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9 (1864) [U - Z]
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Zündrequisiten.

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organischen Substanzen z. B. mit Rohrzucker oder mit Schwefel beider Berührung mit concentrirter Schwefelsäure wurde später zur An-fertigung der sogenannten Tauch- oder Stippzündhölzchen ausgebeutet.Man giebt an, dass dieses Präparat schon 1812 zu Wien verkauft wor-den sei, der erste Verfertiger ist unbekannt.

Man bildete aus fein zerriebenem chlorsauren Kali mit Schwefel,Colophonium oder Zucker, Gummi oder Leim und der Färbung halberZinnober unter Zusatz von Wasser einen dünnen Teig, in diesen tauchteman die Spitze von Hölzchen, die einige Linien hoch mit Schwefelüberzogen waren oder von kurzen Enden Wachsfäden und Hess densel-ben trocknen. Um die Schwefelsäure in nicht zu grosser Menge mitder Zündmasse in Berührung zu bringen, und namentlich um ein zutiefes Eintauchen in dieselbe zu verhindern, pflegte man in ein Gläs-chen etwas Asbest einzustampfen und diesen mit rauchender Schwefel-säure zu befeuchten. Wenn man dann mit dem ein Köpfchen vonZündmasse tragenden Schwefelhölzchen hineinstiess, wurde eben nurdies Köpfchen von Schwefelsäure befeuchtet und entflammte sich. DreiUebelstände blieben an diesen Zündapparaten zu verbessern. Der einebestand darin, dass man ausser den Zündhölzchen einen Schwefelsäure-behälter zur Hand haben musste, der zweite war, dass diese Schwefel-säure begierig Wasser anzog, sich dadurch verdünnte und zuletzt dieEntzündung der Zündmasse nicht mehr bewirkte: endlich darin dassbei der Heftigkeit der Entzündung sowohl Tröpfchen von Schwefel-säure wie Zündmasse umhergeschleudert wurden und mancherlei Scha-den für die Umgebung brachten.

Den Uebelstand, dass man zweierlei Gegenstände bedurfte, umFeuer zu erzeugen, suchte Jones zu beseitigen, indem er aus 2V2 Zolllangen Papierstreifen Röllchen anfertigte, welche in der Mitte etwasvon obiger Zündmasse enthalten. In diese war ein mit Schwefelsäuregefüllter oben und unten zugeschmolzener Glasfaden von geringemDurehmesser und höchstens y a Zoll Länge gesteckt. Wenn durchScilla g oder Druck der Glasfaden zerbrochen wurde, befeuchtete dieausfliessende Schwefelsäure die Zündmasse und diese entflammte dasPapier, welches man mit Oel, Wachs u. s. w. getränkt hatte. AuchWachsfäden präparirte man in ähnlicher Weise. War das Papier mitSalpeterlösung getränkt, so entflammte es sich nicht, sondern glimmtenur. Ueberstreichen mit Benzoetinctur schützt die Zündmasse gegenFeuchtigkeit und erzeugt beim Verbrennen einen für angenehm gehal-tenen Geruch. Diese Zündapparate führten den NamenProme-tlimns". Bald darauf gelangten die sogenanntenCongreves" in denHandel. Bei ihnen wurde die Eigenschaft des chlorsauren Kalisverwerthet, wenn es mit Schwefelantimon gemischt und an rauhen Kör-pern gerieben wird sich zu entzünden. 1 Thl. fein gepulvertes rohesSpiessglanzerz wird mit Leimwasser augerieben und 3 Thle. feinesPulver von chlorsaurem Kali zugemengt. Diese Masse streicht manauf Schwefelhölzer einige Linien hoch. Um die Entzündung zu be-wirken, fasst man dieselben zwischen einem Streifen Glaspapier undzieht sie während man dieses zusammendrückt durch. Seit dem Jahre1833 ersetzte man, wer zuerst die Idee dazu gehabt hat, ist nicht er-mittelt, das Schw^felantimon durch Phosphor; diese Streichhölzer führ-ten in England den NamenLucifer-matches". Sie entzünden sichleicht, sowie man dieselben an einem rauhen Körper reibt, hatten aber

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