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9 (1864) [U - Z]
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Zucker.

in Amerika sehr verbreiteten Wespe Polybia apicipennis scheidet grosseRohrzuckerkrystalle ab (Karstens).

Der Rohrzucker ist seit den ältesten Zeiten in Indien und Chinabekannt; in Europa ward er seit Alexander's des Grossen Zeit bekannt.Der Anbau des Zuckerrohres kam von Egypten und Arabien (wo derZucker zuerst krystallisirt dargestellt sein soll) nachSilicien undPortu-gal, und soll hier im 12. Jahrhundert in grosser Menge angebaut sein;im Anfang des 15. Jahrhunderts ward er nach Madeira und den Cana-rischen Inseln verpflanzt; nach der Entdeckung Amerikas ward er dannin Westindien später in Brasilien und den übrigen Theilen Amerikasangebaut.

Der Chemiker Marggraf fand 1747, dass die Runkelrüben undandere einheimischen Gewächse auch Rohrzucker enthielten; Achardversuchte 1786 zuerst den Zucker aus Rüben fabrikmässig zu gewinnenfreilich im kleinen Maassstabe.

Auch der auf Java gewonnene Palmzucker (von Sagucrus Bum-phii) ist Rohrzucker.

Liebig gab zuerst die richtige Formel des Zuckers Ci2H u O noder C 2 4H 22 0 2 2 an; vor ihm wurden verschiedene Formeln angenom-men C24H23O22 (Berzelius), C 8 tf a 0 8 (Prout), C e H fi O 0 (Döberei-ner), C 5 H 5 0 5 (Dumas und Boullay).

Der Rohrzucker wird im Grossen hauptsächlich au3 dem Zuckerrohr(indischer Zucker) und aus Runkelrüben (Rübenzucker, einheimischerZucker) gewonnen, theils durch langsamere Krystallisation in grösserenKrystallen als Kandiszucker, theils durch rasche Krystallisation inkleinen krystallinischen zusammenhängenden Massen als Hutzucker,mehr oder weniger im unreinen Zustande wohl auch als Kry-tall-mehl als Mehlzucker unrein auch als Rohzucker bezeichnet. GeringeMengen Zucker werden in Ostindien, Ceylon, Java, Afrika 11. s. w.aus dem Saft verschiedener Palmenarten gewonnen, der Cocospalme,Sagopalme, Palmyra- oderBachpalme, der Zwergfächerpalme, der Dat-telpalme u. a. m. Der Saft wird durch Einschnitte des Nachts in denoberen Theil des Stammes der Bäume gewonnen, er wird nach Zusatzvon etwas Kalk zum Sieden erhitzt, und giebt dann eingedampft denPalmzucker. In Nordamerika bereiten die Colonisten durch Einsiedendes Zuckerahornsaftes den meisten ziemlich unreinen Ahornzucker zumeigenen Gebrauch (s. 2. Aufl. Bd. I, S. 383).

Um im Kleinen Zucker aus Pflanzenstoffen zu erhalten, werden siebei nicht zu hoher Temperatur getrocknet, und dann mit "2 Thln. star-kem Alkohol in gelinder Wärme ausgezogen; beim Verdampfen desAlkohols und längerem Stehen krystallisirt der Zucker.

Um aus Fruchtsäften, die zugleich Fruchtzucker enthalten, den Rohr-zucker abzuscheiden, versetzt man den Fruchtsaft mit gleich viel Wein-geist (um die Zersetzung des Zuckers zu verlangsamen), sättigt dannmit Kalk und filtrirt; beim Aufkochen des Filtrats scheidet sich Rohr-zucker-Kalk (s. S. 1090) ab; der siedend heiss abfiltrirte und heissausgewaschene Niederschlag wird dann in Wasser vertheilt und durchKohlensäure zerlegt. Die so erhaltene Flüssigkeit wird mit Thierkohleentfärbt, oder zuerst mit Bleiessig versetzt, um die Unreinigkeiten aus-zufällen, das Filtrat wird dann mit Schwefelwasserstoff behandelt, undnach dem Befreien von Schwefelwasserstoff mit Weingeist bis zur Trii-