu rathen, weil der Process langsamer vor sichgeht und kein so feines und wirksames Präparat erhalten wird.

Auch ohne allen Zusatz oxydirender Substanzen lassen sich Phos-phorzündhölzer darstellen, 3 Thle. Phosphor, 6 Thle. Leim, 1 Thl. Sand,10 Thle. Wasser 7 ) oder nach Payen«) 5 Thle. Phosphor, 4 Thle.feiner Sand, 1 Thl. rother Ocker, 1 / i Zinnober mit 5 Thln. Gummi in

1) Dingler's polyt. Journ. Bd. XC, S. 414. 2) Ebendas. Bd. LXXXIII, S. 75u. 248 u. Bd. XGVI, S. 281. 3) Ebendas. Bd. CXXV1I, S. 281. *) Wagner,Dingler's polyt. Journ. Bd. XCI, S. 452. 6) Prechtl, Teohn. Encycl. Suppl. Bd. III,S. 64, auch Payen, Dingler's polyt. Journ. Bd. CXXI, S. 152. 6) Puscher,Dingler's polyt. Journ. Bd. XCL, S. 54. 7 ) Dingler's polyt. Journ. Bd. CXVI,3. 79. 8 ) Ebendas. Bd. CXXI, S. 149.