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9 (1864) [U - Z]
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1195
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Zündrequisiten. 1195

6 Thln. Wasser oder 4 Thle. Leim in 9 Thln. Wasser gelöst zur Masseangerieben, sind erprobte Vorschriften, die jedoch nur auf Schwefel-hölzchen aber nicht auf mit Stearin oder Wachs getränkten oder Wachs-lichten angewandt werden können. 3 Thle. Phosphor, 2 Thle. Blei-superoxyd, 2 Tide. Sand, 1 / 2 Thl. Terpentin in 3 Thln. Was^er aufge-weicht oder statt des Superoxydes 2 Thle. Mennige mit V 2 Thl. con-centrirter Salpetersäure angerührt, geben eine auf mit Stearin getränkteHölzchen anwendbare Masse.

Uro den Phosphor möglichst fein zu vertheileu, wird die 'Leim-oder Gummilösung auf etwa 00° C. erhitzt, der Phosphor nach undnach eingetragen und entweder durch Rühren mit einem Wischer ausRosshaaren oder indem man die Lösung in einem mit einer Armwelleversehenen verschl"=senen Fass T ) tüchtig durchpeitscht, emulsionartigdamit verbunden. Es ist selbstverständlich; dass bis zum Erkaltender Lösung unter 40° C. gerührt werden muss. Nach Puscher 2 ) istes viel vorteilhafter Halbschwefel-Phosphor zu bereiten, der bei 0°noch flüssig bleibt, 4 Thle. Phosphor sollen in einer Porcellanschalemit 30° O. warmem Wasser Übergossen und 1 Thl. gröblich gepulver-ter Schwefel darauf geworfen werden. Nach kurzer Zeit hat die Ver-einigung stattgefunden, es ist eine schwere ölartige Flüssigkeit entstan-den, von der man das Wasser abgiesst, statt dessen die Gummilösungdarauf giebt und durch Reiben damit enmlsionartig mischt. Bei sofeiner Vertheilung sollen 3 !/ 2 Proc. Phosphor in der Zündmasse zurHerstellung sicher zündender Hölzchen genügen. Wagner lässt Phos-phor in Schwefelkohlenstoff gelöst der Masse zusetzen. Er verwendetdann 8 Thle. Phosphor, 21 Thle. Leim, 24 Thle. Bleisuperoxyd, 24 Thle.Salpeter zur Masse. Die Unbequemlichkeiten, welche durch die Ver-dampfung des Schwefelkohlenstoffs herbeigeführt werden müssen, wer-den wohl die Benutzung dieses Vorschlages verhindern.

Wenn die Köpfchen der Schwefelhölzchen ein glänzendes metalli-sches Aussehen zeigen sollen, so taucht man dieselben vor dem Trock-nen in eine verdünnte Bleizuckerlösung und leitet nachher in die Tro-ckenstube Schwefelwasserstoff 3 ).

Die mechanische Anfertigung der Zündrequisiten besteht im All-gemeinen in Folgendem. Die Hölzchen werden fast nirgends mehrwie früher durch Spalten hergestellt, was zeitraubender ist und un-gleiche schlecht geformte Hölzchen liefert, sondern durch mit der Handoder durch Maschinen geführte Hobel 4 ) oder durch eine Art von Zieh-eisen 6 ), welches jedoch unvollkommnere Stäbchen liefert als die Hobel.Das geeignetste Holz ist Birkenholz, es wird aber viel Tannenholz zu demZweck verarbeitet. Nach dem Oesterreichschen Ausstellungskatalogwerden jährlich dort allein 15000 Klafter verbraucht, woraus 150000 Ctr.Zündhölzer erzeugt wurden. Die Ausfuhr erreichte 1860 die Werthhöhevon 2647000 Gulden. Das Holz wird vor dem Hobeln scharf getrocknet.Die gleich langen Stäbchen werden auf dünne Brettchen von 1 FussLänge und 3 Zoll Breite gelegt, welche auf der Oberseite quer mitRinnen versahen sind, der Art, das3 in jede Rinne sich ein Hölzchenlegt. Ist ein Brettchen so beschickt, wird ein zweites darauf gelegt,

l) Ebendas. Bd. CXXI, S. 396. 2) Ebendas. Bd. CLVI, S.214. 3) Ding],polyt. Journ. Bd. CLVI, S. 399. *) Bayrisches Kunst- und Gewerbeblatt 1855,S. 74. 6) Dingler's polyt. Journ. Bd. XC, S. 475.

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